Newsgather
BackPP verliert absolute Mehrheit in Andalusien – Vox wird gebraucht
PP verliert absolute Mehrheit in Andalusien – Vox wird gebraucht
Politik
Handelsblatt17.05.2026Politik3 dk okumaGermany

PP verliert absolute Mehrheit in Andalusien – Vox wird gebraucht

Auf einen Blick

  • Die konservative PP verliert bei der Regionalwahl in Andalusien ihre absolute Mehrheit und ist auf die rechtspopulistische Vox angewiesen.
  • Dies ist bereits in anderen Regionen Spaniens der Fall.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

The conservative People's Party (PP) has lost its absolute majority in the regional elections in Andalusia, Spain's most populous region. This means the PP will need the support of the far-right Vox party to govern, a situation mirrored in other Spanish regions.

Schriftgröße

Die konservative Volkspartei PP hat bei der Regionalwahl im südspanischen Andalusien ihre absolute Mehrheit eingebüßt und ist zum Regieren auf die rechtspopulistische Vox angewiesen. Die PP kam unter ihrem Spitzenkandidaten, dem Regionalregierungschef Juanma Moreno, auf 53 Sitze im Parlament in Sevilla, wie die Wahlkommission nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmten mitteilte. Das wären fünf weniger als vor vier Jahren. Die absolute Mehrheit liegt bei 55 Abgeordneten.

Vox konnte nach diesen Angaben einen Sitz hinzugewinnen und verfügt damit künftig über 15 Abgeordnete im Regionalparlament in Sevilla. Die Sozialisten (PSOE) des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez kamen in ihrer früheren Hochburg auf nur noch 28 Sitze, noch zwei weniger als bei ihrem historisch schlechten Ergebnis bei der Wahl 2022. Das linke regional-nationalistische Bündnis Adelante Andalucía verbesserte sich von bisher zwei auf acht Sitze, das linke Wahlbündnis Pro Andalucía stellt erneut fünf Abgeordnete.

Der Verlust der absoluten Mehrheit für die PP bedeutet einen Rückschlag für einen Politiker wie Moreno, der weniger konfrontativ und aggressiv als die konservative Partei auf nationaler Ebene auftritt. Damit ist auch Moreno in der bevölkerungsreichsten autonomen Gemeinschaft des Landes für eine Regierungsmehrheit auf die Rechtspopulisten angewiesen.

So war es auch seinen Parteifreunden bei den Wahlen in der Extremadura (Dezember 2025), Aragón (Februar) und Kastilien und León (März) ergangen. Auch dort wurde die PP zwar jeweils stärkste Kraft, ist aber auf die Stimmen von Vox angewiesen. Eine Koalition zwischen PP und PSOE ist in Spanien bisher wegen der scharfen Gegensätze sehr unwahrscheinlich.

Im Wahlkampf ging es unter anderem um die wieder anziehende Inflation auch infolge des Iran-Krieges, Defizite im Gesundheitswesen, die Arbeitslosenquote, die in Andalusien bei knapp 15 Prozent und damit etwa fünfeinhalb Prozentpunkte höher als im Durchschnitt Spaniens liegt, fehlenden Wohnraum sowie die Einwanderung über das Mittelmeer.

Andalusien ist mit über zehn Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste autonome Gemeinschaft Spaniens, jedoch mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen als im Durchschnitt des Landes. Der Tourismus und die Landwirtschaft sind die wichtigsten Wirtschaftszweige, aber auch die Industrie und die Erzeugung von Sonnenstrom werden immer wichtiger. Kulturell prägt Andalusien Spaniens internationales Image durch Flamenco, Stierkampf und das maurische Erbe wie etwa die Alhambra in Granada oder die Moschee-Kathedrale in Córdoba.

Offene Fragen

  • Will the PP and Vox form a coalition government or a minority government with Vox's external support?
  • What specific policy concessions will the PP have to make to Vox?
  • How will this regional political shift impact national politics in Spain?
  • What are the long-term implications for the PSOE's stronghold in Andalusia?

Verwandte Themen

This article was originally published by Handelsblatt.

Ähnliche Meldungen

Mehr zu diesem Themaandalusien