Überblick zu aktuellen Berichten und Recherchen
Von Stalins Rehabilitierung in Russland über das Todesurteil gegen Baschar al-Assad bis hin zu Hitlers Unterstützerinnen
Auf einen Blick
Ein redaktioneller Überblick beleuchtet die Rehabilitierung Stalins in Putins Russland, das Todesurteil gegen den syrischen Ex-Diktator Baschar al-Assad, Probleme bei der Klimakrise in Deutschland sowie die Rolle von Frauen im Nationalsozialismus.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Artikel bündelt verschiedene journalistische Hintergrundberichte und Analysen zu internationalen und gesellschaftlichen Themen.
Stalin steht für Terror, Lager und Millionen Opfer. Im Russland Wladimir Putins wird der Diktator jedoch zunehmend als starker Staatsführer und Sieger über Hitler inszeniert – seine Verbrechen verschwinden dabei gern aus dem Bild, schreiben meine Kolleginnen Ann-Dorit Boy und Christina Hebel (hier mehr dazu ). Etwa 130 Stalin-Denkmäler sind in Russland errichtet worden, die meisten während Putins Herrschaft.
Wie konnte aus dem Massenmörder wieder eine Identifikationsfigur werden? Und warum passt Stalin so gut zu einem Regime, das den Staat für unfehlbar erklärt und Kritik an seiner Vergangenheit unterdrückt? »Mittlerweile lässt Putin die Menschenrechtler und Historiker, die sich mit den Verbrechen Stalins beschäftigen, genauso kriminalisieren, wie er es mit politischen Gegnern macht«, sagt meine Kollegin Ann-Dorit.
Sommer klingt erst einmal nach Freibad, Eis und langen Abenden im Freien. Doch wenn die Hitze wochenlang bleibt und der Regen ausfällt, wird daraus allerdings schnell eine Gefahr – für Kranke, für Flüsse, für die Wirtschaft und für alle, die in aufgeheizten Städten leben.
Juni und Juli waren in Europa so heiß wie noch nie seit Beginn der Messungen. Die Politik gelobt dann regelmäßig Besserung. Wirklich. Doch wenn die Temperaturen sinken, verschwindet meist auch der Handlungsdruck – bis zur nächsten Hitzewelle.
Mein Kollege Gerald Traufetter hat sich angesehen, warum Deutschland bei der Anpassung an die Klimakrise nur sehr langsam vorankommt. Seine Beispiele zeigen: Es mangelt nicht an Warnungen; die größten Probleme sind Kompetenzwirrwarr, Überforderung und die fehlende Bereitschaft, rechtzeitig zu planen.
Der frühere syrische Diktator Baschar al-Assad ist in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Für viele Syrerinnen und Syrer, die auf Gerechtigkeit für die Verbrechen des Assad-Regimes hoffen, ist das eine historische Nachricht – auch wenn Assad weiter in Moskau lebt und offen ist, ob er jemals tatsächlich zur Rechenschaft gezogen wird (lesen Sie hier mehr).
Auch Atef Najib, Assads Cousin und früherer Geheimdienstchef in Daraa, wurde zum Tode verurteilt. Er sitzt immerhin in einem Gefängnis in Damaskus. Ich habe im Mai den Auftakt seines Prozesses in der syrischen Hauptstadt verfolgt, damals sprach Najib mit so viel Selbstbewusstsein, als wäre er immer noch der Chef .
Angehörige der Menschen, die bei der brutalen Niederschlagung der Proteste in Daraa 2011 getötet wurden, nehmen die Nachricht mit besonderer Genugtuung auf. Ramzi Abu Nabut hat seinen Bruder verloren. Als ich ihn im Mai traf, sagte er mir: Sollte Atef Najib nicht zum Tode verurteilt werden, würden die Menschen in Daraa einfach eine neue Revolution starten.
Heute schickt er mir per WhatsApp ein Foto: Ramzi Abu Nabut steht im weißen Hemd vor dem Justizpalast in Damaskus, lächelt in die Kamera und zeigt das Peace-Zeichen. Neben ihm hält ein Verwandter ein Bild seines Bruders in die Höhe.
In seiner Sprachnachricht ist die Aufregung deutlich zu hören: »Heute ist für uns ein Festtag. Wir sind sehr glücklich. Die Revolution hat gesiegt.«
Ob das neue Syrien unter Präsident Ahmed al-Sharaa eine Zukunft hat, wird auch davon abhängen, ob die Aufarbeitung gelingt. Vierzehn Jahre lang haben Menschen im Land höchst unterschiedliche Erfahrungen mit Krieg, Gewalt und Herrschaft gemacht. Einen Weg zu finden, der Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung ermöglicht, wird eine der schwersten Aufgaben der neuen Führung sein.
Lesen Sie hier mehr: Syriens Ex-Diktator Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt
Okay, es ist etwas seltsam, eine Geschichte über Hitlers Fangirls als Lieblingsgeschichte auszuwählen, aber der Text meines Kollegen Frank Thadeusz hat mich viel Neues gelehrt – und vor allem Verstörendes. Frauen waren keineswegs bloß Zuschauerinnen: Ihre Unterstützung und ihre Stimmen trugen zum Aufstieg Hitlers und der NSDAP bei. Doch was machte ihn für sie so anziehend?
»Trotz seiner bescheidenen Kleidung, seines zurückhaltenden und kühlen Wesens in der Gesellschaft gefiel Adolf den vorbeipromenierenden Damen so sehr, dass mitunter sogar die eine oder andere den Kopf nach ihm umwandte«, notierte sein Wiener Jugendfreund August Kubizek im Jahr 1953.
Auch meinem Kollegen ist die Verwunderung darüber anzumerken: »Wie um alles in der Welt wurde aus dem verklemmten Hagestolz mit Oberlippenbart ein Verführer, der Frauen reihenweise in Verzückung versetzte?«
Die Geschichte handelt deshalb nicht nur von Hitler. Sie zeigt auch, wie Propaganda, Inszenierung und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit politische Anziehungskraft erzeugen können – mit verheerenden Folgen.
Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Hitlers Fangirls
Künstliches Haar, echter Bauch: Die US-Schauspielerin Anne Hathaway, 43, ist schwanger, ihr Babybauch war im Netz trotzdem Anlass für Skepsis. Die Schauspielerin reagierte standesgemäß: mit einer Videocollage aus dem Styling und dem Hinweis, die Frisur sei zwar künstlich, der Bauch aber echt. Eine elegante Erinnerung daran, dass man bei fremden Schwangerschaften weder Detektiv noch Kommentator sein muss. Kind Nummer drei kam laut der Schauspielerin als angenehme Überraschung daher. Zu »Access Hollywood« sagte sie: »Natürlich hofft man immer. Aber ab einem gewissen Alter sind das vielleicht noch ein, zwei Prozent Hoffnung (…) wir sind überglücklich, weil wir aus persönlicher Erfahrung wissen, dass so etwas nicht selbstverständlich ist.«
Würde ich etwas für die Ohren empfehlen. In der arabischen Welt, über die ich vor allem berichte, wird gerade das neue Album von Cairokee gefeiert. Vier Jahre hat sich die ägyptische Band aus Kairo dafür Zeit gelassen. Die Gruppe ist dafür bekannt, gesellschaftliche Themen anzusprechen, ohne belehrend zu wirken; in Ägypten gilt Frontmann Amir Eid vielen jungen Menschen als Stimme ihrer Generation.
Cairokee verbindet Indie-Rock, Pop, Hip-Hop und arabische Klänge. Bekannt wurde die Gruppe während der ägyptischen Revolution 2011: Ihr Song »Ya El Midan« , aufgenommen mit Aida El Ayoubi, wurde zur Hymne des Tahrir-Platzes – ein Lied über Solidarität und Zusammenhalt.
Offene Fragen
- Wird Baschar al-Assad jemals nach Syrien ausgeliefert?
- Wie stark verschärfen sich künftige Hitzewellen in Deutschland?





