Andy Burnham: Labour's potential PM candidate faces crucial by-election
En resumen
- Andy Burnham, Mayor of Greater Manchester, is vying for a parliamentary seat in a crucial by-election in Makerfield.
- His potential rise could challenge current Prime Minister Starmer and reshape Britain's political landscape, potentially impacting its relationship with the EU.
Resumen generado por IA
Por qué importa
The upcoming by-election in Makerfield is seen as a crucial test for Andy Burnham, Mayor of Greater Manchester, and a potential indicator of the future direction of the Labour Party and the UK's political landscape. It pits Burnham against right-wing populist forces led by Nigel Farage, with implications for Britain's post-Brexit identity and its relationship with the EU.
Das ist jedoch kein Vertrauensbeweis für den politisch stark angeschlagenen Regierungschef, sondern spiegelt eher die Zweifel an den Titelchancen der englischen Nationalmannschaft wider. Bis September, da legt sich der „Bookie“ mit 66 Prozent Wahrscheinlichkeit fest, ist Starmer Geschichte. Und in 10 Downing Street, heißt es in London, sortieren Beamte längst die Akten für den Machtwechsel.
Der Mann, der Starmer als Premierminister ablösen will, heißt Andy Burnham und ist derzeit noch Bürgermeister des Großraums Manchester. Bevor der 56-Jährige jedoch den Regierungschef als Vorsitzenden der regierenden Labour-Partei herausfordern kann, muss er am 18. Juni eine entscheidende Hürde nehmen und bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield unweit von Manchester einen Parlamentssitz erringen. Frei wurde der Sitz, weil sein Parteifreund Josh Simons ihn geräumt hat, um Burnham den Weg ins Parlament und nach 10 Downing Street zu ebnen.
Burnhams härtester Rivale ist Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Reform-UK-Partei, die in Makerfield die Kommunalwahl im Mai mit 50 Prozent der Stimmen haushoch gewonnen hat. Kenyon, im Hauptberuf Klempner, ist aber nur Statthalter. Hinter ihm steht Nigel Farage, Brexit-Veteran und Reform-UK-Chef, der Burnham politisch früh kaltstellen und spätestens bei den Parlamentswahlen 2029 selbst in die Downing Street einziehen will. Aussichtslos ist das nicht: In Umfragen liegt Reform UK zehn Prozentpunkte vor Labour.
Auch bei der anstehenden Nachwahl in Makerfield haben die Rechtspopulisten durchaus Chancen, obwohl Burnham der klare Favorit ist. Der Wahlkreis besteht zu 96 Prozent aus in Großbritannien geborenen Weißen, von denen 2016 zwei Drittel für den Brexit gestimmt haben. „Das ist ein Ort, in dem Reform mit guten Ergebnissen rechnen kann“, sagt Jon Tonge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Liverpool.
Damit wird die Nachwahl in einer Region mit rund 76.000 Wählern zu einem Showdown, der nicht nur die Zukunft Großbritanniens entscheiden, sondern sogar Europas politische Landkarte verändern könnte. Burnham muss nicht nur beweisen, dass er mit einer linken Politik den Vormarsch von Farage und seinen Rechtspopulisten in Großbritannien stoppen kann. Der Labour-Politiker will zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum zugleich die Weichen dafür stellen, dass das Königreich wieder in die EU zurückkehrt. „Ich wünsche mir, dass wir noch zu meinen Lebzeiten wieder beitreten. Das heißt aber nicht, dass man das Referendum jetzt erneut durchführen sollte“, sagt Burnham.
Makerfield mit der Kleinstadt Wigan als Zentrum liegt im alten industriellen Norden Englands entlang der sogenannten „roten Mauer“ von ehemaligen Labour-Hochburgen zwischen Manchester und Liverpool. Traurige Berühmtheit erlangte die alte Kohleregion durch den britischen Schriftsteller George Orwell, der 1937 in seinem Buch „The Road to Wigan Pier“ die erbärmlichen Lebensbedingungen der Bergarbeiter schilderte und im Sozialismus die letzte Rettung vor dem Faschismus sah. Angesichts der Vehemenz, mit der Labour und Reform UK hier um die Stimmen der Wähler ringen, erscheint die aktuelle Richtungswahl kaum weniger dramatisch als vor neun Jahrzehnten.
Die Lage ist weiter prekär. Rund 28 Prozent der Einwohner zwischen 16 und 64 gelten als „wirtschaftlich nicht aktiv“. „Die Familien hier stehen unter enormem Druck durch die hohen Lebenshaltungskosten, und sie sind völlig erschöpft von einem politischen System, das sie als kaputt und eigennützig empfinden“, berichtet Veronica Hawking von der Bürgerinitiative 38 Degrees. Das spiegele die Stimmung im ganzen Land, viele wünschten sich ein Großreinemachen in der Politik.
Zusätzlich angeheizt wird der Wahlkampf durch den Mord am 18-jährigen Studenten Henry Nowak im vergangenen Dezember. Erst kürzlich veröffentlichte Videos zeigen, dass die Polizei in Southampton zuerst fälschlicherweise den schwer verletzten Nowak mit Handschellen festgenommen hatte, nachdem sein Mörder, der Sikh Vickrum Digwa, behauptet hatte, aus rassistischen Motiven angegriffen worden zu sein.
Der Rechtspopulist Farage warf der Polizei vor, unter dem verordneten Druck des Antirassismus Weiße schlechter zu behandeln als andere. Die Öffentlichkeit solle mit „purer, eiskalter Wut“ reagieren. Anfang Juni lieferten sich rechte Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Nach der Messerattacke eines Asylbewerbers in Belfast kam es auch in Nordirland zu gewalttätigen Protesten. Rückendeckung erhielt Farage von US-Vizepräsident J.D. Vance, der indirekt eine „Masseninvasion von Migranten“ für den tragischen Tod von Nowak verantwortlich machte. Digwa aber wurde in Großbritannien geboren. Für den Mord wurde er zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt.
Mit seinem Wutaufruf will Farage offenbar verhindern, dass rechte Wähler zu der noch weiter rechts stehenden Splitterpartei „Restore Britain“ überlaufen, die vom US-Milliardär Elon Musk unterstützt wird und die laut Meinungsforschern bei der Nachwahl in Makerfield mehr als fünf Prozent der Stimmen holen könnte.
Ausgerechnet das könnte Burnham nützen. „Eine Spaltung der Rechten könnte helfen, da die neue rechtsextreme Partei Restore Britain Nigel Farages Reform UK Stimmen wegnimmt“, sagt Mujtaba Rahman, Europa-Chef der Politikberatung Eurasia-Group. Burnham nimmt die Steilvorlage von Farage dankend an, präsentiert sich als Versöhner und warnt vor einer politischen Spaltung des Königreichs, wie sie in den USA bereits an der Tagesordnung sei.
Der erhoffte Zweisprung über Makerfield nach 10 Downing Street führt dazu, dass Burnham beim Haustürwahlkampf schon mal nach seiner Kabinettsliste gefragt wird. „Das Besondere an Andy ist, dass er den Umgang mit der Öffentlichkeit wirklich genießt“, sagte die frühere Verkehrsministerin Louise Haigh, die Burnhams Wahlkampf leitet und sich Hoffnungen auf ein politisches Comeback macht.
Damit steht er im scharfen Kontrast zum Amtsinhaber: Starmer wirkt bei Auftritten oft spröde und steif. Meinungsumfragen brandmarken ihn als unbeliebtesten Premierminister in Großbritannien seit dem Zweiten Weltkrieg. Seinen Herausforderer dagegen nennen sie nicht nur in Manchester den „König des Nordens“. Burnham verbindet das populistische Charisma eines Boris Johnson mit der Aura des Linksintellektuellen – und redet lieber über besseren Nahverkehr als über die Weltwirtschaftsordnung.
Kritiker halten ihn deshalb für ein politisches Leichtgewicht. Als er in einem BBC-Interview nach den Fiskalregeln gefragt wurde, mit denen Finanzministerin Rachel Reeves die öffentlichen Finanzen in Ordnung halten will, wich er aus. Zuvor hatte er die Investoren mit dem Satz aufgeschreckt, die Politik dürfe sich nicht von den Bondmärkten abhängig machen. Die Risikoaufschläge für britische Gilts sind aufgrund der seit Monaten anhaltenden Unsicherheit über den Kurs der Finanzpolitik deutlich gestiegen. Mit rund fünf Prozent zahlen die Briten für zehnjährige Staatsanleihen die höchsten Zinsen der sieben führenden Industrieländer.
„Eine Regierung unter Burnham würde weniger Umbrüche mit sich bringen, als die Märkte annehmen“, vermutet Eurasia-Experte Rahman. Die Einkommensteuer oder die Vermögensteuer würde er wahrscheinlich nicht erhöhen. Auch eine großangelegte Verstaatlichung erwartet der Experte nicht.
Burnham wurde nach eigenen Angaben „katholisch erzogen“, hat in Cambridge englische Literatur studiert und kam mit dem Wahlsieg der Labour-Ikone Tony Blair 1997 in die Politik. Unter Blairs Nachfolger Gordon Brown brachte er es bis zum Gesundheitsminister. Zurück in der Opposition bewarb er sich mit der Idee eines „ambitionierten Sozialismus“ zweimal erfolglos um den Vorsitz seiner Partei, bevor er 2017 zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt wurde.
„Ich glaube, diese Auszeit war für ihn wirklich lehrreich, und seine Fähigkeit, ein Gespür dafür zu entwickeln, wo die Öffentlichkeit steht, würde ich mit Boris Johnson vergleichen“, sagte seine Wahlkampfmanagerin Haigh der Nachrichtenplattform Politico.
Mit Johnson teilt er auch eine gewisse Geschmeidigkeit. Bis vor Kurzem machte Burnham Deindustrialisierung, Privatisierung, Sparpolitik und Brexit für den Niedergang des Königreichs verantwortlich. Seit er in Makerfield um die Stimmen der Brexit-Anhänger wirbt, taucht der EU-Austritt in seiner Anklage nicht mehr auf.
Seine Mission sieht er darin, den von der früheren konservativen Premierministerin Margaret Thatcher geprägten Neoliberalismus aus Privatisierung und Deregulierung zurückzudrehen. „Das muss jetzt unsere vorrangige Aufgabe sein“, sagt Burnham und propagiert stattdessen eine Politik, die er „Manchesterism“ nennt und die Ökonomen als „wirtschaftsfreundlichen Sozialismus“ beschreiben. Dazu gehört zum Beispiel, dass er das zuvor privatisierte Busnetzwerk in Manchester wieder unter die öffentliche Verwaltung zurückgebracht hat.
Ähnliches plant er – sollte er es nach 10 Downing Street schaffen – mit den Wasserwerken und anderen privatisierten Versorgungsbetrieben im Königreich. Zugleich will er die unterfinanzierte Alterspflege und andere Sozialleistungen verbessern. Als sein früherer Mentor Blair kürzlich seine Landsleute davor warnte, den sechsten Premierminister innerhalb von zehn Jahren auszuwechseln, ohne einen durchdachten Plan für die Zukunft zu haben, antwortete Burnham: „Man kann die Dinge nicht einfach dem Markt überlassen, wie Tony zu suggerieren scheint. Wenn man ein höheres Wachstum erzielen will, braucht es eine starke staatliche Kontrolle und Steuerung der Investitionsstrategie (…).“
Sein Rivale Starmer versucht unterdessen noch schnell, Pluspunkte bei den Labour-Mitgliedern zu sammeln, die womöglich über einen Wechsel an der Partei- und Regierungsspitze entscheiden müssen, sollte Burnham die Nachwahl im Norden Englands gewinnen. Auf seiner Liste: ein Verbot für soziale Medien für Teenager unter 16 Jahren, ein Investitionsplan für höhere Verteidigungsausgaben und ein Gipfeltreffen mit der EU im Juli, bei dem unter anderem Handelserleichterungen und ein Jugendaustausch vereinbart werden sollen.
Ob es dazu kommt oder ob Starmer vorzeitig zum Rücktritt gezwungen wird, entscheidet sich am 18. Juni in Makerfield. Selbst wenn Burnham scheitert und den Sprung ins Unterhaus verpasst, ist der Machtkampf nicht vorbei: Mit Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting, Energieminister Ed Miliband und der früheren Parteivize Angela Rayner warten schon drei weitere Rivalen darauf, den unbeliebten Premier bis zum Parteitag im Herbst zu stürzen.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Andy Burnham will win the Makerfield by-election.
Probable · En días
Keir Starmer will be forced to resign as leader of the Labour Party.
Posible · En meses
The UK will rejoin the EU within Burnham's lifetime.
Especulativo · En años
Preguntas abiertas
- Will Andy Burnham win the Makerfield by-election?
- What will be the impact of the by-election result on Keir Starmer's leadership of the Labour Party?
- Can Andy Burnham successfully halt the rise of right-wing populism in the UK?
- What will be the long-term consequences of the by-election for the UK's potential return to the EU?




