US-Diplomatie im Libanon: Bemühungen um Hisbollah-Entwaffnung und Frieden mit Israel
Auf einen Blick
- US-Diplomaten bemühen sich im Libanon um Hisbollah-Entwaffnung und Frieden mit Israel.
- Eine Sicherheits-Rahmenvereinbarung sieht Pilotzonen im Südlibanon vor.
- Hisbollah lehnt Waffenabgabe ab, was den Prozess gefährdet.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
US-Diplomaten versuchen seit Monaten, den Libanon aus Irans Einfluss zu lösen, die Hisbollah zu entwaffnen und Frieden zwischen Libanon und Israel zu schaffen.
Das Bohren dicker Bretter ist eigentlich nicht die Sache von US-Präsident Donald Trump. Doch im Krisenland Libanon tun Trumps Diplomaten seit Monaten genau das. Die Ziele sind komplex und ambitioniert: den Libanon aus der Umklammerung durch Iran lösen, die Hisbollah-Miliz - Irans Stellvertreterin im Libanon - entwaffnen, Frieden zwischen dem Libanon und Israel schaffen.
In Beirut setzen die USA auf zwei Akteure, die ähnliche Ziele haben: Präsident Joseph Aoun und Regierungschef Nawaf Salam. Den Kurs der beiden unterstützten viele Libanesen, sagt Anwar Mhajne von der Universität Harvard: "Die wirtschaftliche Lage, der Krieg, der ewige Konflikt mit Israel - das hat die Libanesen müde gemacht."
Eine Rolle spiele auch, dass die Hisbollah nach der Hamas-Attacke auf Israel vor drei Jahren das Nachbarland angegriffen hat. "Die Libanesen frustriert es, dass die Hisbollah die palästinensische Frage - Gaza - vor die Interessen der Libanesen stellt."
"Pilotzonen" im Südlibanon
Vergangenen Monat einigten sich Israel, der Libanon und die USA auf eine Sicherheits-Rahmenvereinbarung. Sie sieht die Schaffung sogenannter Pilotzonen im Süden des Libanon vor. Die israelische Armee soll sich von dort zurückziehen, dann soll die libanesische Armee einrücken, die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah zurückdrängen. Dieser schrittweise Vorgang hat gerade begonnen.
Der Prozess der Annäherung zwischen dem Libanon und Israel könnte aber jederzeit zusammenbrechen. Die Hisbollah lehnt es strikt ab, ihre Waffen abzugeben. Israel macht das aber zur Bedingung für einen größeren Truppenabzug. Und ob die libanesische Führung mächtig genug ist, eine Entwaffnung durchzusetzen, ist fraglich.
"Es ist schwierig, einen wichtigen nicht-staatlichen Akteur, der irgendwann ein Teil des Staates wurde, zu entmilitarisieren", erklärt Nahostexpertin Mahjne. Da brauche es großen Druck auf die Hisbollah. "Wenn der Iran geschwächt ist, ist auch die Hisbollah geschwächt. Wie schwach ist sie? Und wie stark ist der libanesische Staat, um verhindern zu können, dass sie wieder zu Kräften kommt?"
Interessen der USA im Blick
Würden Israels Truppen im Libanon den Rückwärtsgang einlegen, zumindest stellenweise, würde das die Position von Präsident Aoun und Regierungschef Salam gegenüber der Hisbollah stärken. Laut einem Medienbericht verlangte Trump kürzlich vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, er solle seine Armee aus dem Libanon und Syrien abziehen.
Da spiele auch der Krieg gegen den Iran mit rein, so Dan Arbell von der American University in Washington: "Wenn Trump glaubt, ein israelischer Abzug könnte dabei helfen, die Iraner dazu zu bekommen, sich auf seine Forderungen einzulassen - dann wird er überhaupt nicht davor zurückschrecken, Israel darum zu bitten."
Auch wenn Trump häufig impulsiv ist und je nach Tageslaune handelt: Den Status als engster Buddy des Präsidenten im Nahen Osten scheint Netanjahu mittlerweile verloren zu haben. Laut Arbell geht es da auch um das Gefühl von Trump und seinen Beratern, dass sie auf der Grundlage falscher Annahmen, die Netanjahu machte, in den Krieg gegen Iran hineingezogen worden seien - etwa mit dem Argument, dass ein Angriff zu einem Regimewechsel in Iran führen werde. "Das ist aber nicht passiert."
Der libanesische Präsident Aoun hofft, dass Trump jetzt Druck auf die Israelis macht. Genau dafür wird er heute im Weißen Haus werben.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Libanesischer Präsident Aoun wird im Weißen Haus für Druck auf Israel werben.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Stunden
Offene Fragen
- Ist die libanesische Führung mächtig genug, die Hisbollah zu entwaffnen?
- Wie stark ist die Hisbollah tatsächlich geschwächt?
- Wird Trump Netanjahu zum Truppenabzug bewegen können?






