Canary Wharf: Das Comeback eines Finanzzentrums
En resumen
- Canary Wharf erlebt ein bemerkenswertes Comeback als globales Finanzzentrum.
- Nach der Abwanderung von HSBC kündigen Barclays, JP Morgan, Visa und PwC neue Hauptquartiere oder europäische Dependancen an, was die steigende Attraktivität des Standorts unterstreicht.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Canary Wharf, einst ein Symbol des Niedergangs des Londoner Bankenviertels, erlebt eine bemerkenswerte Wiederbelebung als führendes globales Finanzzentrum.
London. Vor drei Jahren verkündete die britische Großbank HSBC, dass sie ihre Zentrale nach 20 Jahren vom Londoner Bankenviertel Canary Wharf zurück in die alte City nahe der St.-Paul’s-Kathedrale verlagern werde. Viele dachten, das sei das Todesurteil für das Konglomerat aus Bürotürmen im Osten Londons.
Jetzt kündigt die HSBC-Konkurrentin Barclays an, dass sie für 750 Millionen Pfund (etwa 870 Millionen Euro) einen Pachtvertrag über 999 Jahre für ihr globales Hauptquartier in den ehemaligen Londoner Docklands abgeschlossen hat. Die beiden Ankündigungen bezeugen ein erstaunliches Comeback von Canary Wharf als eines der führenden Finanzzentren der Welt.
„Diese Übernahme verschafft uns langfristig mehr Sicherheit und Flexibilität und unterstreicht zugleich unser Vertrauen in London als führendes globales Finanzzentrum“, sagte Barclays-Chef C. S. Venkatakrishnan. Er ist nicht der einzige Topbanker, der die Zukunft seines Unternehmens in dem ehemaligen Hafengebiet sieht.
Dieser Meinung ist auch Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JP Morgan. Der amerikanische Branchenprimus will für drei Milliarden Pfund (etwa 3,5 Milliarden Euro) seine neue Europazentrale in einem 265 Meter hohen Wolkenkratzer in Canary Wharf bauen. „Dieses Gebäude wird unser dauerhaftes Engagement für die Stadt, das Vereinigte Königreich, unsere Kunden und unsere Mitarbeiter symbolisieren“, sagte Dimon im November 2025.
Kurz danach verkündete die amerikanische Kreditkartengesellschaft Visa, dass ihre europäische Dependance vom Großbahnhof Paddington im Westen Londons ebenfalls nach Canary Wharf verlegt werde. Die US-Gruppe wird dazu ab 2028 für zunächst 15 Jahre rund 28.000 Quadratmeter Bürofläche in einem Büroturm anmieten, den die US-Ratingagentur Moody’s gerade aufgegeben hat.
Damit nicht genug: In der vergangenen Woche kündigte die globale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC an, dass sie von ihrem jetzigen Standort in der Stadtmitte nach Canary Wharf umziehen will. Dort haben bereits die britischen Fintechs Revolut und Zopa ihre Unternehmenszentrale.
Für die Immobiliengesellschaft Canary Wharf Group (CWG), die von der kanadischen Investmentfirma Brookfield und der Qatar Investment Authority getragen wird, war 2025 das beste Geschäftsjahr seit 2015. Mehr als 89 Prozent der Büroflächen waren nach Angaben der CWG Mitte des vergangenen Jahres wieder vermietet. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik fortsetzen wird“, sagte Finanzchefin Becky Worthington.
Sie gründet ihren Optimismus vor allem darauf, dass viele Finanzdienstleister, die den Großteil der Bürotürme in Canary Wharf gemietet haben, ihre Mitarbeiter aus dem Homeoffice zurück in die Büros beordern. JP-Morgan-Chef Dimon will seine Banker wieder fünf Tage die Woche am Arbeitsplatz sehen. PwC besteht auf einer Präsenzpflicht von mindestens drei Tagen für ihre Mitarbeiter und kontrolliert das mit einem elektronischen Überwachungssystem.
Zum Comeback trägt außerdem die bis zu 500 Millionen Pfund teure Expansion des London City Airports bei, der nur wenige Kilometer entfernt von Canary Wharf die Anbindung an europäische Metropolen weiter verbessern will. Die Passagierzahlen sollen durch den Ausbau von jetzt 6,5 auf neun Millionen pro Jahr steigen. Zudem sollen auch noch mehr größere Maschinen vom Typ Airbus 220 im Osten Londons starten und landen können.
Die wichtigste Voraussetzung für das Comeback von Canary Wharf ist aber, dass auch der Finanzplatz London zu alter Stärke zurückfindet. Die Zeichen dafür stehen gar nicht so schlecht. Britische Großbanken berichten seit 2025 wieder über kräftig steigende Gewinne, und ihre Aktienkurse befinden sich auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008.
Das liegt offenbar auch daran, dass sich das etwa 40 Hektar große Gebiet von Canary Wharf, auf dem bis in die 1980er-Jahre verlassene Lagerhäuser an den Londoner Docks standen und das nach der Pandemie zu einer Geisterstadt zu werden drohte, wieder in einen lebendigen Mix aus Bürotürmen, Luxusappartements, Restaurants und Geschäften verwandelt hat. „Wenn man ein Bürogebäude (…) an einem verkehrsgünstig gelegenen Standort mit guter Infrastruktur sucht, dann lässt sich das in Canary Wharf eher realisieren als anderswo“, sagt Mat Oakley, Marktforscher beim Londoner Immobilienmakler Savills.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Fortsetzung der positiven Dynamik für Canary Wharf als Finanzzentrum.
Probable · Medio plazo
Preguntas abiertas
- Wie wird sich die Rückkehr zur Präsenzpflicht auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken?
- Wird die Expansion des London City Airports die Anbindung weiter verbessern?





