Salesforce erweitert Agent Fabric für plattformübergreifende Multi-Agenten-Steuerung
Neue Funktionen umfassen AI Gateway, MCP Bridge und Trusted Agent Identity zur zentralen Orchestrierung und Governance von KI-Agenten
Auf einen Blick
- Salesforce erweitert seine Agent-Fabric-Plattform um Funktionen zur Integration, Verwaltung und Kontrolle von KI-Agenten.
- Die zentrale Neuerung ist die Integration von Agentforce Script in Agent Broker für geführte Determinismus-Orchestrierung.
- Das AI Gateway ermöglicht zentrale Steuerung von Sprachmodellen, während MCP Bridge bestehende Systeme ohne Codeänderung integriert.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Salesforce positioniert Agent Fabric als zentrale Plattform für Enterprise-KI-Agenten-Orchestrierung. Die Erweiterung überträgt Konzepte aus dem API-Management auf agentische Systeme. Die Multi-Vendor-Ausrichtung adressiert die Realität, dass Kunden nicht auf eine einzige Agenten-Plattform setzen.
Salesforce erweitert seine Plattform Agent Fabric um Funktionen zur Integration, Verwaltung und Kontrolle von KI-Agenten. Somit sollen sich mehrere Agenten über verschiedene Systeme und Plattformbetreiber hinweg zentral steuern lassen.
Die zentrale Neuerung zur Orchestrierung von KI-Agenten ist die Integration von Agentforce Script in Agent Broker. Damit überträgt Salesforce den sogenannten geführten Determinismus auf die plattformübergreifende Multi-Agenten-Steuerung. Dabei definieren Entwickler ihre Übergaben als festen Code, dazwischen übernehmen Sprachmodelle die Verarbeitung. Über eine grafische Oberfläche lassen sich alle Multi-Agenten-Workflows mittels Drag-and-Drop steuern und menschliche Freigabepunkte einsehen. Ebenfalls gibt es eine Integration von MuleSoft Vibes zur Steuerung der Abläufe in natürlicher Sprache. Unabhängige Daten zur Leistungsfähigkeit des Brokers liegen bislang nicht vor. Für die Abrechnung nutzt Salesforce die sogenannten „Agentic Work Units“. Sie erfassen Nutzung und Interaktionen, nicht aber den Geschäftswert.
Governance und Integration für Agenten
Mit dem AI Gateway führt Salesforce eine zentrale Instanz zur Steuerung von Sprachmodellen ein. Routing zwischen Modellen, Token-Budgets sowie Sicherheits- und Compliance-Vorgaben lassen sich in einem Werkzeug festlegen. Dabei bleibt die Plattform modellagnostisch. Neben vordefinierten Modellen können Unternehmen selbst gewählte LLMs anbinden. Neben Modellen von OpenAI, Anthropic oder Google lassen sich so auch eigene Sprachmodelle verwenden.
Außerdem erhält die Plattform mit MCP Bridge eine Schnittstelle zur Integration bestehender Systeme. Sie setzt vorhandene REST-APIs ohne Codeänderung als MCP-Endpunkte um. Zudem übernimmt Agent Fabric die Authentifizierung und das Rate Limiting.
Darüber hinaus führt Salesforce mit Trusted Agent Identity ein Berechtigungsmodell für KI-Agenten ein. Aktionen erfolgen im Kontext konkreter Benutzerrechte. Für kritische Vorgänge, etwa finanzielle Transaktionen oder rechtliche Freigaben, ist zudem eine Bestätigung über das Smartphone erforderlich. Zusätzlich protokolliert Agent Fabric alle Aktionen.
Externe Agenten in der Registry
Die Agent Scanner erfassen externe KI-Agenten und tragen sie in eine zentrale Registrierungsdatenbank ein. Über OAuth unterstützen sie nun Agenten von Amazon Bedrock, Microsoft Foundry und GoDaddy. Dabei regelt eine sogenannte „Controlled Registration“, welche Agenten das Tool in die Registry aufnimmt. Ebenfalls liefern MCP-Server Datenqualitäts- und Governance-Funktionen direkt aus der Registry. Alle registrierten Agenten sowie deren Richtlinien und Modellnutzung lassen sich über Dashboards einsehen.
Salesforce nennt als Praxisbeispiel eine Anbindung an den Instant-Messaging-Dienst Slack. Hier geben Anwender einen Prompt ein und anschließend wählt Agent Fabric passende Agenten oder externe Systeme über MCP-Schnittstellen aus. Das US-Unternehmen führt auch weitere mögliche Einsatzzwecke an. So sollen Anwender etwa mit KI-Unterstützung Workshops vorbereiten, Softwareanforderungen erstellen oder sich bei der Entwicklung unterstützen lassen können.
Stärkerer Fokus auf Multi-Vendor-Umgebungen
Mit den Erweiterungen in Agent Fabric überträgt Salesforce bestehende Konzepte aus dem API-Management auf agentische Systeme, darunter Gateway, Registry und Policy Engine. Gleichzeitig wolle man sich stärker auf Multi-Vendor-Umgebungen ausrichten, erklärt John Kucera, SVP Product Management bei Salesforce. Kunden würden nicht auf eine einzige Agenten-Plattform setzen. Dennoch bleibt die Agent Fabric durch die MuleSoft-Infrastruktur und das Agentforce-Script-Format eng an die Infrastruktur von Salesforce gebunden.
Bislang unklar ist die Reife der Protokolle MCP und A2A, die beide weniger als zwei Jahre alt und zwischen Anbietern uneinheitlich umgesetzt sind.
AI Gateway, MCP Bridge und Trusted Agent Identity sind ab sofort allgemein verfügbar. Die deterministische Orchestrierung im Agent Broker startet im April 2026 als Beta, mit visuellem Authoring-Canvas und Unterstützung für Salesforce-Modelle soll sie ab Juni 2026 für alle Kunden bereitstehen. Die Agent Scanner für Amazon Bedrock, Azure AI Foundry und GoDaddy sind ab sofort nutzbar, MCP-Server-Support folgt im Mai, die breitere OAuth-Integration im Juni 2026.
Ebenfalls ist Agent Fabric nun in den Serverregionen Kanada und Japan verfügbar und erlaubt den Betrieb auf MuleSoft Runtime Fabric in Private-Cloud- und On-Premises-Umgebungen.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Weitere Integrationen externer Agenten-Plattformen in die Registry
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Visuelles Authoring-Canvas wird zum Standard-Feature für Multi-Agenten-Workflows
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
MCP-Protokoll wird sich als Branchenstandard etablieren
Möglich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Wie performt der Agent Broker im Vergleich zu Wettbewerbslösungen?
- Welche genauen Kosten entstehen pro Agentic Work Unit?
- Wie entwickelt sich die MCP-Protokoll-Reife bei verschiedenen Anbietern?




