USA planen Seeblockade der Straße von Hormus: Ölpreis steigt über 100 Dollar
Das US-Militär kündigt für Montag eine Blockade iranischer Häfen an, während Teheran vor einem Bruch der Waffenruhe warnt.
Auf einen Blick
- Die Ankündigung einer US-Seeblockade der Straße von Hormus für iranische Schiffe hat die Ölpreise auf über 100 Dollar getrieben.
- Während die Märkte in Asien mit Verlusten reagieren, droht der Iran mit einer harten Antwort auf den drohenden Bruch der Waffenruhe.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Seit dem 28. Februar befinden sich die USA und der Iran in einem offenen militärischen Konflikt. Die Straße von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Routen für den Öltransport.
Noch hat die Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär nicht begonnen. Erst am Montag um 10 Uhr US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ) soll es so weit sein. Doch allein die Ankündigung hat bereits Folgen:
Der Ölpreis für ein Fass (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni stieg um rund acht Prozent: In der Nacht zum Montag lag er bei 102,50 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai stieg um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Die Börsenkurse in Ostasien starteten mit Verlusten in die Handelswoche. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank bis zum Vormittag (Ortszeit) um knapp 0,9 Prozent, der südkoreanische Kospi rangierte zum selben Zeitpunkt rund ein Prozent im Minus. Der Hongkonger Hang Seng gab im Morgenhandel ebenfalls um ein Prozent nach. Nahezu unverändert hielt sich der in Shanghai gehandelte CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, mit einem Plus von 0,1 Prozent. Der australische S&P ASX 200 sank um 0,5 Prozent.
Die Märkte reagieren damit auf die am Sonntag von Donald Trump angekündigte Blockade der Straße von Hormus. Vorausgegangen war das vorläufige Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran.
In der Nacht zum Montag erklärte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom), dass der Seeverkehr ab 10 Uhr US-Ostküstenzeit für Schiffe blockiert werde, die iranische Häfen anliefen oder verließen. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt.
Zugleich erklärte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen sei, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.
Die iranischen Revolutionswächter hatten kurz nach Trumps Ankündigung mitgeteilt, jedes militärische Schiff, das sich der Straße von Hormus nähere, werde als Verletzung der Waffenruhe gewertet. Iran werde darauf »hart und entschlossen« reagieren.
Trump will mit der Blockade verhindern, dass Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf Iran hatte Teheran die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Schiffen kam praktisch zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise in die Höhe, was auch Trump unter Druck setzt.
Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade deshalb in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. »Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen«, sagte er der »Rheinischen Post«. »Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch«, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. »Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik.«
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Weitere Anstiege der Energiepreise bei tatsächlichem Beginn der Blockade.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Diplomatische Interventionen durch Drittstaaten zur Deeskalation.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Stunden
Offene Fragen
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die einseitige Blockade reagieren?
- Welche konkreten militärischen Maßnahmen plant der Iran als Reaktion?
- Wie lange soll die Blockade aufrechterhalten werden?





