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BackMobilfunker wollen Frequenzen für Antennenfernsehen
Mobilfunker wollen Frequenzen für Antennenfernsehen
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Handelsblatt11.06.2026Technik3 dk okumaGermany

Mobilfunker wollen Frequenzen für Antennenfernsehen

Auf einen Blick

  • Deutsche Telekom, Vodafone und O2 Telefónica wollen Frequenzen für Antennenfernsehen ab 2031 für Mobilfunk nutzen.
  • Eine Studie besagt, dass dies das Aus für DVB-T2 bedeuten würde, aber keine Kostensteigerung für Verbraucher, da öffentlich-rechtliche Sender auch im Internet verfügbar sind.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Wichtige Nutzungsrechte für Funkfrequenzen laufen in einigen Jahren aus. Telekommunikationsanbieter äußern bereits jetzt den Wunsch, diese Frequenzen für den Mobilfunk zu nutzen. Dies könnte zur Abschaltung einer Fernsehnutzungsart führen.

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Berlin. Deutschlands etablierte Handynetzbetreiber wollen das Antennenfernsehen zum Auslaufmodell machen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 Telefónica stellten in Berlin eine von ihnen bezahlte Studie des Beratungsunternehmens WIK Consult vor, der zufolge bestimmte Funkfrequenzbereiche ab 2031 freigegeben werden sollten für Mobilfunk.

Diese Bereiche werden bislang für Antennenfernsehen genutzt - sollten Mobilfunker darauf Zugriff bekommen, wäre dies das Aus für Fernsehempfang über Antenne. Wirtschaftlich betrachtet wäre eine Zuweisung der Frequenzen für Handynetze vorteilhaft, heißt es in der Studie. Bei ihrer Vorstellung bekräftigten Firmenvertreter der drei Netzbetreiber ihren Wunsch, besagte Frequenzen ab 2031 nutzen zu können.

Der Studie zufolge haben in Deutschland noch schätzungsweise 2,3 Millionen Haushalte Antennenfernsehen, Tendenz sinkend. Die meisten Haushalte bekommen in Deutschland TV über eine Satellitenschüssel oder über Fernsehkabel. Auch die Übertragung über Internet ist möglich, hier steigt die Nachfrage.

Würde es teurer für die Verbraucher?

WIK-Studienautor Bernd Sörries betont, nach einer möglichen Abschaltung der Antennentechnologie DVB-T2 könnten die Verbraucher öffentlich-rechtliche Sender auch im Internet kostenlos sehen. „Es gibt keine Kostensteigerung aus Sicht der Endkunden, wenn man dieses Netz abschaltet.“

Sörries wies darauf hin, dass Antennenfernsehen lineares Fernsehen sei, das aus der Mode komme - die Nachfrage nach zeitlich flexibel abrufbaren Sendungen im Internet steige hingegen. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bis zu 369 Millionen Euro binnen zehn Jahren einsparen könnten, wenn sie DVB-T2 abschalteten.

Ob der Wunsch der Mobilfunk-Anbieter erfüllt wird oder nicht, ist völlig offen. Die künftige Frequenznutzung soll auf der Weltfunkkonferenz im kommenden Jahr besprochen werden, danach würde sich die Bundespolitik damit befassen. Im Digitalzeitalter steigt die Datenmenge rasant, daher müssen die Telekommunikationsanbieter ihre Netze immer weiter optimieren.

Sicherheitsbehörden peilen eigenes Netz an

Die Mobilfunker sind nicht die Einzigen, die nach Frequenzrechten lechzen. Sicherheitsbehörden wollen ebenfalls niedrige Frequenzen nutzen, um einen neuen Behördenfunk aufzubauen. Für die künftige breitbandige mobile Sprach- und Datenkommunikation strebe man eine Zuteilung an, teilte die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben mit.

Im Fokus stehe ein Band im 600-Megahertz-Bereich, das die Behörde gemeinsam mit der Bundeswehr nutzen möchte. Spektrum in anderen Frequenzbereichen komme für die Realisierung der BOS-Breitbandkommunikation nach derzeitigem Stand nicht infrage. BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, gemeint ist etwa die Polizei.

Die WIK-Studie sieht die Behördenpläne skeptisch. Für ein eigenes Funknetz der Behörden müssten rund 23.000 Basisstationen aufgebaut werden, sagt Studienautor Sörries. So ein Netz würde mehr als neun Milliarden Euro kosten und der Aufbau mehr als zehn Jahre dauern. Die Mobilfunk-Firmen wollen, dass die Behörden ihre etablierten Handynetze nutzen und dafür Geld zahlen. Laut Studie wäre das deutlich günstiger und es würde nur 1,8 Milliarden Euro kosten.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die Weltfunkkonferenz wird die Frequenzen im 600-Megahertz-Bereich für Mobilfunk und/oder Sicherheitsbehörden diskutieren.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Die Bundespolitik wird eine Entscheidung über die Frequenznutzung treffen, die die Interessen der Mobilfunkanbieter und/oder Sicherheitsbehörden berücksichtigt.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Antennenfernsehen (DVB-T2) wird in Deutschland schrittweise abgeschaltet oder stark reduziert.

    Möglich · Innerhalb von Jahren

Offene Fragen

  • Wird die Weltfunkkonferenz die Frequenzen für Mobilfunk freigeben?
  • Wie wird die Bundespolitik über die Frequenznutzung entscheiden?
  • Werden die öffentlich-rechtlichen Sender die Einsparpotenziale nutzen?
  • Wie schnell können die Sicherheitsbehörden ein eigenes Funknetz aufbauen, falls die Pläne der Mobilfunker nicht umgesetzt werden?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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