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Athener Börse beflügelt: Griechische Aktien auf höchstem Stand seit 17 Jahren
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Handelsblatt22.06.2026Business5 dk okumaGermany

Athener Börse beflügelt: Griechische Aktien auf höchstem Stand seit 17 Jahren

En resumen

  • Die Athener Börse erreicht den höchsten Stand seit 17 Jahren, angetrieben von Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und positiven Wirtschaftsdaten.
  • Griechische Aktien gelten trotz Kursgewinnen als unterbewertet, mit einer bevorstehenden Hochstufung in entwickelte Märkte, die weitere Kapitalzuflüsse erwarten lässt.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Griechenland hat die Staatsschuldenkrise überwunden und zeigt nun starke Wirtschaftsdaten sowie Haushaltsüberschüsse. Die Athener Börse wurde von einem entwickelten Markt zu einem Schwellenmarkt herabgestuft.

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Athen. Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten hat in der abgelaufenen Börsenwoche auch die Athener Börse beflügelt. Der Leitindex Athex Composite stieg auf den höchsten Stand seit 17 Jahren. Seit Ende März hat der Index 23 Prozent zugelegt. Für viele Analysten ist das jedoch noch nicht das Ende der Rally.

Trotz der kräftigen Kursgewinne halten Analysten griechische Aktien weiterhin für unterbewertet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,3 zählt der Athener Aktienmarkt zu den günstigsten in Europa. Zum Vergleich: Der Dax kommt auf ein KGV von 18, der Stoxx Europe 600 auf eines von 17.

Auch die ökonomischen Rahmendaten sind günstig. Das Wirtschaftswachstum lag in den vergangenen vier Jahren nahezu doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. Für dieses Jahr erwartet die EU-Kommission ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent – gegenüber 0,9 Prozent im Euro-Raum.

Der einstige Defizitsünder erzielt inzwischen wieder Haushaltsüberschüsse und baut seine Staatsschulden schneller ab als jedes andere EU-Land. Nach den Prognosen der EU-Kommission wird Griechenland in diesem Jahr zu nur vier EU-Staaten mit einem positiven Haushaltssaldo gehören.

In den vergangenen Wochen wurden die Kurse vor allem von guten Quartalszahlen und steigenden Dividenden getragen. Ein Kurstreiber ist auch die bevorstehende Hochstufung Griechenlands in die Gruppe der entwickelten Aktienmärkte.

Während der Staatsschuldenkrise war Griechenland von den großen Indexanbietern zum Schwellenmarkt herabgestuft worden, weil die Athener Börse die Kriterien für einen entwickelten Markt nicht mehr erfüllte. Nun steht die Rückkehr bevor.

Die Indexanbieter FTSE Russell und Stoxx wollen Griechenland im September 2026 wieder hochstufen, MSCI hat die Aufnahme des Landes in den MSCI Developed Market Index für Mai 2027 angekündigt. Damit kehren griechische Aktien auch in den MSCI World zurück.

Für internationale Investoren ist das weit mehr als ein symbolischer Schritt. Zahlreiche Fonds dürfen oder wollen nur in entwickelte Märkte investieren und werden griechische Aktien nach der Hochstufung wieder berücksichtigen.

Die Analysten von Morgan Stanley sprechen deshalb von einem neuen Investitionsszenario mit Aussicht auf zusätzliche Kapitalzuflüsse und steigende Bewertungen. Die US-Bank rechnet infolge der Indexaufnahme mit Nettozuflüssen von rund 700 Millionen Dollar. Die gesamte Marktkapitalisierung der Athener Börse beläuft sich derzeit auf rund 182 Milliarden Euro.

Schon heute dominieren ausländische Investoren den Handel. Nach Angaben des Börsenbetreibers Euronext Athens entfallen 69 Prozent der Marktkapitalisierung auf internationale Anleger. Bei den frei handelbaren Aktien der vier großen Banken liegt ihr Anteil sogar bei rund 80 Prozent.

Institutionelle Investoren betrachten Griechenland inzwischen nicht mehr nur als „Recovery Story“, als Erholungskandidaten, sondern als etablierten Markt mit ökonomischer Stabilität und wachsender Liquidität. Wie groß das Interesse ist, zeigte sich im Mai bei der Kapitalerhöhung des Energieversorgers Public Power Corp. (PPC).

Das Unternehmen sammelte 4,25 Milliarden Euro ein. PPC will in den kommenden fünf Jahren insgesamt 24,2 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, Energiespeicher, Telekommunikation, Elektromobilität, digitale Infrastruktur sowie die Expansion ins Ausland investieren. Die Emission – eine der größten in der Geschichte der Athener Börse – war fast fünffach überzeichnet. Zu den Investoren gehörten unter anderem Capital Group, Blackrock, Blackstone, der Staatsfonds Qatar Investment Authority sowie große griechische Reeder- und Unternehmerfamilien.

Auch für Privatanleger bietet der griechische Aktienmarkt nach Einschätzung vieler Analysten weiterhin Chancen. Die Deutsche Bank bezeichnet insbesondere griechische Bankaktien als „spannende Chance für Anleger, die auf Wertsteigerung und Wachstum setzen“. Trotz deutlich verbesserter Fundamentaldaten und kräftiger Kursgewinne würden die Institute noch immer mit einem Bewertungsabschlag gegenüber vergleichbaren europäischen Banken gehandelt, so die Deutsche Bank.

Nach Berechnungen des Athener Brokerhauses Beta Securities werden Alpha Bank, Piraeus Bank, Eurobank und National Bank of Greece mit einem Discount von elf bis 15 Prozent gegenüber europäischen Banken bewertet. Auch die Dividendenrenditen sind mit durchschnittlich 5,4 Prozent attraktiv.

Zu den unterbewerteten Titeln zählen die Analysten von Beta Securities außerdem den Versorger PPC, Hellenic Telecom (OTE), Helleniq Energy, den Zementhersteller Titan sowie die Fluggesellschaft Aegean Airlines, deren Dividendenrendite bei knapp acht Prozent liegt.

Die wichtigsten griechischen Aktien werden zwar auch in Deutschland gehandelt. Wegen der vergleichsweise geringen Liquidität sollten Privatanleger ihre Kauf- und Verkaufsaufträge jedoch stets limitieren. Als Alternative zu Einzeltiteln bietet sich etwa der ETF Amundi MSCI Greece an. Er hat seit Jahresbeginn 38 Prozent zugelegt.

Seit dem Amtsantritt des konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis im Jahr 2019 hat der Athener Leitindex nahezu 200 Prozent gewonnen. Die Börsenrally spiegelt die politische Stabilität der vergangenen Jahre wider.

Dass sich diese Erfolgsgeschichte nahtlos fortsetzt, ist jedoch keineswegs sicher. Spätestens in einem Jahr stehen Parlamentswahlen an. Zwar liegt Mitsotakis’ Partei Nea Dimokratia in allen Umfragen deutlich vorn. Ob der Premier die absolute Mehrheit, mit der er seit sieben Jahren regiert, verteidigen und seinen Reformkurs ohne Koalitionspartner fortsetzen kann, ist jedoch offen. Diese politische Ungewissheit könnte die Euphorie an der Athener Börse in den kommenden Monaten dämpfen.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Griechenland wird im September 2026 von FTSE Russell und Stoxx in die Gruppe der entwickelten Aktienmärkte hochgestuft.

    Muy probable · En meses

  • MSCI kündigt die Aufnahme Griechenlands in den MSCI Developed Market Index für Mai 2027 an.

    Muy probable · En meses

Preguntas abiertas

  • Kann die politische Stabilität in Griechenland aufrechterhalten werden?
  • Wie stark werden die Kapitalzuflüsse nach der Index-Hochstufung ausfallen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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