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Roborock Rockneo Q1: Kabelloser Mähroboter für kleinere Gärten im Test
Technik
Heise Onlinevor 2 StundenTechnik5 Min. LesezeitGermany

Roborock Rockneo Q1: Kabelloser Mähroboter für kleinere Gärten im Test

Auf einen Blick

  • Roborock stellt mit dem Rockneo Q1 einen kabellosen Mähroboter für kleinere Gärten vor, der auf RTK, VSLAM und Kameras setzt.
  • Er bietet einfache Einrichtung und gute Navigation, enttäuscht aber beim Randschnitt, selbst mit optionalem Modul, was ihn im Vergleich zur Konkurrenz zu teuer macht.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Roborock steigt mit dem Rockneo Q1 in den Markt der kabellosen Mähroboter für kleinere Gärten ein und setzt dabei auf eine Kombination aus RTK, VSLAM und Stereo Vision für die Navigation und Hinderniserkennung.

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Mit dem Rockneo Q1 steigt Roborock in die Klasse der kabellosen Mähroboter für kleinere Gärten ein. In Deutschland ist vor allem die Variante Rockneo Q105 relevant, die für Rasenflächen bis 500 m² ausgelegt ist. Der Mäher setzt bei der Navigation auf RTK und VSLAM sowie bei der Hinderniserkennung auf zwei Kameras mit Stereo Vision. Entsprechend kommen Käufer um die Installation einer GPS-Antenne nicht herum, während die Konkurrenz immer mehr auf Lidar oder wenigstens Net-RTK setzt.

Dafür verspricht Roborock eine einfache Einrichtung, systematisches Bahnenfahren und bequeme App-Steuerung bei gleichzeitig niedrigem Preis. Geht die Rechnung auf?

Design und Verarbeitung

Der Roborock Rockneo Q105 wirkt deutlich kompakter als viele Mähroboter für große Grundstücke. Die in Deutschland angebotene Variante Rockneo Q105 misst 63 × 42 × 27 (L × B × H) cm und wiegt 12,2 kg. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff. Die Form ist sachlich und funktional, ohne billig zu wirken. Vorn sitzen die Kameras und die Sensorik für die Umgebungserkennung. Oben befinden sich Regensensor, Display, Bedienelemente und die große Stopptaste. Positiv: Die Anzeige ist auch bei direktem Sonnenlicht gut ablesbar.

Der Rockneo Q105 ist nach IPX6 geschützt. Er darf also nicht nur Regen abbekommen, sondern auch mit einem Gartenschlauch abgespült werden – oben und unten. Das Schneidwerk arbeitet mit einem rotierenden Mähteller und drei Klingen, die Schnittbreite beträgt 22 cm. Das schwebende Mähdeck soll sich besser an unebene Flächen anpassen als ein starr sitzendes Schneidwerk. Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 und 60 mm einstellen. Sie wird beim Q105 nicht per App ausgewählt und motorisch verstellt, sondern mechanisch am Gerät. Ohne das optionale PreciEdge-Randschnittmodul bleiben bauartbedingt mindestens 10 cm am Rand ungemäht, mit sind es etwa 3 cm.

Für Steigungen nennt Roborock bis zu 45 Prozent respektive rund 24 Grad. Das ist für die 500-m²-Klasse und Zweiradantrieb ordentlich.

Inbetriebnahme und App

Die Einrichtung erfolgt über die Roborock-App. Dafür scannt man den hinten am Roboter befindlichen QR-Code mit dem Smartphone, fügt den Mäher hinzu und folgt den grundsätzlich gut dokumentierten Schritten in der App. Auffällig: Einzelne Anweisungen sind ungenau oder fehlerhaft übersetzt. Bei einem Hersteller wie Roborock erwarten wir da eigentlich mehr. Danach wird die RTK-Referenzstation platziert. Wie bei anderen RTK-Systemen braucht sie möglichst freie Sicht zum Himmel. Enge Innenhöfe, dichter Baumbestand, hohe Gebäude und ungünstige Standorte beeinflussen die Genauigkeit negativ.

Die Kartierung erfolgt manuell oder automatisch. Wer nicht über einen perfekt angelegten Garten mit breiten, gut sichtbaren Randsteinen, Mäuerchen oder anderen Abtrennungen zwischen Rasen und angrenzenden Bereichen verfügt, sollte die Karte am besten gleich manuell einrichten. Praktisch: Roborock erlaubt dem Nutzer wahlweise die Steuerung mit einem oder zwei virtuellen Sticks – vorbildlich. Auch die Empfindlichkeit der Steuerung darf in drei Stufen bestimmt werden, allerdings schwingt der Roboter einen Tick zu viel nach, wodurch immer mal wieder Gegensteuern nötig wird.

Die App ist umfangreich und übersichtlich, sie bietet auf den ersten Blick alle Funktionen, die 2026 wichtig sind. In der App lassen sich Mähzonen anlegen und nachträglich bearbeiten, ebenso sind virtuelle Grenzen, Zeitpläne und Sperrbereiche anleg- und bearbeitbar. Wie beim Topmodell Rockmow Z1 Lidar (Testbericht) gibt es Mehrzonenverwaltung und wieder ein Dashboard mit Fortschritt, Status und voraussichtlicher Fertigstellung. Der Wildtiermodus pausiert das Mähen in festgelegten Zeiten, um nachtaktive Tiere wie Igel, Kröten und andere Kleintiere zu schützen. Die App erlaubt zudem die Anpassung der Mährichtung und Einstellungen zur Navigation. Im Detail ist der Funktionsumfang dann aber doch geringer als bei etablierten Mähroboter-Marken. So fällt vor allem die fehlende Möglichkeit auf, die Hinderniserkennung – etwa am Rand – komplett zu deaktivieren, damit der Roboter auch unter Büsche fährt. Der vermeintlich passende Punkt „Visuelle Hindernisvermeidung für die Begrenzung“ hilft hier zumindest nicht weiter.

Immerhin zeigen dieser Punkt sowie weitere Fortschritte, dass Roborock nach wie vor an der App und neuen Features arbeitet. So gibt es etwa inzwischen eine Beta-Funktion für besseren Randschnitt, und erkannte Hindernisse zeigt die App auf Wunsch nicht mehr nur als Piktogramm, sondern als Foto an.

Zur Verbindung nutzt der Mäher WLAN und Bluetooth. Echtzeit-Tracking per 4G ist nur mit dem separat erhältlichen Diebstahlschutz-Modul möglich. Auch Smart-Home-Fans schauen in die Röhre. Eine offizielle Home-Assistant-Integration gibt es bislang nur für Roborock-Saugroboter, für die Mähroboter des Herstellers hingegen nicht.

Navigation und Hindernisvermeidung

Roborock fasst RTK, VSLAM und die visuelle Umgebungserkennung unter der Bezeichnung Sentisphere Environmental Perception zusammen. Zwar ist dabei ein ordentliches GNNS- und RTK-Signal notwendig, allerdings kann der Mäher zu schwache Signale mittels seiner Kameras zumindest vorübergehend ausgleichen – gutes Licht vorausgesetzt. Das klappt dann auch sehr gut, der Mäher fährt gleichmäßige, überlappende Bahnen und lässt normalerweise nichts aus. Allerdings ist das Fahrverhalten wie schon beim Z1 Lidar etwas erratisch – bisweilen lässt der Mäher anfangs einige Bahnen weg, um sie später nachzuholen. Das kostet unnötig Zeit.

Für schmale Bereiche oder Durchfahrten nennt Roborock eine Mindestdurchfahrtsbreite von 70 cm. Im Test wollte der Q1 eine entsprechende Passage aber nicht verlässlich passieren – erst ab etwa 80 cm gelang das regelmäßig. Entsprechend wurde ein zu schmaler Streifen einer Mähzone direkt nach dem Anlernen schlicht abgeschnitten und ohne Rückfrage entfernt. Folglich wurde dort nie gemäht – trotz korrekter manueller Kartierung.

Vertikale Hindernisse soll der Rockneo Q1 bis 4 cm überwinden können, im Test schaffte er eine Dachlatte mit 3,6 cm. Gerade sehr niedrige Gegenstände stellen die Hinderniserkennung jedoch vor Probleme. Denn während sie generell eine der stärkeren Seiten des Q1 ist und viele Hindernisse umgeht oder rechtzeitig stoppt, werden sehr flache Gegenstände wie ein Gartenschlauch meist übersehen.

Schlimmer ist hingegen ein anderes Problem des Rockneo: größere Hindernisse am Rand und in die Mähfläche hängende Äste und Zweige. Denn zu beidem hält der Mäher zu großen Abstand von gerne auch mal 20, 30 oder sogar 40 Zentimetern – trotz vielversprechender Optionen wie dem Abschalten der Hinderniserkennung bei Randfahrten. Denn was nützt so eine vermeintliche Option, wenn der Mäher offensichtlich sehr wohl auch dann noch die Kameras bemüht?

Mähleistung im Alltag

Der Rockneo Q105 ist für Rasenflächen bis 500 m² ausgelegt, Roborock nennt allerdings auch eine maximale Tagesleistung von bis zu 1.000 m² unter standardisierten Bedingungen und inklusive Ladezeit. Das Schnittbild ist insgesamt ordentlich. Der Roboter schneidet die Grasspitzen regelmäßig und lässt feines Schnittgut auf der Fläche liegen. So entsteht der typische Mulch-Effekt, der den Rasen auf Dauer stärkt. Die typischen Spuren auf dem Rasen hängen von Bodenfeuchte, Mährichtung und Häufigkeit ab. Sie sind aufgrund des vergleichsweise niedrigen Gewichts des Q1 mäßig ausgeprägt. Wer solche Fahrspuren weiter reduzieren möchte, kann den Q1 die Mährichtung automatisch bei jeder neuen Aufgabe anpassen lassen. Die Lautstärke beim Mähen ist angenehm niedrig, nur das Geräusch der Fahrmotoren ist leicht zu hören, stört aber nicht weiter.

Während die Navigation bei modernen Mährobotern inzwischen kein Problem mehr ist, bleibt der Randschnitt auch in 2026 noch ein wichtiges Thema. Ohne PreciEdge-Modul arbeitet der Roboter nur an überfahrbaren Kanten ausreichend. Wo Rasen auf bündig im Untergrund liegende Weg-, ausreichend breite Randsteine oder Terrassenplatten stößt, kann der Mäher teilweise über den Rand fahren und das Messer kommt direkt bis an die Kante. An nicht überfahrbaren Rändern bleibt ein sichtbarer Streifen stehen. Aufgrund des Abstands zwischen Mähteller und äußerer Gehäusekante sind das konstruktionsbedingt rund 10 cm. Hinzu kommen dann allerdings noch einmal je nach seitlichem Hindernis gut und gerne etwa 20 bis 40 cm Sicherheitsabstand – das ist deutlich zu viel.

PreciEdge verbessert den Kantenschnitt konstruktiv deutlich, löst aber nicht das Problem des großen Sicherheitsabstands zu seitlichen Hindernissen. Das optionale Modul sorgt für eine bauartbedingte Reduzierung des Randes auf etwa 3 cm. Fährt der Roboter dann etwa an Randsteinen entlang, ist das ein deutlicher Fortschritt. Allerdings behält der Roboter natürlich auch hier seinen großen Sicherheitsabstand zu größeren Hindernissen bei, sodass insgesamt aus rund 30 bis 40 cm Rand immer noch zu breite 23 bis 33 cm Rand werden. Erschreckend, dass Roborock das trotz offensichtlicher Fortschritte in der App immer noch nicht besser hinbekommt.

Akku

Der Roborock Rockneo Q105 für Rasenflächen bis 500m² nutzt einen Lithium-Ionen-Akku mit 4 Ah. Die Laufzeit wird mit bis zu 100 Minuten angegeben, die Ladezeit liegt bei etwa 95 Minuten. Gerade letzteres ist kein Highlight, geht aber noch in Ordnung. Eine Rasenfläche von 500 m² bewältigte der Mähroboter im Test innerhalb eines Tages problemlos, die hohe Angabe des Herstellers von rund 1000 m² bezieht sich hingegen vermutlich auf 24 Stunden und beinhaltet Nachtfahrten, von denen wir dringend abraten. Mit dem Roborock Rockneo Q110 gibt es ein zweites Modell, das für Rasenflächen bis 1000m² geeignet ist und knapp 1000 Euro kostet.

Preis

Die UVP des Roborock Rockneo Q105 in Deutschland liegt bei 799 Euro, der niedrigste aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de bei 739 Euro (Stand: 07/2026). Das optionale PreciEdge-Modul kostet rund 150 Euro zusätzlich.

Fazit

Der Roborock Rockneo Q1 ist ein interessanter Einstieg in Roborocks Gartenwelt. Er verbindet kabellose Navigation per RTK, VSLAM und Stereo Vision mit einfachen Inbetriebnahme und Steuerung per App sowie solide Navigation, gute Hinderniserkennung und ein ordentliches Schnittbild.

Das größte Problem des Mähers: Der Kantenschnitt überzeugt selbst mit Zusatzmodul nur an überfahrbaren Rändern. Damit schafft sich Roborock selbst ein noch größeres Problem. Denn mit überzeugendem Randschnitt wäre der Preis trotz der zusätzlich erforderlichen RTK-Antenne noch vertretbar. In der getesteten Form ist der Q105 jedoch zu teuer – besonders zusammen mit dem optionalen Randschnittmodul. Da ist die Konkurrenz einfach entweder besser bei ähnlichen Preisen oder klar günstiger. Und eben moderner, ohne RTK-Antenne.

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This article was originally published by Heise Online.

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