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Staatsverschuldung: Deutsche Bank-Stratege warnt vor strukturell erhöhter Inflation
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Staatsverschuldung: Deutsche Bank-Stratege warnt vor strukturell erhöhter Inflation

Auf einen Blick

  • Die Staatsverschuldung der größten Volkswirtschaften übersteigt das Niveau der Finanzkrise 2008/09.
  • Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid warnt vor strukturell erhöhter Inflation bis mindestens 2031 und dem Beginn des Zeitalters der Fiskal-Dominanz.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Staatsverschuldung der drei größten Volkswirtschaften (USA, China, Deutschland) übersteigt 20% der globalen Wirtschaftsleistung und liegt über dem Niveau der Finanzkrise 2008/09.

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Wer auf die globale Staatsverschuldung blickt, könnte auf die Idee kommen, die Welt mache gerade eine schlimme Zeit durch. Allein die Verschuldung der drei größten Volkswirtschaften, USA, China und Deutschland, entspricht rund 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, wie Deutsche-Bank-Chefstratege Jim Reid in einer am Dienstag veröffentlichten Kurzanalyse errechnet hat.

Damit übersteigt dieses Verhältnis das Niveau der Weltfinanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Nur einmal, in der Coronakrise, waren die drei Volkswirtschaften im Verhältnis zur globalen Wirtschaftsleistung stärker verschuldet. Einen wichtigen Unterschied zur Weltfinanzkrise gibt es jedoch: Die Schulden trugen dazu bei, das Wachstum schnell wieder anzukurbeln – die Verschuldungsquote blieb also nur kurzzeitig auf dem Extremniveau.

Heute ist die Verschuldung strukturell: Reid rechnet damit, dass das Schuldenniveau, das früher nur in Krisenzeiten erreicht wurde, bis mindestens 2031 Bestand hat. Die Analyse des Deutsche-Bank-Strategen legt nahe: Das Zeitalter der Fiskal-Dominanz hat gerade erst begonnen. Das wiederum hieße: Anleger müssen sich auf eine strukturell erhöhte Inflation in den kommenden Jahren einstellen.

Finanzexperten sprechen von fiskalischer Dominanz, wenn die Staatsverschuldung ein Ausmaß angenommen hat, das eine unabhängige Geldpolitik der Zentralbank erschwert oder gar unmöglich macht. In einem solchen Szenario kann die Notenbank auf Inflationsrisiken nicht im nötigen Umfang mit steigenden Zinsen reagieren, weil sonst eine Staatsschuldenkrise droht.

Dass die größten Volkswirtschaften bereits heute an diesem Punkt sind, würden die meisten Kapitalmarktexperten wohl verneinen. Doch der Pfad, den die USA, China und andere große Volkswirtschaften bei der Staatsverschuldung eingeschlagen haben, sollte Anlegern zu denken geben, sagt auch Reid.

Zwischen Herbst 2008 und Anfang 2009 habe sich die Welt in Aufruhr befunden: Das Bruttoinlandsprodukt brach ein, Börsen weltweit waren auf Talfahrt – und die Regierungen nahmen Schulden auf, um die zweite große Depression nach 1929 zu verhindern. Reid schreibt: „Hätte Ihnen damals jemand gesagt, dass sich die Weltwirtschaft 18 Jahre später in der Mitte eines Konjunkturzyklus befindet, vor einem potenziellen Produktivitätsboom durch KI steht – und dass die drei größten Volkswirtschaften der Welt höhere Haushaltsdefizite verzeichnen würden als auf dem Höhepunkt jener Krise, hätten Sie wahrscheinlich mit einem lauten ‚Wow!‘ reagiert.“

Dass der Aufschrei der Investoren-Community ausbleibt, führt der Stratege auf den Gewöhnungseffekt zurück: „Nach Jahren immer höherer Defizite haben wir uns an Zahlen gewöhnt, die uns früher außergewöhnlich erschienen wären.“ Es drängt sich die Frage auf, wo das Geld herkommen soll, falls die Regierungen der USA, Chinas oder Deutschlands tatsächlich eine Finanzkrise wie 2008 bekämpfen müssen.

Möglicherweise werden dann wieder Konzepte wie der „Mar-a-Lago-Akkord“ aus der Schublade geholt. Dieser sieht eine weitreichende Umschuldung bei US-Staatsbonds vor, die von Handelspartnern der USA gehalten werden – mit Laufzeitenverlängerung und Verschlechterung der Konditionen. Um den Mar-a-Lago ist es zuletzt erstaunlich still geworden. Doch er ist in der Welt – und die Investoren haben sich vielleicht schon an das Konzept gewöhnt.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Das Schuldenniveau wird bis mindestens 2031 auf dem Krisenniveau verharren.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Jahren

  • Anleger müssen sich auf strukturell erhöhte Inflation einstellen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Jahren

Offene Fragen

  • Woher kommt das Geld bei einer neuen Finanzkrise?
  • Wie reagieren Zentralbanken auf steigende Inflation bei hoher Verschuldung?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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