US-Regierung sperrt KI-Modelle von Anthropic weltweit
Auf einen Blick
- Die US-Regierung hat die weltweite Verfügbarkeit der KI-Modelle "Mythos 5" und "Fable 5" von Anthropic eingeschränkt.
- Offiziell werden Sicherheitsbedenken genannt, doch Spekulationen reichen von Rache bis zu Amazons Einflussnahme.
- Die Sperre wirft Fragen zur Zuverlässigkeit und zu zukünftigen Regulierungen auf.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die US-Regierung hat die weltweite Verfügbarkeit der KI-Modelle "Mythos 5" und "Fable 5" von Anthropic eingeschränkt. Offiziell werden Sicherheitsbedenken genannt, doch Spekulationen reichen von Rache bis zu Amazons Einflussnahme. Die Sperre wirft Fragen zur Zuverlässigkeit und zu zukünftigen Regulierungen auf.
Eine Tech-Konferenz in San Francisco: Die Firma Databricks hat geladen, Tausende Fachleute beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) sind gekommen. Databricks analysiert und bereitet Daten für Firmen auf. Auch hier ist die Sperre der Anthropic-Modelle Thema.
Konzern-Chef Ali Ghodsi geht davon aus, dass mehr und mehr Regierungen auf der Welt KI-Systeme regulieren werden. Deshalb seien frei verfügbare sogenannte "Open-Source"-Modelle wichtig: "Es wäre ein großes Risiko, wenn auch Open-Source-Modelle gesperrt würden. Solange wir die als Alternative haben, ist die Welt ein besserer Ort."
Entschärfte Version nach Sicherheitsbedenken
Denn "Claude Fable 5" ist nicht "Open Source". Anthropic hatte das Modell erst am 9. Juni dieses Jahres veröffentlicht. Laut der KI-Firma ist es die entschärfte Version des Modells "Mythos 5". "Claude Fable 5" soll beispielsweise keine Fragen zu Biochemie oder Cybersicherheit beantworten.
Das Modell "Mythos 5" sei leistungsfähiger. Laut Anthropic ist es sehr gut darin, Sicherheitslücken in Computersystemen zu finden. Deshalb hat es die KI-Firma nur 200 ausgewählten Firmen und Organisationen zur Verfügung gestellt - aus Sorge, es könnte sonst in die falschen Hände geraten.
Anordnung des US-Handelsministers
Seit Freitag sind aber sowohl "Mythos 5" als auch "Fable 5" weltweit nicht mehr zugänglich. Grund ist eine Anordnung von US-Handelsminister Howard Lutnick. Der Wirtschaftsdienst Bloomberg hat einen Brief des Ministers an Anthropic veröffentlicht.
Darin heißt es, dass für "den Export, den Reexport oder die Weitergabe der Modelle 'Claude Mythos 5' und 'Claude Fable 5' in alle Bestimmungsorte weltweit sowie an alle ausländischen Personen unabhängig von deren Standort eine Genehmigung erforderlich ist".
Bedenken, die nicht konkretisiert werden
Als Grund werden Sicherheitsbedenken genannt, konkreter wird es aber nicht. Daraufhin habe Anthropic den Zugang für alle dichtgemacht, sagt Stephanie Palazzolo, KI-Reporterin beim Tech-Medium "The Information".
"Es ist für die Firma schwer zu sagen, ob die Person am Rechner Ausländer ist oder nicht", so Palazzolo. "Auch innerhalb der eigenen Firma arbeiten viele Nicht-Amerikaner an den Modellen."
Sperre als "Rache" der US-Regierung?
Bei der Sperrung habe auch Amazon eine Rolle gespielt, berichten US-Medien. Amazon-Chef Andy Jessy habe mit Regierungsbeamten gesprochen und habe diese darauf hingewiesen, dass bei den Modellen Sicherheitsmaßnahmen umgangen worden seien.
Ein anderes Motiv - so spekuliert das Magazin Techcrunch - könnte Rache sein. Denn Anfang des Jahres ist Anthropic Forderungen der Regierung nicht nachgekommen, die einen uneingeschränkten Zugang auf KI-Modelle für militärische Zwecke forderte. Die Sperre jetzt könne eine Reaktion darauf sein.
Zweifel an der Zuverlässigkeit
Klar ist, dass das Ganze zur Unzeit für Anthropic kommt, denn der Konzern will noch in diesem Jahr an die Börse. Dass die Firma seine leistungsfähigsten Modelle sperren muss, könnte Zweifel an der Zuverlässigkeit schüren, betont Maria Curie vom US-Nachrichtenmagazin Axios.
"Wenn Anthropic schon ein börsennotiertes Unternehmen wäre, dann hätte das den Kurs zum Absturz gebracht. Das verunsichert Investoren, die sich fragen, wie sich das auf internationale Einnahmen und das Wachstum des Unternehmens auswirkt.
Was ist, wenn andere KI gesperrt wird?
Auch an der Zuverlässigkeit anderer US-KI-Firmen könnten Zweifel wachsen. Was, wenn die US-Regierung auch Modelle von OpenAI oder Google sperrt? Für andere Länder könnte das eine weitere Motivation sein, stärker in eigene - und unabhängige - KI-Modelle zu investieren.
Der Bloomberg-Journalist Neil Campling meint, dass die US-Regierung in einem Dilemma steckt. "Technologie ist so wichtig für das wirtschaftliche Wachstum der gesamten USA. Für die Regierung ist es schwierig die Balance zwischen Regulierung und Wachstum zu wahren", so der Experte.
Offener Brief von Experten
Und auch Dutzende Cybersicherheits-Fachleute aus den USA kritisieren die Entscheidung der Regierung. Die Nutzung führender Modelle sei wichtig, um Sicherheitslücken in Computersystemen zu finden.
In einem offenen Brief schreiben sie: "Es ist gefährlich, den Verteidigern ohne triftigen Grund die besten Fähigkeiten zu entziehen, während unsere Gegner rasante Fortschritte machen."
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Weitere Regierungen werden KI-Systeme stärker regulieren.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Andere Länder investieren stärker in eigene KI-Modelle.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Welche konkreten Sicherheitsbedenken führten zur Sperre?
- Wie wird sich die Sperre auf Anthropic's Börsengang auswirken?
- Werden weitere KI-Modelle gesperrt?




