ZEW-Konjunkturerwartungen steigen dank Reformpaket stärker als erwartet
Auf einen Blick
- Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juli dank eines Reformpakets der Bundesregierung stärker als erwartet gestiegen.
- Das Stimmungsbarometer erreichte plus 26,3 Punkte, obwohl der Irankonflikt und Ölpreise Unsicherheitsfaktoren bleiben.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Bundesregierung hat umfassende Reformpläne für Steuern, Rente und Arbeitsmarkt vorgelegt, die Hoffnungen schüren und die Konjunkturerwartungen positiv beeinflussen.
Steuern, Rente und Arbeitsmarkt: Die Bundesregierung hat zuletzt umfassende Reformpläne vorgelegt. Die Ideen sind noch nicht umgesetzt, aber schon jetzt schüren sie Hoffnungen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juli dank des Reformpakets stärker verbessert als erwartet. Das Stimmungsbarometer stieg gegenüber dem Vormonat um 15,8 Punkte auf plus 26,3. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf 15,3 Punkte erwartet.
»Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen«, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern. »Insbesondere die exportorientierten Sektoren, sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuwächse«, so Wambach. »Die Entwicklung des Irankonflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands.«
Der Indikator erholte sich mit dem aktuellen Anstieg den dritten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Im Februar, und damit vor dem Irankrieg, hatten die Konjunkturerwartungen noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.
Experte sieht »Trendwende«
Auch die zuletzt veröffentlichten »harten« Konjunkturdaten würden zuversichtlich stimmen, schreibt VP-Bank Chefvolkswirt Thomas Gitzel. »So konnten im Mai die Einzelhandelsumsätze, die Auftragseingänge und die Industrieproduktion zulegen«, heißt es in einer Analyse. »Die deutsche Wirtschaft hat die Trendwende vollzogen.« Die Lage sei deutlich besser als die Stimmung.
»Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts zuletzt etwas nachgelassen haben«, kommentierte Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank. Die geopolitische Lage bleibe jedoch fragil. »Eine weitere Eskalation des Konflikts könnte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten.«
Die immer noch schwache Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage verbesserte sich im Vergleich zu den Zukunftserwartungen weniger deutlich. Der entsprechende Indikator stieg um 3,4 Punkte auf minus 77,6 Punkte. Ökonomen hatten mit minus 77,7 Punkten gerechnet.
Bei der Rente ist der Koalition gelungen, was ihr kaum einer zugetraut hat: ein Kompromiss. Und der wird auch noch von fast allen gelobt. »Es muss schnell gehen«, fordert Kanzler Merz. Doch es gibt einen Haken.
Offene Fragen
- Wie wird sich der Iran-Konflikt weiterentwickeln?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die Reformen auf die Binnennachfrage?
- Wann werden die Reformen der Bundesregierung umgesetzt?







