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WM-Viertelfinale: Europäische Dominanz trotz globalisiertem Fußball
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WM-Viertelfinale: Europäische Dominanz trotz globalisiertem Fußball

Auf einen Blick

  • Trotz globalisierter Spielstile und dem Aufstieg afrikanischer Teams dominieren Europäer das WM-Viertelfinale.
  • Nur Marokko und Argentinien brechen die europäische Phalanx, während südamerikanische Nationen Schwierigkeiten mit dem europäischen Ballbesitzfußball haben.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften war lange von einer Dominanz europäischer und südamerikanischer Teams geprägt. In der aktuellen WM-Ausgabe schien sich dies zu ändern, da viele Teams aus Afrika das Sechzehntelfinale erreichten.

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In der Geschichte des Fußballs ist 22 Mal darum gespielt worden, welche Nation die beste Mannschaft der Welt stellt. Zwölfmal waren es Europäer, zehnmal Südamerikaner. Das Sechzehntelfinale dieser WM-Ausgabe schien deshalb einem Epochenwandel gleichzukommen: Mehr als die Hälfte der Mannschaften kam nicht aus Europa, gleich neun stammten aus Afrika. Die Zeit der europäischen, der lateinamerikanischen Hegemonie schien vorüber.

Zwei Wochen später kommen von den verbleibenden acht Teams im Viertelfinale sechs aus Europa, dazu Marokko und Argentinien. Auch der Zufall spielte dabei eine Rolle, viele Spiele wurden erst in den Schlussminuten, manche im Elfmeterschießen entschieden. Nur Frankreich und Spanien spielten in der K.-o.-Phase bisher weltmeisterlich. Ägypten hätte es gegen Argentinien fast unter die besten acht Teams geschafft. Senegal hat mehr Erfolg im Turnier verschenkt, auch weil sich manche Spieler mit dem Trainer stritten, der parallel mit dem Verband verhandelte.

Im Viertelfinale aber stehen: Belgien, England, Frankreich, Norwegen, Spanien und die Schweiz. Viele ihrer Spieler, vor allem die Stars, spielen in derselben Liga: der Premier League. Bei dieser WM nähern sich die Spielstile an, weil die bestimmenden Akteure früher oder später aufeinandertreffen. Die Brasilianer spielen also nicht mehr so trickreich, die Deutschen nicht mehr so körperlich, weil sich ihre (vermeintlich) eigenen Stile im Vereinsfußball mischen.

Das Spiel ist so monotoner geworden. Die Südamerikaner finden bisher keine Antwort auf das von Pep Guardiola geprägte Positionsspiel, das den Weltfußball seit Jahren dominiert. Es gibt kein funktionierendes Spielsystem als Antwort auf den europäischen Ballbesitzfußball. Die Brasilianer klagen über das Verschwinden ihrer Paradeposition, des kreativen Spielmachers. Andere lateinamerikanische Nationen suchen ihr Heil in der Körperlichkeit. Sie spielen intensiver, schneller, physischer. Das war vor allem bei Ecuador, Paraguay und Argentinien zu sehen.

Manche zahnlose europäische Fußballnation (die mit den vier Sternen vor allem) konnte sich dem Druck nicht entziehen. Die meisten aber schon: Denn seit nicht mehr nur die niederländischen Flügelspieler die Kreide der Seitenlinie an ihren Füßen haben, können die Profis im Mittelfeld der Zweikampfhärte leicht aus dem Weg gehen. Die meisten der europäischen Viertelfinalteilnehmer greifen am liebsten über außen an. Und sie versammeln im Sturmzentrum die (neben Lionel M.) bisher herausragenden Individualisten dieses Turniers: Mbappé, Kane und Haaland.

Und was ist mit den Afrikanern, von deren zehn Teams neun in die nächste Runde kamen? Sie sind näher an die Europäer herangerückt, das zeigen nicht zuletzt die Marokkaner, an deren Flügelspiel und Tempo selbst diejenigen scheiterten, in deren Land über den modernen Fußball zuerst nachgedacht wurde: die Niederländer, Cruyffs Denkschüler. Marokko, der Halbfinalist von 2022, sticht wieder aus einem Turnier hervor. Viele Teams spielen so ähnlich.

Aber die Top-Ten-Teams kommen selbst im globalisierten Premier-League-Fußball aus jenen Ländern, die schon vor 20 Jahren oben mitspielten. Das Spiel wird nicht mehr allein von Europäern geprägt. Aber sie spielen es noch immer am besten.

Offene Fragen

  • Wie werden sich die Spielstile weiter annähern?
  • Finden südamerikanische Teams eine Antwort auf den Ballbesitzfußball?

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This article was originally published by FAZ.

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