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Ölpreisschock treibt deutsche Inflation auf 2,9 Prozent
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Tagesschau Wirtschaft29.04.2026Business2 dk okumaGermany

Ölpreisschock treibt deutsche Inflation auf 2,9 Prozent

DAX schließt bei 23.954 Punkten - Fed-Zinsentscheid erwartet - Deutsche Bank mit Rekordgewinn

Auf einen Blick

  • Die Inflation in Deutschland ist im April auf 2,9 Prozent gestiegen, getrieben durch einen Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts.
  • Der DAX gab leicht um 0,27 Prozent auf 23.954 Punkte nach.
  • Die US-Notenbank Fed wird ihren Zinsentscheid nach Börsenschluss bekanntgeben.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Der Iran-Konflikt hat die Ölpreise stark ansteigen lassen, was die Inflation in Deutschland beeinflusst. Die US-Notenbank steht vor einer wichtigen Entscheidung, während die Berichtssaison in vollem Gang ist.

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Zur Wochenmitte kommen neue Hiobsbotschaften vom Statistischen Bundesamt: Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Inflationsrate in Deutschland Richtung Drei-Prozent-Marke getrieben. Waren und Dienstleistungen kosten im April 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Krieg im Nahen Osten hat Heizen und Tanken hierzulande kräftig verteuert. Anleger am deutschen Aktienmarkt blieben weitgehend entspannt - auch weil der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve erst nach Börsenschluss in Frankfurt erwartet wurde. Im Fokus der Anleger sind zahlreiche Unternehmensbilanzen. Zunächst war der deutsche Leitindex etwas höher in den Tag gestartet, driftete im frühen Handel aber ins Minus und musste die Marke von 24.000 Punkten preisgeben. Zum Handelsschluss stehen 23 954 Punkte auf der DAX-Tafel im Frankfurter Börsensaal - ein minimales Minus von 0,27 Prozent. Aufgrund neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran legten die Ölpreise wieder deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um gut drei Prozent auf 114,70 Dollar. Bereits zuvor hatten die USA signalisiert, dass sie an der Seeblockade iranischer Häfen festhalten würden, um Teherans Ölexporte zu unterbinden und das Land an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank ist für 20.00 Uhr MESZ angekündigt worden. Erwartet wurde, dass die Fed ihre Leitzinsen in einem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld zum dritten Mal in Folge nicht verändert. Die Unsicherheit mit Blick auf die weitere Geldpolitik ist groß. Entscheidend bleibt der Krieg zwischen den USA und dem Iran. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Sicht und könnte auch in den USA die Inflation weiter anheizen sowie das Wirtschaftswachstum dämpfen. Die Pressekonferenz nach der Zinssitzung ist der letzte Auftritt für Notenbank-Chef Jerome Powell, dessen Amtszeit am 15. Mai endet. Der Wunschkandidat von Präsident Donald Trump ist dem Chefposten bei der US-Notenbank einen Schritt näher gekommen. Der zuständige Bankenausschuss im US-Senat stimmte mit 13 zu 11 Stimmen für Kevin Warsh. Damit kann es zu einer Abstimmung um Warsh als Fed-Chef im Plenum des Senats kommen. Auf beiden Seiten des Atlantiks nimmt zur Wochenmitte die Berichtssaison der Unternehmen mächtig Fahrt auf. Diese Woche gilt als die wichtigste der laufenden Berichtssaison in den USA. Gleich fünf der sieben größten Tech-Konzerne legen ihre Zahlen vor: nach US-Börsenschluss öffnen Amazon, Meta, Alphabet, und Microsoft ihre Bücher, Apple ist am Donnerstag an der Reihe. Aus dem DAX haben gleich sechs Konzerne Quartalszahlen vorgelegt. Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im ersten Quartal auf einen Rekordwert gesteigert. Der Nachsteuergewinn stieg um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Man sei auf Kurs, 2026 ein starkes operatives Ergebnis zu erreichen, erklärte die Bank. Dennoch rutschen Aktien der Deutschen Bank ans DAX-Ende. Analysten verwiesen auf den Anstieg der Rückstellungen und die niedriger als erwartet ausgefallene Kernkapitalquote. Mercedes-Benz hat im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 17,2 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro verbucht. Damit hat der Autobauer trotz der deutlichen Schwäche in China den Gewinnrückgang aus Analystensicht überraschend gering gehalten. Umsatz und Ergebnis gingen im Zuge des gesunkenen Absatzes zurück, auch die Profitabilität litt weiter unter einem harten Wettbewerb mit sinkenden Verkaufspreisen, US-Zöllen und Wechselkursbelastungen. Die Stuttgarter seien solide ins Jahr gestartet, schrieb der JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Die Markterwartungen hätten sie übertroffen. Der Ausblick bleibe trotz konjunkturellen Gegenwinds unverändert. Adidas hat im ersten Quartal besser ab als erwartet abgeschnitten. Der Sportartikelhersteller bestätigte seinen Jahresausblick. Der Quartalsumsatz stieg um gut sieben Prozent. Das Betriebsergebnis legte trotz Währungseffekten und Zöllen um 15,5 Prozent zu. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hofft auf Rückenwind während der Fußball-WM, die am 11. Juni startet und in Mexiko, Kanada und den USA ausgetragen wird. Der finnische Aufzughersteller Kone will den deutschen Rivalen TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro übernehmen. Die Thyssenkrupp-Aktie gewinnt zweistellig und ist zweitstärkster Wert im MDAX. Der Konzern hatte die Aufzugsparte 2020 an Finanzinvestoren verkauft und hält indirekt noch gut 16 Prozent an der Firma.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Fed wird Zinsentscheidung nach Börsenschluss bekanntgeben und die Zinsen vorerst nicht ändern

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Stunden

  • Kevin Warsh wird wahrscheinlich neuer Fed-Chef

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

  • Inflation in Deutschland könnte weiter steigen

    Möglich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wird die Fed die Zinsen senken oder erhöhen?
  • Wie wird Kevin Warsh als Fed-Chef agieren?
  • Wird der Iran die Straße von Hormus öffnen?
  • Wie werden sich die US-Zölle auf deutsche Exporte auswirken?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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