UNICEF: Kinder im Sudan Ziel von Angriffen
Auf einen Blick
- UNICEF berichtet von zunehmenden Angriffen auf Kinder im Sudan, besonders in Obeid.
- Seit Kriegsbeginn wurden mindestens 5000 Kinder getötet oder verstümmelt.
- Die Gewalt eskaliert weiter, mit jüngsten Drohnenangriffen, die Zivilisten töteten.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Seit April 2023 kämpfen die sudanesische Armee und die RSF um die Vorherrschaft im Sudan. Dies hat zur größten humanitären Krise der Welt geführt.
Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung in Obeid, dem Hauptort von Nordkordofan. Um die als Knotenpunkt für Geflüchtete und humanitäre Hilfe wichtige Stadt hätten die Angriffe zuletzt deutlich zugenommen. Seit Mai wurden dort demnach mehr als 18 Kinder getötet und mehr als 17 Kinder verletzt. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei Monaten und 17 Jahren alt. Rund 60 Prozent dieser Opfer sind den Berichten zufolge auf Drohnenangriffe zurückzuführen.
»Kinder geraten in einen unaufhörlichen Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung und Not«, sagte der Unicef-Leiter im Sudan, Sheldon Yett. »Für viele Kinder gibt es keinen sicheren Ort mehr. Sie werden in ihren Häusern, auf den Straßen, auf Märkten und beim Versuch, Schulen und Gesundheitszentren zu erreichen, getötet oder verletzt. Kinder dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Ihr Leben, ihre Rechte und ihre Zukunft müssen geschützt werden.«
Größte humanitäre Krise der Welt
Nach Unicef-Angaben wurden seit Kriegsausbruch mindestens 5000 Kinder getötet oder verstümmelt, wobei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen sei. Im Sudan kämpfen seit April 2023 die sudanesische Armee und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) um die Vorherrschaft. Seit dem Ausbruch des Krieges ist nach Schätzungen über ein Fünftel der 50 Millionen Sudanesen auf der Flucht, der Großteil davon als Binnenvertriebene im eigenen Land. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. Es handelt sich um die derzeit größte humanitäre Krise der Welt.
Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Erst am Dienstag meldeten Aktivisten, dass durch Drohnenangriffe 15 Zivilisten getötet worden seien. Ein Angriff ereignete sich nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Emergency Lawyers vom Dienstag am Montag, ein weiterer am Dienstagmorgen. Die Gruppe, die Verbrechen im Konflikt zwischen der sudanesischen Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo dokumentiert, machte keine Angaben dazu, wer hinter den Angriffen steckt.
Das Ziel der Angriffe in Gebieten der südlichen Region Nordkordofan waren den Angaben zufolge Fahrzeuge. Am Montag wurde demnach ein Fahrzeug mit Hochzeitsgästen getroffen und am Dienstag ein Fahrzeug, das Wasser transportierte. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Weder das sudanesische Militär noch die RSF-Miliz äußerten sich zunächst.
Offene Fragen
- Wer steckt hinter den jüngsten Angriffen?
- Wie können Kinder besser geschützt werden?




