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Sonnenfinsternis in Spanien: Millionen erleben das Himmelsphänomen
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FAZvor 4 StundenWelt4 Min. LesezeitGermany

Sonnenfinsternis in Spanien: Millionen erleben das Himmelsphänomen

Bis zu 15 Millionen Menschen in Spanien verfolgten die totale Sonnenfinsternis. Während in Großstädten und an bekannten Aussichtspunkten Staus und Trubel herrschten, blieb es im abgelegenen Dorf La Cierva beschaulich.

Auf einen Blick

  • Bis zu 15 Millionen Menschen verfolgten in Spanien eine totale Sonnenfinsternis.
  • Während in Metropolen und Touristenhochburgen ein Großeinsatz der Polizei lief und Staus entstanden, erlebten abgelegene Orte wie La Cierva das Spektakel ruhig.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

In Spanien fand eine totale Sonnenfinsternis statt, die Millionen Menschen im Land und internationale Touristen anzog.

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Der historische Tag beginnt mit einer langen Siesta. Es ist heiß in La Cierva, mitten im „leeren“ Spanien. Danach geht es zu einem ausführlichen Aperitivo in der „Bar de los Jubilados“, der Rentnerbar, an der Plaza Mayor des kleinen Dorfes, in dessen engen Gassen die Landstraße endet. „Alles hat hier seine Ordnung, auch wenn gleich die Sonnenfinsternis beginnt“, scherzt ein Mann und trinkt am Tresen seinen gelben Kräuterlikör aus. Von der großen Aufregung über die „Eclipse total“, die Spanien überrollt, ist in dem einsamen Bergort in Kastilien-La Mancha am Mittwochnachmittag wenig zu spüren.

„Die Sonnenfinsternis erobert das Herz Spaniens“, titelt die Zeitung „El País“ am Donnerstag. Laut Schätzungen verfolgten bis zu 15 Millionen Menschen zwischen A Coruña am Atlantik und der Insel Formentera im Mittelmeer, wie der Mond bei praktisch wolkenlosem Himmel die Sonne verfinsterte. Spanische Medien überbieten sich mit Schlagzeilen wie „Hypnotische Finsternis“ (El Mundo) und „Ein Geschenk des Mondes“ (La Vanguardia). Manche sprachen von einer „Eclipsemanía“, was sich als eine Art Finsternis-Fieber übersetzen lässt.

Sonnenfinsternis als Großereignis in Spanien

Millionen machten sich dafür auf, unter ihnen Tausende Ausländer. In Madrid gab es am Mittwoch nur noch Leihwagen ab 2800 Euro pro Tag. Am Rand der Hauptstadt, in Barcelona und auf Mallorca bildeten sich lange Staus – auf dem Hin- wie auf dem Rückweg. Mehr als 35.000 Polizisten waren im Einsatz, die Verstärkung von der Armee erhielten. Doch schon bald reduzierten die Behörden die Alarmstufen, die vor allem wegen der extremen Waldbrandgefahr an dem heißen Tag ausgerufen worden waren. Nur bei Peñíscola in der Castellón verursachte ein brennendes Fahrzeug auf einem Parkplatz eines Beobachtungspunktes ein Feuer, das mehr als 30 Fahrzeuge zerstörte; es wurde schnell gelöscht.

In La Cierva riefen am Mittwoch zunächst im Seniorenclub wenige fremde Autos Beunruhigung hervor. Doch sie verschwanden schnell wieder. Die hastig angebrachten Flatterbänder waren unnötig. Die Bewohner des Dorfes blieben unter sich. Gut 20 Menschen leben das ganze Jahr dort. Im Sommer werden es dann für wenige Wochen zehnmal so viele. Jahrzehntelang blutete Spaniens Mitte durch die Landflucht regelrecht aus. Im Sommer kehren jedoch viele Familien für einige Wochen in ihr altes „pueblo“ zurück. Man kennt und hilft sich – und bleibt dabei lieber unter sich: Vertrauensvoll wenden sie sich auf der Straße an ihre Bürgermeisterin, wenn ihnen noch eine Schutzbrille für den Abend fehlt.

„Was haben wir davon? Wir brauchen diesen Werbeeffekt nicht“, sagt die aus Deutschland stammende Bürgermeisterin Christiana Scharfenberg. Sie verzichtete darauf, einen offiziellen Beobachtungspunkt einzurichten. Dann hätte sich die ehrenamtliche Bürgermeisterin um Brandschutz, Müll und Toiletten kümmern müssen. In Spanien hofft man, dass die Sonnenfinsternis dabei hilft, mehr Urlauber für den umweltschonenden Astrotourismus fernab der überfüllten Strände zu begeistern und die Besucher nach der Sonnenfinsternis wiederkommen, um länger zu bleiben. Aber es fehlen die Unterkünfte dafür. In La Cierva reicht das Geld der Gemeinde nicht, um vier Ferienwohnungen im ehemaligen Pfarrhaus schnell zu Ende zu bauen.

Playa de Palma auf Mallorca – Schon 60.000 Menschen am Nachmittag

Von der Bar ziehen die Einwohner hinauf auf die Anhöhe neben der weißen Wallfahrtskirche und auf die Nachbarhügel. Die Stimmung im Abendlicht erinnert an ein großes Familientreffen. Einige haben Decken und Klappstühle mitgebracht. Als es dann auf einmal dunkel wird, schweigen Menschen und Vögel ehrfurchtsvoll. Dann applaudieren sie der Sonne – ein Ritual, das sich überall in Spanien wiederholt.

Mit Konzerten versuchten einige größere Beobachtungspunkte, die Besucher davon abzuhalten, sich sofort gleichzeitig auf den Heimweg zu machen. Logistisch ist die Herausforderung groß, denn die rund 300 Kilometer breite Totalitätszone, erstreckte sich von Galicien bis zu den Balearen. An der Playa de Palma auf Mallorca zählte man schon am Nachmittag 60.000 Menschen. Die Parkplätze mehrerer Aussichtspunkte in der Serra de Tramuntana waren schon Stunden zuvor voll. Trotzdem gab es keine größeren Zwischenfälle, wie Innenminister Fernando Grande-Marlaska mitteilte – Spanien hatte in diesem Jahr mit dem Papst-Besuch und dem WM-Sieg schon reichlich Übung mit Großereignissen.

So verglich der Staatssekretär im nationalen Wissenschaftsministerium, Juan Cruz Cigudosa, die Sonnenfinsternis mit dem Finale einer „Astronomie-Weltmeisterschaft“, bei der Spanien wieder Sieger geworden sei. Zusammen mit vier Ministern und zwei spanischen Astronauten verfolgte er in der Sternwarte von Yebes, dem offiziellen Beobachtungszentrum, das Himmelsspektakel. Angeblich wollte auch Ministerpräsident Pedro Sánchez seinen Urlaub unterbrechen und dorthin reisen. Aber er blieb auf der Kanareninsel Formentera.

Aus den USA waren dreißig Mitarbeiter der NASA angereist. Sie machten ein halb verlassenes Dorf in der Provinz Burgos zu ihrem Hauptquartier. Für mehr als zehn Millionen Menschen übertrugen sie live, wie auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA aus dem Observatorium von Javalambre in Teruel. Vom Madrider Flughafen startete zudem am Abend ein Iberia-Sonderflug, das in 10.000 Metern Höhe in der Provinz Palencia die Totalitätszone erreichte. Die Flugnummer IB1473 eine Hommage an den Astronomen Nikolaus Kopernikus, der 1473 geboren wurde.

Die Sonnenfinsternis am Mittwoch war nur der Auftakt eines „Trios“. Am 2. August 2027 folgt eine weitere, die jedoch nur im äußersten Süden Andalusiens sowie in Ceuta und Melilla zu sehen sein wird. Am 26. Januar 2028 ist dann der „Feuerkranz“ einer ringförmigen Sonnenfinsternis zu beobachten. In La Cierva ziehen am Abend die Einwohner zufrieden die Anhöhe herunter. Am Platz vor der Bar gibt es kaum noch freie Plätze und die laue Nacht, in der in Spanien die Perseiden-Sternschnuppen den Himmel erleuchteten, ist noch lange nicht vorüber.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Am 2. August 2027 findet eine weitere Sonnenfinsternis im Süden Andalusiens, Ceuta und Melilla statt.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wie stark wird der Astrotourismus langfristig von dem Ereignis profitieren?
  • Wann werden die Ferienwohnungen in La Cierva fertiggestellt?

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This article was originally published by FAZ.

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