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Schneibsteinhaus kämpft gegen Bettwanzenbefall
In Entwicklung
Die Welt20.06.2026Other4 dk okumaGermany

Schneibsteinhaus kämpft gegen Bettwanzenbefall

Auf einen Blick

  • Das Schneibsteinhaus kämpft mit einem Bettwanzenproblem, das Gäste und Personal zur Mithilfe aufruft.
  • Kammerjägereinsätze sind teuer, aber notwendig, da Hausmittel nicht wirken.
  • Helle Bettwäsche und spezielle Behandlungen sollen helfen, den Befall einzudämmen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Bettwanzenbefall stellt eine kostspielige Herausforderung für Berghütten dar, die spezielle Maßnahmen und die Mithilfe von Gästen erfordert. Das Problem ist weltweit verbreitet und hat auch in touristischen Zentren wie Paris für Aufsehen gesorgt.

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Im Schneibsteinhaus hängen am Eingang, im Treppenhaus, in den Zimmern und sogar auf den Toiletten Hinweise auf das Wanzenproblem. Verbunden sind sie mit der Bitte, den Rucksack – als Wanzentaxi – nicht ins Zimmer zu nehmen und den von der Hütte gestellten Schlafsack zu nutzen. Nur wenn die Gäste das Problem kennen und mithelfen, könne es bekämpft werden, sagt Hüttenwirt Stefan Lienbacher.

Sind erst einmal Wanzen im Haus, wird es teuer. An die 20.000 Euro koste ein Kammerjäger-Einsatz, sagt Gabi Schieder-Moderegger, Vorsitzende der DAV-Sektion Berchtesgaden, zu der das Schneibsteinhaus gehört. Es können aber – so hört man aus anderen Sektionen – auch 50.000 Euro werden. Der Hunde-Einsatz kostet „nur“ etwa 500 bis 2000 Euro, je nach Größe der Hütte.

Vor drei Jahren hatte das Schneibsteinhaus einen Befall. Ein Gast meldete Bisse. Zum Glück: Ehe die ganze Hütte befallen war, konnte Lienbacher den Kammerjäger holen, der befallene Matratzen unter einer Art Zelt auf 60 Grad erhitzte.

Zum Testschlaf danach kam die Sektionsvorsitzende Schieder-Moderegger: Aktion erfolgreich, kein Biss. Früher sei ein Wanzenbefall mit Schuldgefühlen behaftet gewesen, sagt sie. „Bin ich schuld, hab’ ich etwas falsch gemacht?“ Mittlerweile sei klar: Es kann jeden treffen. Letztlich hat das Problem im Tal begonnen. Denn, so DAV-Sprecherin Miriam Roth: „Die Wanze ist kein Bergtier.“

„Es gibt kein Hausmittel dagegen“

Weltweit sind Bettwanzen ein Thema. Vor den Olympischen Spielen in Paris war in Frankreich eine regelrechte Wanzen-Hysterie ausgebrochen. Aus Zügen, Kinos und anderen Orten meldeten Menschen vermeintliche oder tatsächliche Funde. Die Wanze wurde Thema im französischen Parlament. Experten warnten damals allerdings vor Übertreibung: Nicht jedes einer Wanze ähnliche Insekt ist auch wirklich eine.

Eine gute Nachricht: Die braunen, wenige Millimeter großen Tiere ernähren sich zwar von menschlichem Blut. Die Bisse können stark jucken, sind aber nicht gefährlich. „Bettwanzen übertragen keine Krankheiten. Es ist einfach lästig“, sagt Hüttenwirt Lienbacher. Ein Befall habe nichts mit Hygiene zu tun. Putzmittel machten Wanzen nichts aus. Und: „Es gibt kein Hausmittel dagegen, da braucht es Profis, die wissen, was sie tun.“

Um einen Befall schneller zu bemerken, hat das Schneibsteinhaus wie manche anderen Hütten farblich umgestellt: hellblaue Decken statt braune. „Wir haben auch die Bettlaken ausgetauscht, früher waren sie dunkel, jetzt sind sie hell“, sagt Lienbacher. „Da kann man Spuren – Blutspuren, Kotspuren, Häutungshüllen – schneller erkennen.“

Claudia Essendorfer, Wirtin der Schönfeldhütte im Mangfallgebirge, setzt auf weiße Malerfarbe am Bettgestell, um Kotspuren zu sehen. „Schwarze Punkte, das sieht aus wie ein Fliegenkot. Deshalb haben wir uns damals gar nicht so viel dabei gedacht. Inzwischen sind wir sehr sensibilisiert“, sagt sie über den einzigen Befall. „Wir putzen die Zimmer mit Stirnlampen – um die Tiere in dunklen Ecken zu finden.“

Jede Hütte ist anders und hat ihr eigenes Konzept. Am Rotwandhaus etwa heißt es: persönliche Sachen nur in Plastikkisten ins Zimmer, Hüttenschlafsack beim Check-in in die Mikrowelle. 30 Sekunden bei 600 Watt – das Küchengerät macht auch auf anderen Hütten den Krabbeltieren den Garaus.

Gerade an beliebten Fernwanderwegen, wo es von Hütte zu Hütte geht, steigt die Wanzengefahr. Solche Hütten lasse die Sektion zweimal jährlich prophylaktisch behandeln, sagt Carolin Kalkbrenner, Ressortleiterin Hütten & Wege der Sektion München. Aber: „Das Wichtigste bei der Bekämpfung von Bettwanzen ist die Mithilfe unserer Gäste.“

Offene Fragen

  • Wie verbreitet ist das Problem in anderen Hütten?
  • Welche langfristigen Auswirkungen hat der Befall auf den Tourismus?

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This article was originally published by Die Welt.

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