US-Präsident heizt Inflationserwartungen an
Auf einen Blick
- US-Präsident Trump äußert sich positiv zur Inflation, was die Inflationserwartungen in den USA ansteigen lässt.
- Dies setzt Fed-Chef Warsh unter Druck, da sein Spielraum für Zinssenkungen schwindet.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
US President Trump's recent statements on inflation, which is currently at 4.2%, have sparked concern among economists and policymakers. His positive remarks about inflation and his calls for interest rate cuts are seen as undermining the Federal Reserve's efforts to control rising prices.
Der US-Präsident heizt die Inflationserwartungen an und bringt den neuen Notenbankchef Warsh in Bedrängnis. Denn der Spielraum für Zinssenkungen schwindet, meint Jakob Blume. 11.06.2026 - 17:55 Uhr Artikel anhören
Jakob Blume ist in der Handelsblatt-Redaktion stellvertretender Ressortleiter Finanzen. Foto: Photographer's Choice/Getty Images, Max Brunnert
Es sind Szenen, die Donald Trumps Entrücktheit von der Lebensrealität der Amerikaner einmal mehr dokumentieren. Auf die Frage eines Reporters, ob ihm der jüngste Anstieg der US-Inflation auf 4,2 Prozent Sorgen bereite, sagte der US-Präsident: „Nein, die Zahlen waren großartig“ – und fügte hinzu: „Ich liebe die Inflation.“ Er versicherte später, die Inflation werde „wie ein Stein fallen“, sobald der Krieg mit dem Iran vorüber sei.
Die Äußerungen riefen nicht nur Kritiker von den Demokraten auf den Plan. Sie dürften auch beim neuen Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, kaum auf Begeisterung gestoßen sein.
Denn Trumps kruder Versuch, die rasant steigende Teuerungsrate zu beschönigen, könnte eine Kennzahl beeinflussen, die Notenbanker ebenso fürchten wie schwer kontrollieren können: Inflationserwartungen.
Die allermeisten Zentralbanken in Industrieländern bauen ihre gesamte Strategie, einfach gesagt, auf einer Prämisse auf: Wer Inflationserwartungen im Griff hat, kontrolliert die Teuerung selbst. Dahinter steht die ökonomische Theorie, dass Beschäftigte bei Lohnverhandlungen die Preisentwicklung berücksichtigen.
Erwarten sie eine steigende Inflationsrate, fordern sie höhere Löhne – was Produktionskosten von Gütern verteuert und sich tatsächlich in einem höheren Preisniveau widerspiegeln kann. Zentralbanken wie die Fed oder die Europäische Zentralbank (EZB) formulieren daher Zielmarken von zwei Prozent für die Inflation, um die Erwartungen auf niedrigem Niveau zu „verankern“, wie es in der Sprache der Zentralbanker heißt.
Inflationserwartungen bereits gestiegen
Das Problem, vor dem Fed-Chef Warsh nun steht: In den USA droht sich dieser Anker der Inflationserwartung zu lösen. Wie die Ökonomen der Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin in einer Studie von Ende Mai festhalten, steigen die langfristigen Inflationserwartungen amerikanischer Haushalte seit Jahresbeginn deutlich an, auf knapp vier Prozent.
Der Grund dafür ist J. Safra Sarasin zufolge eine Serie makroökonomischer Schocks, die das Güterangebot verknappen und die Preise steigen lassen, etwa Trumps Zolldrohungen gegen Handelspartner im April 2025, aber auch der Krieg im Nahen Osten.
Geldpolitik
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Daher warnen die Experten: „Wiederholte negative Angebotsschocks bergen die Gefahr, dass die Inflationserwartungen aus der Bahn geraten – ein Szenario, das die Fed nicht hinnehmen kann.“
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Den neuen Fed-Chef bringt das in die Bredouille. Um die Gunst Trumps zu erringen, hat sich Warsh als Freund von Zinssenkungen positioniert. Sein Argument: Die KI-Revolution erhöht die Produktivität so stark, dass Waren und Dienstleistungen günstiger hergestellt werden können und die Inflation sinkt. Trump lässt keine Gelegenheit aus, auf Zinssenkungen zu dringen.
Doch die Politik des US-Präsidenten verringert Warshs Raum für Zinssenkungen immer weiter. Selbst wenn es stimmt, dass die Inflation bei einem Ende des Irankriegs sinkt: Der Abschuss eines US-Kampfhubschraubers über der Straße von Hormus und der Vergeltungsschlag der Amerikaner lassen ein schnelles Kriegsende in weite Ferne rücken.
Und Aussagen wie „Ich liebe die Inflation“, bei einer Teuerungsrate, die doppelt so hoch ist wie das Fed-Ziel, tragen ebenfalls nicht dazu bei, dass die Inflationserwartungen sinken.
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Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
The Federal Reserve will likely maintain current interest rates or consider a slight increase to combat rising inflation, despite political pressure for cuts.
Wahrscheinlich · Kurzfristig
Inflation expectations in the US will continue to rise if geopolitical tensions persist and the President maintains his current rhetoric.
Wahrscheinlich · Mittelfristig
Offene Fragen
- Will the Federal Reserve raise or lower interest rates in response to current economic conditions?
- How will the ongoing conflict with Iran impact global inflation and oil prices?
- What is the long-term effect of Trump's rhetoric on public inflation expectations?
- Can the Fed effectively anchor inflation expectations if they are perceived to be influenced by political pressure?






