Steven Rattner: "The most corrupt administration in history"
Auf einen Blick
- Investor Steven Rattner criticizes the Trump administration as the "most corrupt in history" but continues to invest heavily in the US, citing its economic strength and favorable regulatory environment for Wall Street.
- He notes that despite moral objections, many on Wall Street benefited from Trump's policies, while Kamala Harris was viewed as "a communist." Rattner also discusses the Biden administration's perceived hostility to business and the ongoing boom in AI and tokenization.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Investor Steven Rattner, managing Michael Bloomberg's wealth, criticizes the Trump administration for corruption but acknowledges Wall Street's financial gains under his policies. He contrasts this with the Biden administration's perceived anti-business stance. The article highlights the current market boom driven by AI and tokenization, despite geopolitical risks.
New York. Steven Rattner ist einer der wenigen großen Investoren, die US-Präsident Donald Trump scharf kritisieren. „Meiner Ansicht nach ist es die korrupteste Administration in der Geschichte“, sagt Rattner, der das Milliardenvermögen von Michael Bloomberg verwaltet, im Podcast Handelsblatt Invest. Und doch legt er das Geld seines Auftraggebers weiter überwiegend in den USA an.
Es ist ein Spagat, den derzeit weite Teile der Wall Street vollziehen, auch wenn wenige so offen darüber sprechen wie Rattner. Der 73-Jährige ist seit 2009 CEO von Michael Bloombergs Family-Office Willett Advisors.
„Viele CEOs und Wall-Street-Manager finden Charakter, Moral und Tonalität dieser Regierung schrecklich: die Korruption, die Tweets, das Geschrei. Aber nur wenige bereuen, Trump unterstützt zu haben“, sagt Rattner, der seine Karriere in den 70er-Jahren als Journalist bei der „New York Times“ startete, bevor er in die Finanzwelt wechselte. In der Finanzkrise ernannte ihn der damalige US-Präsident Barack Obama zum „Auto-Zar“, der die staatlich geführte Insolvenz der Autohersteller General Motors (GM) und Chrysler orchestrierte.
Die Wall Street habe sich auf ein Kalkül eingelassen, das bislang aufgegangen ist. „Die Wall Street hat aus Washington in großen Teilen das bekommen, was sie wollte“, sagt Rattner. Er verweist auf eine ganze Reihe von Vorstößen der Trump-Regierung: die große Deregulierungsoffensive der US-Börsenaufsicht SEC etwa.
Unter dem von Trump installierten Behördenchef Paul Atkins verzahnt die SEC die Kryptowelt viel enger mit der traditionellen Finanzbranche. Wertpapiere sollen künftig im großen Stil in sogenannte Token umgewandelt und auf der Blockchain gehandelt und abgewickelt werden. Das soll das Trading schneller, effizienter und günstiger machen und hat einen regelrechten Tokenisierungs-Boom an der Wall Street ausgelöst.
„Auch die Bankenaufseher sind sehr branchenfreundlich, zum Beispiel wenn es um die Kapitalanforderungen geht“, sagt Rattner. Hinzu komme die Erlaubnis, dass Privatanleger ihr Altersvorsorgedepot nun auch in Private Equity und andere alternative Anlageklassen investieren können. „Das war etwas, auf das die Wall Street stark gedrängt hat“, so Rattner.
Kamala Harris, die Trump im Wahlkampf herausgefordert hatte, hielten dagegen viele an der Wall Street „für eine Kommunistin“, so Rattner. Er selbst ist Demokrat und hat als sogenannter Bundler Spenden für demokratische Kandidaten eingesammelt, vor allem für Hillary Clinton.
Michael Bloomberg, Gründer des nach ihm benannten Medienkonzerns, und ehemaliger Bürgermeister von New York, war im Jahr 2020 als ein Kandidat für die Demokratische Partei im Präsidentschaftswahlkampf angetreten. Er zog seine Kandidatur später jedoch zurück und überließ Joe Biden das Feld, der schließlich die Wahl gegen Trump gewann.
In Corporate America hatte auch Biden einen schweren Stand. Die Biden-Regierung sei als „sehr feindselig gegenüber der Wirtschaft und der Finanzwelt empfunden worden“, räumt Rattner ein. „Damit haben sie nicht ganz unrecht.“
Auf Trump zu setzen, war für die Finanzwelt indes nicht ohne Risiken. Nach dem „Liberation Day“, als die Regierung überraschend hohe Zölle gegen praktisch alle Handelspartner verhängte, brachen die Aktienmärkte drastisch ein. Es war am Ende ein Auftritt von Jamie Dimon, dem CEO von Amerikas Großbank JP Morgan Chase, der Trump zum Umlenken brachte und eine starke Erleichterungsrally auslöste.
Seit Ende März haben die Anleger auch die Sorgen rund um den Irankrieg abgeschüttelt, den die USA und Israel Ende Februar begonnen haben. In den vergangenen Wochen erreichten die großen US-Aktienindizes immer neue Rekorde. Grund dafür sind überraschend starke Unternehmensgewinne im ersten Quartal. „Ich war optimistisch, aber nicht optimistisch genug“, sagte der unabhängige Kapitalmarktexperte Ed Yardeni Mitte Mai.
Der renommierte Analyst, für seinen optimistischen Ausblick auf die US-Aktienmärkte bekannt, hob seine Jahresendprognose für den S&P 500 auf 8250 Punkte an. Das wäre ein Plus von zehn Prozent zum Schlusskurs vom Freitag. Yardeni war ursprünglich davon ausgegangen, dass der S&P Ende Dezember bei 7700 Zählern stehen würde.
Zusätzliche Impulse erwarten Anleger durch den Mega-Börsengang von SpaceX, der für den 12. Juni terminiert ist. Mit einem erwarteten Börsenwert von 1,75 Billionen soll es der größte Börsengang aller Zeiten werden. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) sorgt für weitere Impulse. OpenAI, Anbieter des KI-Dienstes ChatGPT, drängt ebenfalls an die Börse, genauso wie Konkurrent Anthropic.
Nachdem der Strategie-Report von Mario Draghi Ende 2024 veröffentlicht wurde, „hat es einen Moment gegeben, wo wir dachten: Jetzt bewegt sich was“, erinnert sich Rattner. Der frühere EZB-Chef hatte im Auftrag der EU-Kommission einen viel beachteten Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit Europas vorgelegt.
Doch passiert sei seitdem immer noch zu wenig, kritisiert Rattner. Das gelte für den Fortschritt bei der geplanten Bankenunion in Europa ebenso wie für die Produktivität, die hinter der in den USA zurückbleibe. Hinzu kämen die Risiken durch die Kriege in der Ukraine und im Iran.
An den USA dagegen käme derzeit niemand vorbei. Rattner investiert stark in KI, auch in Unternehmen, die noch nicht an der Börse sind. „Schon seit gut 15 Jahren sind wir der Meinung, dass die USA das beste Haus in einem schlechten Viertel sind. Und an dieser Sicht hat sich wenig geändert“, betont der Chef von Willett Advisors. „Ich streiche nicht die größte Volkswirtschaft der Welt von meiner Investitionslandkarte, nur weil die persönliche Korruption in der Regierung deutlich zugenommen hat. Das allein ist kein Grund, alles hinzuschmeißen und zu gehen.“
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
SpaceX IPO will be the largest in history.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
S&P 500 will reach 8250 points by year-end.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Continued strong performance in AI-related stocks.
Sehr wahrscheinlich · Mittelfristig
Offene Fragen
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