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Vatikan bestätigt Exkommunikation von sechs Pius-Bischöfen
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FAZ02.07.2026Religion2 dk okumaGermany

Vatikan bestätigt Exkommunikation von sechs Pius-Bischöfen

Auf einen Blick

  • Das vatikanische Glaubensdikasterium hat die Exkommunikation von sechs Bischöfen der Piusbruderschaft bestätigt.
  • Sie hatten gegen das Verbot des Papstes vier Priester zu Bischöfen geweiht.
  • Dies wird als "Akt schismatischer Natur" gewertet.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Piusbruderschaft wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Nach vergeblichen Versuchen der Aussöhnung schlägt der Vatikan nun eine härtere Gangart ein.

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Das vatikanische Glaubensdikasterium hat am Donnerstag die Exkommunikation der sechs Bischöfe der traditionalistischen Piusbruderschaft formal bestätigt.

Die 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905 bis 1991) gegründete Gemeinschaft St. Pius X. hatte am Mittwoch am Sitz ihres Priesterseminars in Ecône im Schweizer Kanton Wallis gegen das mehrmals ausgesprochene Verbot des Dikasteriums und des Papstes die Weihe von vier Priestern zu Bischöfen vollzogen.

Die beiden Konsekratoren sowie die vier neu geweihten Bischöfe werden in dem Dekret, das von Kardinalpräfekt Víctor Manuel Fernández unterzeichnet wurde, namentlich erwähnt.

Zur Begründung heißt es in dem Dekret, mit der Weihe gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Leo XIV. hätten die sechs Geistlichen einen „Akt schismatischer Natur“ vollzogen. Ein solcher Schritt der Kirchenspaltung ziehe „ipso facto“ den Ausschluss aus der Weltkirche nach sich.

In dem Dekret werden aber auch alle anderen Geistlichen der Bruderschaft – Priester, Diakone und Ordensleute – sowie Nonnen, Oblaten und auch Laien, die sich der Piusbruderschaft anschließen, als Schismatiker gegeißelt. Damit werden auch sie faktisch mit dem Kirchenbann belegt, obschon ihnen in dem Dekret die Exkommunikation formal nur angedroht wird.

Aus dem Ton einer Erklärung, die das Glaubensdikasterium dem Dekret beigefügt hat, geht hervor, dass der Vatikan nach vergeblichen Versuchen der Aussöhnung mit der Piusbruderschaft nun eine härtere Gangart einschlägt.

So wird die von Papst Franziskus aus Anlass des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit 2015 erlassene Verfügung kassiert, wonach Gläubige bei Priestern der Piusbruderschaft gültig beichten und vor diesen die Ehe schließen können.

In der Erklärung zu dem Dekret wird dieses befristete Zugeständnis nun widerrufen. Das von Priestern der Piusbrüder gespendete Bußsakrament wird ebenso für ungültig erklärt wie der vor ihnen geschlossene Ehebund.

Ob dies erst künftig gilt oder schon für Beichten und Trauungen von 2015 bis zur Gegenwart, geht aus der Erklärung nicht eindeutig hervor.

Obschon Kardinal Fernández noch am Mittwochabend die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit der Piusbruderschaft geäußert hatte, wird das Gespräch mit der ultrakonservativen Gemeinschaft fürs Erste abgebrochen.

Für Papst Leo XIV., der seit seiner Wahl im Mai 2025 den Ausgleich mit den konservativen Kritikern seines „linken“ Amtsvorgängers Franziskus gesucht hatte, war die Eskalation des Konflikts mit den Piusbrüdern die bisher größte innerkirchliche Herausforderung.

Zuletzt war Benedikt XVI. den Traditionalisten weit entgegengekommen, indem er die erste Exkommunikation von vier unerlaubt geweihten Pius-Bischöfen von 1988 im Jahr 2009 aufgehoben hatte.

Der neuerliche Kirchenbann von nun sechs Bischöfen erstreckt sich faktisch auch auf alle rund 750 Priester der Bruderschaft, deren Wirken als Geistliche bisher vom Vatikan „geduldet“ worden war.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Weitere Spannungen zwischen Vatikan und Piusbruderschaft.

    Wahrscheinlich · Mittelfristig

Offene Fragen

  • Gilt die Ungültigkeit der Beichte/Ehe ab sofort oder rückwirkend?
  • Wie wird die Piusbruderschaft auf die Exkommunikation reagieren?

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This article was originally published by FAZ.

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