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BackProteste in Southampton nach Tod eines Studenten in Polizeigewahrsam
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Die Welt03.06.2026Crime3 dk okumaGermany

Proteste in Southampton nach Tod eines Studenten in Polizeigewahrsam

Auf einen Blick

  • In Southampton kam es zu gewaltsamen Protesten nach dem Tod des Studenten Henry Nowak in Polizeigewahrsam.
  • Demonstranten warfen Flaschen und Steine auf Polizisten und riefen "I can't breathe".
  • Der Vorfall erinnert an den Tod von George Floyd und wirft Fragen nach Rassismus und Polizeigewalt auf.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Nach dem Tod des 18-jährigen Studenten Henry Nowak in Polizeigewahrsam in Southampton kam es zu gewaltsamen Protesten. Nowak starb, nachdem ihm Handschellen angelegt wurden, während er "I can't breathe" rief. Sein Tod erinnert an den Fall George Floyd und hat eine Debatte über Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

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Bei einer Protestkundgebung wegen des Todes des britischen Studenten Henry Nowak kam es im südenglischen Southampton zu teils gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mehrere Teilnehmer der Proteste bewarfen Beamte mit Flaschen, Steinen und Mülltonnen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Einige der rund 1000 Demonstranten riefen auch die letzten Worte des Studenten, der in Polizeigewahrsam starb: „I can‘t breathe“ („Ich kann nicht atmen“). Die Demonstranten hatten sich vor einer Polizeiwache versammelt und wollten dann durch das Stadtzentrum ziehen, wurden aber von der Polizei aufgehalten.

Hintergrund ist der Mord an einem 18-Jährigen im vergangenen Dezember durch einen 23-Jährigen. Vickrum Digwa war am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt worden, WELT hatte berichtet.

Durch den Prozess war auch ein „Bodycam“-Video publik geworden, das zeigt, wie Polizisten dem schwer verletzten 18-Jährigen damals Handschellen anlegten – anstatt ihm zu helfen. Wenig später starb er, gefesselt und am Boden liegend, nachdem er mehrmals „I can't breathe“ gerufen hatte, was an die letzten Worte des schwarzen US-Bürgers George Floyd erinnert. Zwar erklärte Nowak, dass auf ihn eingestochen worden war, doch die Polizisten antworteten ihm daraufhin sinngemäß: „Wo denn? Ich glaube das nicht!“

Die Aufnahmen werden aktuell massenhaft in Onlinediensten geteilt und kommentiert, unter anderem auch von US-Milliardär Elon Musk, der den Angehörigen des Opfers Geld für eine Privatklage gegen die Polizei anbot.

Floyd war 2020 bei einem brutalen Polizei-Einsatz von einem weißen Beamten getötet worden und hatte – ebenfalls am Boden liegend – immer wieder „I can't breathe“ gesagt. Im Anschluss hatte es in den USA und vielen anderen Ländern eine Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt gegeben.

Im aktuellen Fall in Großbritannien hatte der Täter gegenüber den Polizisten am Tatort behauptet, er selbst sei das Opfer und als Angehöriger der Glaubensgemeinschaft Sikh rassistisch beleidigt worden. Dass die Beamten dem Täter Glauben schenkten, rief vielfach Empörung hervor, insbesondere bei rechten Politikern. Sie werfen der Polizei vor, Weiße zu benachteiligen.

Auf der Kundgebung mit rund tausend Teilnehmern sprach auch der bekannte rechtsextreme Aktivist Tommy Robinson. Er beschuldigte die Polizei, weiße Menschen „wie Bürger zweiter Klasse“ zu behandeln. Eine Teilnehmerin, die 63-jährige Kate Phillips, sagte AFP, der Fall zeige, dass es „Rassismus in beide Richtungen gibt“.

Vickrum Digwa erschien zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder am Dienstag noch einmal vor Gericht. Bei dem Termin ging es um mehrere Anklagen wegen des Besitzes von Waffen, darunter eine Machete und mehrere Schwerter, die nach dem Mord in ihrer Wohnung entdeckt worden waren.

Premierminister Keir Starmer bezeichnete den Fall als „furchtbar und schockierend“ und begrüßte eine angekündigte Untersuchung durch die Aufsichtsstelle für Polizeiverhalten IOPC. Er habe die Bodycam-Aufnahme gesehen, sagte er später in einer Videobotschaft und bezeichnete sie als „erschütternd“. Als Vater eines 17-Jährigen sei ihm schlecht geworden beim Zusehen, so der Premier. Es gebe nun gewichtige Fragen zu beantworten, nicht zuletzt wie Rassismusvorwürfe die Entscheidungen in dem Fall beeinflusst hätten.

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood wies unterdessen die Behauptung zurück, es gäbe unterschiedliche Polizeistandards für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Ferner appellierte sie an die Abgeordneten, nicht zuzulassen, dass „dieser Mord Gemeinschaften gegeneinander aufhetzt“.

Sie habe, so Mahmood weiter, jedoch Verständnis für das Entsetzen der Menschen angesichts des Videos vom tragischen Tod. Die Regierung arbeite aber bereits daran, die Messerkriminalität drastisch einzudämmen. Mahmood rief deshalb zur Besonnenheit auf, zumal das Independent Office for Police Conduct (Unabhängige Amt für polizeiliches Verhalten) das Vorgehen der Beamten der Polizeibehörde von Hampshire und der Isle of Wight aktuell untersuche.

Sie beklagte zudem, dass Gerüchte im Internet bereits zu Morddrohungen gegen einen Beamten geführt hätten, der an der Festnahme gar nicht beteiligt gewesen sei.„Falschinformationen und aufwieglerische Kommentare verschlimmern eine ohnehin schon schreckliche Situation noch weiter“, sagte sie. „Wir alle müssen dies gemeinsam verurteilen.“

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die Untersuchung des IOPC wird zu Empfehlungen für die Polizeiarbeit führen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Die Debatte über Rassismus und Polizeigewalt in Großbritannien wird sich fortsetzen.

    Sehr wahrscheinlich · Langfristig

  • Die britische Regierung wird Maßnahmen zur Bekämpfung der Messerkriminalität verstärken.

    Wahrscheinlich · Mittelfristig

Offene Fragen

  • Wie genau kam es zum Tod von Henry Nowak?
  • Haben die Rassismusvorwürfe des Täters die polizeilichen Entscheidungen beeinflusst?
  • Welche Konsequenzen wird die Untersuchung des IOPC haben?
  • Wie wird die britische Regierung auf die steigende Messerkriminalität reagieren?

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This article was originally published by Die Welt.

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