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TotalEnergies will deutsche Offshore-Windflächen loswerden
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Tagesschau Wirtschaft18.05.2026Energy4 dk okumaGermany

TotalEnergies will deutsche Offshore-Windflächen loswerden

Auf einen Blick

  • TotalEnergies will offenbar Milliarden-schwere Offshore-Windflächen in Nord- und Ostsee loswerden.
  • Das Unternehmen fordert Geld vom Staat zurück und will künftige Nachfolger entschädigen.
  • Dies könnte die Energiewende verzögern.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Total Energies had invested billions in German offshore wind farm areas in recent years. The company now faces challenges due to grid expansion delays and changing economic conditions, leading to a desire to divest.

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Es war Anfang Mai, als die Stimmung im Bundesverband der Offshore-Wind-Branche (BWO) merklich kippte. Auf einer internen Sitzung sollen Vertreter von Total Energies offen ausgesprochen haben, was viele schon lange vermuteten: Das Unternehmen möchte Windpark-Flächen in der deutschen Nord- und Ostsee loswerden. 2023 hatte Total noch in einer spektakulären Auktion fast sechs Milliarden Euro für die Flächen geboten. Und 2024 nochmal mit fast zwei Milliarden Euro nachgelegt. Damals unterlegene Bieter könnten ihm gerne Angebote unterbreiten, soll der Vertreter von Total in der Sitzung im Mai gesagt haben - so berichten es andere Teilnehmer gegenüber NDR und Süddeutscher Zeitung. Doch die sollen brüsk abgelehnt haben.

Total Energies war mit seinen Milliardengeboten vor drei Jahren quasi über Nacht zu einem Schwergewicht der deutschen Windbranche aufgestiegen. Auf den Flächen sollen sich einmal Windräder mit einer Kapazität von zusammen 7,5 Gigawatt drehen. Zum Vergleich bis jetzt sind vor den deutschen Küsten Windräder mit einer Kapazität von weniger als 10 Gigawatt in Betrieb. Wenn Total nun aussteigt, steht also auch der Erfolg der deutschen Energiewende auf dem Spiel.

Forderungen an den Staat?

Wie sich Total dennoch einen Ausstieg vorstellt, hat das Unternehmen nun in einem internen Diskussionspapier skizziert. Das Dokument liegt NDR und SZ vor. Demnach könnten "einzelne Projekte aus den Auktionsrunden 2023 bis 2025 voraussichtlich nicht realisiert" werden. Als Grund führt das Unternehmen die Verzögerungen im Netzausbau und Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Das Unternehmen möchte seine Flächen deshalb zurückgeben und fordert sogar noch Geld vom Staat zurück.

Konkrete Fragen hierzu ließ der Konzern unbeantwortet. Schriftlich teilte ein Sprecher mit, dass das Unternehmen bereits viel in die Umsetzung seiner Offshore-Wind-Projekte investiert habe: "Unsere Priorität ist und bleibt die Entwicklung der Flächen". Es sei ein Vorschlag zum Umgang mit den entstandenen Verzögerungen.

Gebaut sind die Projekte von Total noch lange nicht. Bisher hat das Unternehmen lediglich zehn Prozent der Gebotssumme bezahlt - also knapp 800 Mio. Euro - und eine Sicherheitsleistung hinterlegt in Höhe von 750 Mio. Euro. Genau diese Sicherheitsleistung möchte Total jetzt zurückbekommen. Zusätzlich möchte das Unternehmen dem Papier zufolge eine Art Abschlag von seinem Nachfolger kassieren - für die Voruntersuchung der Fläche.

Die Folgen eines Ausstiegs wären für die Energiewende dramatisch. Nicht nur weil die Flächen von Total vorerst nicht weiterentwickelt würden. Die nächsten Auktionen stehen frühstens im kommenden Jahr an. Zudem sind die Erträge aus den zurückliegenden Offshore-Auktionen bereits verplant. 90 Prozent des Geldes soll dafür genutzt werden, die Netzentgelte - und damit die Strompreise zu deckeln. Sollte der Vorschlag von Total Energies Realität werden, würden die bereits eingeplanten mehr als sieben Milliarden Euro dafür fehlen. Eine erhebliche Verzögerung des Netz-Ausbaus dürfte die Folge sein.

Bundeswirtschaftsministerium reagiert gelassen

Ein Sprecher des Stromnetzbetreibers TenneT teilte auf Anfrage mit, man beobachte die Entwicklung mit Sorge. Gelassener blickt man im Bundeswirtschaftsministerium auf den Vorstoß. Das entsprechende Gesetz regele schließlich "eindeutig, dass ein Zuschlag nicht zurückgegeben werden darf", erklärt ein Sprecher auf Anfrage. Derzeit habe man keinen Grund, an der Realisierung des Projekts zu zweifeln.

Tatsächlich sieht auch das Wind-See-Gesetz vor, dass Vertragsstrafen gezahlt werden müssen, wenn definierte Meilensteine gerissen werden. Im Falle der Flächen von Total wären die Meilensteine aber frühstens im Herbst 2027 zu erreichen. Erst dann könnten Vertragsstrafen verhängt oder die Projektrechte entzogen werden. Eine vorzeitige Rückgabe sieht das Gesetz derzeit nicht vor. Der Vorstoß von Total soll im Verband der Offshorebranche heftige Diskussionen ausgelöst haben.

Dennoch finden sich die zentralen Forderungen in einem Kompromissvorschlag, den der BWO am Dienstag verabschieden will. Ein entsprechender Entwurf liegt NDR und SZ ebenfalls vor. Lediglich in zwei Punkten weicht die Abstimmungsvorschlag von den Forderungen von Total Energies ab. Demnach sollen Unternehmen, die Flächen zurückgeben, nicht erneut auf diese Flächen bieten dürfen. Und sie sollen ihre Erkenntnisse aus den millionenschweren Voruntersuchungen nicht an die künftigen Projektierer verkaufen dürfen, sondern diese an die Bundesnetzagentur abtreten. Der BWO will den Stand der Diskussionen nicht vor der Abstimmung kommentieren.

Was macht BP?

Und es könnte noch Ärger kommen: Denn auch bei BP, dem zweiten großen Energiekonzern, der bei der Auktion 2023 Flächen für Milliarden-Summen gekauft hat, verdichten sich die Anzeichen, dass das Unternehmen seine Projekte nicht bauen wird. BP hatte das Offshoregeschäft bereits im vergangenen Jahr an ein Joint Venture ausgegliedert. Sowohl das Büro der neuen Firma in Berlin als auch in das in Hamburg befinden sich nach Berichten von Brancheninsidern in Auflösung. In Hamburg sei sogar schon der Mietvertrag gekündigt. An beiden Standorten seien nur noch einzelne Mitarbeiter angestellt. Jera Nex BP lies eine Anfrage hierzu unbeantwortet.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • The German government will likely enforce existing laws, preventing Total Energies from simply returning the areas without penalty.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Negotiations between Total Energies, the BWO, and the government will lead to a complex compromise, possibly involving some financial concessions but not a full refund of initial payments or security deposits.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • The delay in offshore wind development will have a tangible negative impact on Germany's renewable energy targets and potentially lead to higher electricity prices in the medium term.

    Sehr wahrscheinlich · Mittelfristig

Offene Fragen

  • Will Total Energies succeed in returning the areas and reclaiming funds?
  • What will be the exact impact on German electricity prices and grid expansion timelines?
  • Will BP also withdraw from its projects?
  • How will the German government and regulatory bodies respond to the BWO's compromise proposal?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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