Schlag gegen Phishing-Dienst »Kratos«: Ermittler legen Infrastruktur lahm
Auf einen Blick
- Deutsche und US-Ermittler haben den Phishing-Dienst »Kratos« zerschlagen, der Hunderttausenden Opfern in über 30 Staaten Zugangsdaten gestohlen haben soll.
- Die Infrastruktur wurde lahmgelegt und der mutmaßliche Entwickler in Indonesien festgenommen.
- Kratos ermöglichte Kriminellen, täuschend echte Webseiten für Phishing-Kampagnen zu erstellen und Zwei-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Deutsche und US-Ermittler haben den weltweit größten Phishing-Dienst »Kratos« zerschlagen, der für den Diebstahl von Zugangsdaten Hunderttausender Opfer in über 30 Staaten verantwortlich war. Der Dienst bot Kriminellen einen digitalen Baukasten zur Erstellung täuschend echter Phishing-Webseiten.
Ermittlern aus Deutschland und den USA ist ein Schlag gegen einen der weltweit größten Phishingdienste gelungen. Sie legten die Infrastruktur des Dienstes »Kratos« lahm, der für den Diebstahl von Zugangsdaten Hunderttausender Opfer in über 30 Staaten verantwortlich sein soll, wie das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Montag mitteilten. Der mutmaßliche Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.
Bei Kratos handelte es sich den Angaben zufolge um einen digitalen Baukasten, mit dem Kriminelle täuschend echt wirkende Kopien von Webseiten, insbesondere von Microsoft-Authentifizierungs-Seiten, erstellen konnten. Opfern, die sich davon täuschen ließen, wurden über die manipulierten Webseiten Zugangsdaten und Passwörter gestohlen, die von den Tätern dann für weitere Straftaten verwendet wurden. Nach Angaben des BKA können das etwa weitere Phishingangriffe, der »Verkauf von Kundendaten an Dritte oder die Infiltration von Unternehmen durch die Ausbreitung über unternehmensweit genutzte Microsoft-Lösungen« sein.
Besonders gefährlich dabei: Das Kratos-System basierte darauf, dass nicht nur die jeweiligen Log-in-Daten, sondern darüber hinaus auch ein Cookie kopiert wurde. Damit ließ sich auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen.
Das Geschäftsmodell der Betreiber des Systems wird als »Phishing as a Service« bezeichnet. Gegen Bezahlung konnten Kriminelle Kratos für eigene Phishingkampagnen nutzen. Den Angaben zufolge wurde der Baukasten an mehr als 1800 Täter vermietet, die damit monatlich rund 15.000 Phishingkampagnen durchgeführt haben sollen.
Im Zuge der Aktion wurden mehr als 200 Server unschädlich gemacht. Die Ermittler geben sich zuversichtlich, die kriminelle Infrastruktur mit der Aktion komplett unschädlich gemacht zu haben. Mithilfe von Kratos unterstützte Phishingkampagnen seien dadurch nicht mehr möglich, bereits begonnene Aktionen könnten »nicht mehr fortgeführt werden«. Den Ermittlungsbehörden sei damit »erstmalig ein bedeutender Ermittlungserfolg gegen eine der weltweit gefährlichsten Phishing-as-a-Service-Gruppierungen« gelungen.
»Wer im Internet mit gefälschten Webseiten Zugangsdaten stiehlt, darf sich nicht in Sicherheit wiegen«, sagte Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime beim BKA. Er bezeichnet die erfolgreiche Aktion als »Pionierarbeit« und sagt: »Mit diesem Schlag haben wir zudem die Gefahr, dass fortlaufend Hunderttausende Internetnutzer Opfer werden, abgewehrt.«
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Mithilfe von Kratos unterstützte Phishingkampagnen werden nicht mehr möglich sein und bereits begonnene Aktionen können nicht mehr fortgeführt werden.
Sehr wahrscheinlich · Sofort
Offene Fragen
- Welche weiteren Täter wurden identifiziert?
- Wie viele Opfer konnten konkret geschützt werden?
- Welche langfristigen Auswirkungen hat die Zerschlagung auf die Phishing-Landschaft?





