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Partnerschaftsgewalt: Frauen sind häufiger Täterinnen als gedacht
NACHRICHT
Die Zeit18.05.2026Crime4 dk okumaGermany

Partnerschaftsgewalt: Frauen sind häufiger Täterinnen als gedacht

Auf einen Blick

  • Eine Dunkelfeldstudie des BKA zeigt, dass Frauen und Männer ähnlich häufig von Partnerschaftsgewalt berichten.
  • Gewalt von Frauen wird oft unterschätzt, ist aber dennoch präsent.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Eine Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes (BKA) belegt, dass Männer und Frauen ähnlich häufig von körperlicher Gewalt in Partnerschaften berichten. Dies steht im Gegensatz zur gängigen Vorstellung, dass Männer primär die Täter seien. Die Soziologin Rebecca Gulowski erläutert, dass Gewalt von Frauen oft unterschätzt oder pathologisiert wird, während männliche Gewalt intensiver und folgenschwerer sein kann.

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Männer und Frauen berichten ähnlich häufig davon, in ihren Beziehungen körperliche Gewalt erfahren zu haben. Das belegt eine Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes. Wie kann das sein, denken wir bei Partnerschaftsgewalt doch vor allem an Männer als Täter?

»Wir sehen Frauen oft nicht in ihrer Ganzheit, in ihrer Destruktivität, in ihrer Wut«, erzählt die Soziologin und Gewaltforscherin Rebecca Gulowski den Podcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm.

Gewalt, die von Frauen ausgehe – egal ob psychisch, physisch oder sexualisiert –, werde oft kleingeredet oder pathologisiert: »Das Bild von der verrückt gewordenen Furie«, sagt Rebecca, sei aber »eher konstruiert«. Und gleichzeitig gehöre zur Wahrheit, dass männliche Partnerschaftsgewalt meist intensiver und folgenschwerer sei und größere Angst oder sogar Todesangst auslöse als weibliche.

In dieser Folge geht es um Frauen, die übergriffig werden, welche Rolle Scham, Geschlechterstereotype und eigene Gewalterfahrungen dabei spielen. Und wie sich die Gewalt verhindern lässt.

Die ganze Folge hört ihr oben auf dieser Seite.

Mehr zu unserer Gästin und weitere Infos

Rebecca Gulowski ist Professorin für Sozialwissenschaften, wissenschaftliche Referentin für Familienhilfe und Kinderschutz am Deutschen Jugendinstitut und psychosoziale Beraterin mit Schwerpunkt Trauma und Gewaltprävention. Sie forscht unter anderem zu Partnerschaftsgewalt und weiblicher Täterinnenschaft.

Wir zitieren aus der Dunkelfeldstudie Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag – kurz LeSuBiA – des Bundeskriminalamtes von 2026. Sie liefert Daten zu Gewalterfahrungen in Deutschland, insbesondere zur psychischen und körperlichen Gewalt in Partnerschaften.

Weitere erwähnte Studien und Forschungsarbeiten: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (Deutsches Ärzteblatt: Dreßing et al., 2025), Partnerschaftsgewalt durch Frauen (inHandbuch Häusliche Gewalt: Rebecca Gulowski, 2020), Beratung für Frauen, die Partnerschaftsgewalt ausüben (in Handbuch Häusliche Gewalt: Gulowski & Schünemann-Homburg, 2020), Das Fremde in mir. Gewaltdynamiken in Liebesbeziehungen zwischen Frauen. Soziologische Perspektiven auf ein Tabuthema (Constance Ohms, 2015)

Rebecca Gulowski war selbst lange für violenTia in München tätig, eine Fachberatungsstelle speziell für Frauen, die in ihrer Partnerschaft Gewalt ausüben.

Eine spezialisierte Psychotherapie kann dabei helfen, die Folgen von sexueller Gewalt und anderen Traumatisierungen zu bewältigen. Psychotherapeuten mit einer traumaorientierten Zusatzausbildung sind hier zu finden:

Traumaambulanzen: in verschiedenen Städten

Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)

Fachverband für Anwender der psychotherapeutischen Methode Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDRIA)

Mehr zum Sexpodcast

Kennst du unser Buch? Ist das normal? Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst

Folge den Hosts, der Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner und dem ZEIT-Ressortleiter Wissenschaft, Sven Stockrahm, auf Instagram unter @dr.melanie.buettner und @svensonst.

Falls du eine Frage oder Anregung hast, schreib uns eine E-Mail an [email protected]. Oder stelle deine Frage als Sprachnachricht und schicke die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.

Offene Fragen

  • Welche spezifischen Faktoren tragen zur weiblichen Täterinnenschaft bei?
  • Wie können Präventions- und Interventionsstrategien effektiver gestaltet werden, um sowohl männliche als auch weibliche Täter zu erreichen?
  • Welche Rolle spielen gesellschaftliche Geschlechterstereotype bei der Wahrnehmung und Bewertung von Partnerschaftsgewalt?

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This article was originally published by Die Zeit.

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