Strache-Prozess: Freispruch für Ex-FPÖ-Chef
Auf einen Blick
- Der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wurde im Prozess um eine angebliche Parteispenden-Affäre freigesprochen.
- Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, versucht zu haben, sich eine Versicherungssumme auszuzahlen zu lassen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Prozess gegen Heinz-Christian Strache drehte sich um den Vorwurf, er habe versucht, sich eine Versicherungssumme aus Parteigeldern auszahlen zu lassen. Strache und ein Mitangeklagter wurden freigesprochen.
Laut Staatsanwaltschaft soll der 57-Jährige versucht haben, sich eine Versicherungssumme im Wert von Hunderttausenden Euro auszahlen zu lassen, die von der Wiener FPÖ finanziert und auch eigentlich seiner Partei zugestanden hätte. Dabei sei es niemals angedacht gewesen, dass Strache auf diese Weise eine Art Pension aus dem Parteivermögen erhalte, so die Anklage.
Strache und ein zweiter – ebenfalls freigesprochener – Angeklagter hatten die Vorwürfe bestritten: Die Versicherung sei von Anfang an von der Partei nicht als klassische Lebensversicherung, sondern als Rentenvorsorge konzipiert gewesen, falls die politische Karriere plötzlich ende. Strache behauptete, dass Protokolle aus Vorstandssitzungen »verschwunden« seien, die seine Version bestätigen könnten.
Intransparente Finanzen
Im Prozess hatten aktuelle Kader der FPÖ als Zeugen ausgesagt, etwa Dominik Nepp, der Chef der »Freiheitlichen«. Entlastet hat ihn keiner seiner politischen Ziehsöhne. Strache hörte deren Aussagen mit versteinerter Miene an und sagte später, wie »enttäuscht« er sei.
Im Laufe des Prozesses zeigte sich, wie intransparent die FPÖ in Gelddingen verfährt. Strache zufolge wurden zumindest im Finanzausschuss der Wiener FPÖ Vorgänge teils bewusst nicht niedergeschrieben. »A Schrifterl ist a Gifterl«, sagte der Ex-Vizekanzler, das seien »die Vorgaben der Altvorderen« gewesen.
Im Rahmen des sogenannten Ibiza-Skandals 2019 hatte Strache seine Regierungs- und FPÖ-Funktionen niedergelegt. In dem heimlich gefilmten Video wirkte er im Kreis von Vertrauten und einer vorgeblichen Oligarchin käuflich. Mehr dazu lesen Sie hier.
Vor dem Urteilsspruch wollte Strache sich nicht zum Prozess äußern. »Kein Kommentar«, sagte er dem SPIEGEL. Gesprächiger war der frühere Sportminister, als es um den WM-Auftritt der österreichischen Mannschaft ging. Er drücke dem Team zum Spiel gegen Spanien »die Daumen«. Die Begegnung findet am Abend statt.
Offene Fragen
- Wie transparent sind die Finanzen der FPÖ wirklich?
- Was geschah mit den angeblich verschwundenen Protokollen?




