Bundesverkehrsminister Schnieder und die Deutsche Bahn: Verwirrung um "Sofortprogramm"
En resumen
- Bundesverkehrsminister Schnieder kündigt ein "Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation" der Deutschen Bahn an, das Reisenden mehr Orientierung und Planungssicherheit bieten soll.
- Kritiker werfen ihm jedoch Vergesslichkeit vor, da die Forderung nach Übertragung der DB Navigator App an die DB InfraGO AG bereits vor zehn Monaten erfolgte und die Bahn die App weiterhin als Monopolwerkzeug nutzt.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat ein "Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation" der Deutschen Bahn angekündigt. Kritiker werfen ihm vor, die Forderung nach Übertragung der DB Navigator App an die DB InfraGO AG, die er selbst vor zehn Monaten stellte, vergessen zu haben.
Lässt sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der Deutschen Bahn, die er eigentlich beaufsichtigen soll, nun vollends auf den Arm nehmen? Oder war es nur akute Vergesslichkeit, die den CDU-Politiker bei der Vorstellung des DB-Sofortprogramms am Mittwoch plagte?
Das „Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation“ werde dafür sorgen, fabulierte der Rheinland-Pfälzer im Beisein von Bahnchefin Evelyn Palla, dass Reisende künftig „über alle Kanäle umfassend über das Reisegeschehen informiert“ würden. Die bessere Kommunikation, die er vor der Presse großspurig ankündigte, gebe den Reisenden „Orientierung, Planungssicherheit und Handlungsmöglichkeiten“.
Handlungsmöglichkeiten? Alle Kanäle? Auf Annehmlichkeiten wie diese hätten Bahnreisende hoffen dürfen, wenn der Staatskonzern Schnieders vor zehn Monaten erteilten Auftrag gefolgt wäre. „Bereits kurzfristig erwartet das BMV“, schrieb der Minister damals in seiner Bahnagenda, „dass der DB Navigator sowie die damit verbundene Internetpräsenz zur Stärkung von Gemeinwohl und Wettbewerbsneutralität in die Verantwortung der DB InfraGO AG übertragen werden.“
Die Forderung schien wohlüberlegt: Seit drei Jahren nämlich unterstehen die Bahn-App „Navigator“ wie auch die Internet-Plattform „Bahn.de“ der DB-Sparte Fernverkehr. Und die wacht eifersüchtig darüber, dass niemand außer der Bahn selbst Zugtickets darüber verkauft. In einem Gerichtsverfahren vor dem OLG Düsseldorf sucht der Quasi-Monopolist auf deutschen Fernstrecken derzeit zu verhindern, dass Flixtrain oder demnächst auch Italo Fahrten über den DB Navigator verkaufen können.
Preguntas abiertas
- Wird die DB Navigator App tatsächlich an die DB InfraGO AG übertragen?
- Wird die Bahn die App für den Ticketverkauf durch Dritte öffnen?
- Wann wird das "Sofortprogramm" greifen?




