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US-iranische Spannungen: Angriffe, Waffenstillstand und neue Verhandlungen
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Die ZeitgesternWelt6 Min. LesezeitGermany

US-iranische Spannungen: Angriffe, Waffenstillstand und neue Verhandlungen

Auf einen Blick

  • Israel und die USA griffen am 28.
  • Februar den Iran an; Ajatollah Chamenei wurde getötet.
  • Später vereinbarten Iran und USA Waffenstillstand und verhandeln über Schifffahrt in Hormus.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Am 28. Februar starteten Israel und die USA einen gemeinsamen Angriff auf den Iran. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen. Seitdem gab es wechselnde Angriffe, Waffenstillstandsverhandlungen und Öltanker-Vorfälle in der Straße von Hormus.

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Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.

Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet. Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.

Der Iran und die USA haben sich am 8. April auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die USA stellten ihre Angriffe unter der Bedingung ein, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet. Seit dem 13. April blockiert das US-Militär iranische Häfen an der Straße von Hormus.

Am 21. April kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Waffenruhe zu verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zum Kriegsende vorlegt.

Am 15. Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.

Nach Angriffen auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus nahmen die USA die Angriffe auf den Iran am 7. Juli wieder auf.

Alexander Eydlin

US-iranische Verhandlungen gehen laut Trump weiter

US-Präsident Donald Trump zufolge werden derzeit Gespräche zwischen dem Iran und den USA geführt – entgegen anderslautenden Mitteilungen aus Teheran. Die Gespräche mit dem Iran »laufen gerade«, sagte Trump im Oval Office. Für den Iran sei es die »letzte Chance, ein gutes Dokument zu unterzeichnen«.

Dem Iran warf Trump vor, Verhandlungen zu dementieren, die »stundenlang« stattfinden würden. Die Gespräche würden auf Bitten des Regimes in Teheran sowie der US-Verbündeten im Golf geführt, behauptete der US-Präsident weiter.

US-Präsident Donald Trump im Oval Office. Jim Watson/AFP/Getty Images

Zuletzt hatte Trump einen für das Wochenende erwarteten neuen Großangriff auf den Iran mit Verweis auf angebliche Bitten der Golfstaaten, es mit weiteren Verhandlungen zu versuchen, nach eigenen Angaben abgesagt. Der Iran teilte hingegen heute Morgen mit, es fänden derzeit keine Gespräche mit den USA statt.

Alexander Eydlin

Trump fordert »Abkommen« oder »Kapitulation« des Iran

US-Präsident Donald Trump hat erneut bekräftigt, den Iran zu einem endgültigen Friedensabkommen bewegen zu wollen. Die US-Seeblockade gegen iranische Häfen werde fortgesetzt, bis es »ein Abkommen oder eine vollständige Kapitulation« des Regimes in Teheran geben werde, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Die iranische Führung bezeichnete der US-Präsident dabei als »unglaublich doppelzüngig«. Der Iran würde um Gesprächstreffen »betteln« und anschließend »offen und stolz« mitteilen, dass es keine Verhandlungen gebe. Damit reagierte Trump offenbar auf eine Mitteilung des iranischen Außenministeriums. Dieses hatte am Morgen mitgeteilt, es werde derzeit nicht mit den USA verhandelt.

Anna-Lena Schlitt

Iran und Oman planen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus

Der Iran verhandelt eigenen Angaben zufolge mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Dabei gehe es um einen Rundkurs statt mehrerer separater Fahrrinnen, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Diese neue Schiffsroute könnte vorübergehend genutzt werden, bis es eine endgültige Regelung gebe.

Derzeit meiden Tanker zunehmend die Straße von Hormus. Stringer/Reuters

Nach dem vorgeschlagenen Modell fahren Tanker oder Frachtschiffe auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus ein. Nachdem die Schiffe Häfen im Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen haben, nutzen sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer.

Der Iran könnte auf diese Weise kontrollieren, welche Schiffe aus welchen Ländern in die Straße von Hormus einfahren.

Mathis Gann

Iran führt derzeit keine Verhandlungen mit den USA

Die iranische Führung führt eigenen Angaben zufolge aktuell keine Verhandlungen mit den USA. »Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten«, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, in Teheran. Gespräche führe der Iran hingegen mit dem Oman, sagte Baghai. Dabei gehe es darum, »die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern«.

US-Präsident Donald Trump hatte für Montagnachmittag neue Gespräche mit dem Iran angekündigt. Nähere Angaben zum Ort oder den Teilnehmern machte er jedoch nicht.

Annika Benzing

Iran richtet zwei Menschen wegen angeblicher Spionage für Israel hin

Im Iran sind erneut zwei iranische Staatsangehörige hingerichtet worden. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Den beiden Männern wurde Spionage und Zusammenarbeit mit Israel vorgeworfen. Nach Angaben der iranischen Justiz sollen sie Militärkoordinaten und Sicherheitsinformationen an Israel übermittelt haben.

Die beiden Exekutionen sind die jüngsten einer Reihe von Hinrichtungen gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner des iranischen Regimes. Amnesty International sprach bereits vergangene Woche von einer »Eskalation« der Hinrichtungen im Iran.

Vera Sprothen

Öltanker meiden weiterhin wichtige Meerengen

Ein Frachtschiff war am 25. Juli in der Meerenge Bab al-Mandab zu sehen. Seitdem hat sich der Schiffsverkehr dort verlangsamt. Khaled Ziad/AFP/Getty Images

Das Risiko, von iranischen Streitkräften oder proiranischen Huthi-Milizen im Jemen beschossen zu werden, behindert weiter den Öltransport im Nahen Osten. Am Wochenende haben Daten des Schiffsdatendienstes Kpler zufolge nur zwei mit saudischem Öl beladene Tanker das Rote Meer verlassen. Die Schiffe passierten die Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste demnach mit abgeschalteten Transpondern. Die Zahl der Frachtschiffe durch die Straße von Hormus sank den Daten zufolge von 19 auf zehn.

Simon Sales Prado

Trump nennt weitere Hintergründe zu abgesagten Angriffen

US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende nach eigenen Angaben auf Drängen seiner Verbündeten in der Golfregion auf neue Angriffe gegen Iran verzichtet. Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihn dazu bewegt, die Pläne zu stoppen, sagte er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One.

Trump wiederholte seine Aussage, wonach auch iranische Vertreter ihn um eine diplomatische Lösung gebeten hatten – der Iran hatte dies bereits zurückgewiesen. Eine sich anbahnende Einigung hätte ihn von neuen Angriffen abgehalten, sagte Trump. Die geplante Vereinbarung sehe die Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums teilte mit, die Meerenge werde nicht zum Zustand vor dem Krieg zurückkehren.

Ursprünglich wollte das US-Militär laut Trump am Wochenende den »größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg« ausführen.

Simon Sales Prado

Ölpreise sinken wieder

Die Ölpreise sind nach den abgesagten US-Angriffen auf den Iran deutlich gefallen. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um mehr als vier Prozent auf 83,85 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Die US-Sorte WTI verbilligte sich um beinahe fünf Prozent auf 80,66 US-Dollar. Im vergangenen Monat waren die Ölpreise wegen der wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt.

Simon Sales Prado

Tanker meldet Explosion in Straße von Hormus

In der Nacht ist es laut einem Kapitän in der Straße von Hormus wohl zu einer Explosion gekommen. Der Mann habe nordöstlich der omanischen Stadt Chasab eine »Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes« gehört und diese gemeldet, teilte die britische Seefahrtbehörde UKMTO mit. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Simon Sales Prado

Trump kündigt neue Gespräche mit dem Iran an

Die USA und der Iran haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump auf weitere Verhandlungen geeinigt. Bereits »morgen Nachmittag« sollen Unterhändler weitere Gespräche führen, wie Trump am Sonntagabend gegenüber Journalisten mitteilte. Der Iran äußerte sich bislang nicht zu den Angaben.

»Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden«, sagte Trump an Bord der Air Force One. Der US-Präsident hatte am Wochenende umfangreiche Angriffe auf den Iran abgesagt und mitgeteilt, eine neue Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien zeichne sich ab – ohne nähere Details zu nennen.

Der US-Präsident hatte eine neue Angriffswelle in der Nacht zum Sonntag abgesagt. Jacquelyn Martin/AP/dpa

Simon Sales Prado

Iran dringt auf Einhaltung von Rahmenabkommen

Trotz zahlreicher Angriffe in den letzten Wochen hat der iranische Präsident Massud Peseschkian sich zu dem im Juni mit den USA geschlossenen Rahmenabkommen bekannt. »Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat«, teilte Peseschkian mit. Die Sicherheit seines Landes sowie der Region werde durch die Absichtserklärung gewährleistet.

Der Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf das Abkommen geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber zu gegenseitigen Angriffen. US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht auf Sonntag eine neue Angriffswelle gegen den Iran abgesagt, da es nach seiner Darstellung nun »Umrisse einer Einigung« gebe. Dazu gab es aus dem Iran zunächst keine Bestätigung.

Lennart Jerke

Crew von iranischem Schiff nach Angriff wieder im Iran

Die Besatzungsmitglieder des iranischen Schiffes, welches vergangene Woche von einem ukrainischen Luftangriff getroffen wurde, sind zurück im Iran. Das berichtete die Nachrichtenagentur ISNA. Demnach sei auch der Leichnam des bei dem Angriff getöteten Seemanns wieder in den Iran zurückgebracht worden.

Das Schiff war am 25. Juli im Kaspischen Meer beschossen worden. Die Ukraine hatte mitgeteilt, das Schiff habe militärische Ausrüstung für Russland transportiert. Das iranische Außenministerium wies die Anschuldigungen aus Kiew zurück. Unabhängig prüfen lassen sich die Anschuldigungen derzeit nicht.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte mit Vergeltung gedroht. Sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha hatte später erklärt, er habe mit Araghtschi telefoniert und dabei betont, dass die Ukraine unnötige Eskalation vermeiden wolle.

Veronika Völlinger

Verhandlungen mit Oman laut Iran in Endphase

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman über die Schifffahrt in der Straße von Hormus befinden sich nach Angaben aus Teheran in der finalen Phase. Außenminister Abbas Araghtschi habe die Mitglieder des Kabinetts zu Beginn einer Sitzung entsprechend informiert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Wie eine mögliche Einigung aussehen könnte, war nicht bekannt.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai betonte unterdessen laut dem Sender Press TV, dass die Lage in der umkämpften Meerenge nicht mehr zu ihrem Vorkriegsstatus zurückkehren werde. Eine Einigung mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute bedeute nicht, dass die Straße von Hormus geöffnet oder geschlossen werde, sagte der Sprecher laut dem staatlichen Sender Irib.

Ein Tanker in der Straße von Hormus. Stringer/Reuters

Lennart Jerke

Iran will Gespräche mit USA wiederbeleben

Die Vermittler des Iran wollen nach iranischen Angaben die Gespräche zur Beendigung des Kriegs mit den USA wieder aufnehmen. »Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben«, sagte der iranische Abgeordnete und Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit, Hassan Ghaschghawi. Er bezog sich damit auf einen Vermittlungsvorschlag Pakistans und Katars für einen dauerhaften Frieden.

Die »Hauptfrage« sei weiterhin die Straße von Hormus. Darüber finde ein »Meinungsaustausch« statt, sagte Ghaschghawi. Der Iran und die USA hatten den vermittelten Vorschlag Mitte Juni unterzeichnet, welcher unter anderem eine dauerhafte Friedensregelung und die unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus sichern sollte. Die Gespräche darüber kamen wegen gegenseitiger Angriffe der beiden Kriegsparteien jedoch immer wieder ins Stocken.

Ivana Sokola

Iran weist Trumps Darstellung einer Bitte um Waffenruhe zurück

Iranische Militärvertreter haben den Aussagen von US-Präsident Donald Trump widersprochen, nach denen die iranische Regierung die USA um einen Verzicht auf weitere Angriffe gebeten habe. Diese Aussage sei »nichts als eine neue Lüge«, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr die Militärvertreter. »Unsere Streitkräfte befinden sich in höchster Alarmbereitschaft und sind auf jede Eventualität vorbereitet«, hieß es weiter.

Trump hatte am Samstag mitgeteilt, die USA und Israel verzichteten vorerst auf geplante Angriffe. Der Iran und weitere Staaten der Region hätten seine Regierung darum gebeten, weil sich eine neue Vereinbarung abzeichne. Dazu gehört Trumps Aussagen zufolge auch eine Öffnung der Straße von Hormus.

Eine Statue iranischer Soldaten steht nahe der Straße von Hormus. Majid Asgaripour/WANA/Reuters

Auch dahingehend äußerten sich die iranischen Vertreter: »Solange die USA ihre feindseligen Handlungen fortsetzen, wird die Straße von Hormus geschlossen bleiben«, zitierte die Nachrichtenagentur Fars eine Quelle aus dem Umfeld des iranischen Atomverhandlungsteams.

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Offene Fragen

  • Welche konkreten Punkte umfasst das im Juni geschlossene Rahmenabkommen?
  • Wann genau soll die neue Schifffahrtsroute zwischen Iran und Oman umgesetzt werden?

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This article was originally published by Die Zeit.

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