Beiruter Koch gedenkt Heimat im Südlibanon inmitten des Konflikts
En resumen
- Koch Mohamad Salameh kreiert in Beirut ein Acht-Gänge-Menü, inspiriert vom Südlibanon, um Solidarität mit den Menschen in seiner vom israelischen Militär besetzten und zerstörten Heimatregion zu zeigen.
- Während in Beirut Normalität einkehrt, dauern im Süden Angriffe und Besatzung an, und Friedensverhandlungen gestalten sich schwierig.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Drei Monate nach einer Waffenruhe in Beirut dauern israelische Bombardierungen und Besatzung im Südlibanon an, wodurch Hunderttausende Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Die israelische Armee fordert die vollständige Entwaffnung der Hisbollah, was die libanesische Regierung aufgrund ihrer finanziellen Lage und der Stärke der Hisbollah nicht umsetzen kann.
In der Küche des Beiruter Restaurant Jacaranda herrscht geschäftiges Treiben: Koch Mohamad Salameh zerhackt Kräuter für die Marinade des Hühnchens. Jeder seiner Handgriffe ist Routine - und doch ist es ein besonderer Tag für den 36-Jährigen. Statt die normalen Gerichte der Karte zuzubereiten, kocht er heute ein selbst kreiertes Acht-Gänge-Menü, inspiriert von den Gerichten seiner Heimat im Südlibanon.
Er schwärmt vom Geruch der Kräuter: "Da ist Basilikum drin, Majoran, Rosengeranie, Petersilie. Unsere Mütter haben all diese Kräuter zu Hause angepflanzt. Im Supermarkt sind sie schwer zu finden." An vier Abenden kocht Salameh im Rahmen der kulinarischen Veranstaltung "Düfte des Südens" sein Menü - aus Solidarität mit den Menschen im Südlibanon.
"Der Süden ist Teil von unserem Land. Nur weil die israelischen Bombardierungen hier aufgehört haben, sollten wir den Süden nicht vergessen", meint er. Drei Monate nach Verkünden der Waffenruhe ist in Libanons Hauptstadt Beirut wieder Normalität eingekehrt. Lediglich das laute Dröhnen der israelischen Drohnen erinnert daran, dass der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz noch immer nicht beendet ist.
Entwaffnung der Hisbollah gestaltet sich schwierig
Anders sieht es im Süden des Landes aus: Dort attackiert die israelische Armee noch immer regelmäßig Dörfer und hält mit ihren Truppen weiterhin Teile des Landes besetzt. Hunderttausende Menschen können noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Abziehen will die israelische Armee erst, wenn die Hisbollah vollständig entwaffnet ist. Kein leichtes Unterfangen. Zwar möchte auch die libanesische Regierung die Entwaffnung der Miliz, doch das Land ist pleite. Und die eigene Armee kann der vom Iran unterstützten Hisbollah kaum etwas entgegensetzen.
Und so wird weiter über einen möglichen Frieden verhandelt. Zum ersten Mal fliegt der libanesische Präsident Joseph Aoun dafür nun selbst nach Washington, will mit US-Präsident Donald Trump persönlich reden.
Hisbollah verhandelt nicht mit
In Beirut erhoffen sich die wenigsten eine Veränderung. "Dieses Treffen hätte vor langer Zeit stattfinden müssen, um noch etwas zu bewirken", stellt ein Passant desillusioniert fest. Eine Skepsis, die auch Analystinnen und Analysten teilen. Politikwissenschaftlerin Zeina El Helou sieht gleich mehrere Gründe, die gegen eine baldige Lösung des Kriegs sprechen. Allen voran, dass die Verhandlungen ohne die Hisbollah geführt werden:
Während die Verhandlungen andauern, schafft die israelische Regierung Tatsachen. Man wolle eine Rückkehr der libanesischen Bevölkerung in die "Sicherheitszonen" verhindern, sagte etwa der israelische Verteidigungsminister Israel Katz. In den letzten Monaten hat die israelische Armee ganze Dörfer in die Luft gesprengt. Satellitenbilder zeigen, was von Kindergärten, Schulen und Wohnhäusern übrig geblieben ist: grauer Schutt.
Tief mit der Heimat verbunden
Eines der zerstörten Dörfer ist Bint Jbeil, die Heimat von Koch Mohamad Salameh aus dem Beiruter Restaurant Jacaranda. Wegen der anhaltenden israelischen Besatzung weiß auch er nur anhand von Fotos, dass sein Elternhaus zerstört wurde. "Ich zerbreche fast daran, dass ich physisch nicht an den Ort kann, an dem einst mein Haus stand", erklärt er. Jeder würde um den Verlust seines Zuhauses trauern wollen. "Es ist ja nicht nur ein Haus, sondern der Ort, an dem Erinnerungen leben. Dort habe ich als Kind geweint und gelacht; dort habe ich mit meiner Mutter und meinem Bruder gespielt."
Zeit zur Verarbeitung dieser Gefühle hat Salameh in diesem Moment aber keine. In der Küche muss jetzt der Nachtisch angerichtet werden. Vorsichtig platziert der Koch eine Schokoladenmousse auf einem Bett aus braunen Kekskrümeln. Es folgt ein Schuss Olivenöl. Der fertige Teller sieht aus, als hätte jemand mit Absicht Erde darauf verteilt. "Weil wir im Süden tief mit unserem Land verbunden sind. Wir sind bekannt für unsere Landwirtschaft und unsere Oliven."
Mohamad Salameh möchte mit seinem Menü eine Botschaft senden, sagt er: Dass die Menschen aus dem Süden trotz allem weiterleben. Eines Tages, so hofft er, wird er die Kräuter für seine Gerichte wieder im Garten seiner Eltern in Bint Jbeil pflücken können.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Libanesischer Präsident Joseph Aoun wird in Washington mit US-Präsident Donald Trump über einen möglichen Frieden verhandeln.
Muy probable · En días
Preguntas abiertas
- Werden die Verhandlungen zwischen Libanon und den USA zu einer Lösung führen?
- Wann wird die israelische Armee aus dem Südlibanon abziehen?
- Wie wird die Hisbollah auf die Verhandlungen reagieren?







