Deutscher Buchhandel verliert junge Leser – und macht sich Sorgen um die Zukunft
En resumen
- Der deutsche Buchhandel verzeichnet einen Umsatzrückgang, insbesondere bei jungen Lesern zwischen 10 und 15 Jahren.
- Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht Versäumnisse in der Bildungspolitik als Ursache.
- Lokale Buchhändlerinnen bleiben trotz der Zahlen optimistisch.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels berichtet über einen Rückgang der Buchkäufe, insbesondere bei Jugendlichen. Dies wird auf jahrelange Versäumnisse in der Bildungspolitik und die schwache Konjunktur zurückgeführt.
Ferienzeit ist Lesezeit - zumindest bei manchen. Wenn es nach den Daten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels geht, dann stimmt das zumindest für die 10- bis 15-Jährigen derzeit nicht. "Junge Menschen kaufen weniger Bücher", so die Titelzeile ihres aktuellen Buchmarktberichts.
"Jahrzehntelange Versäumnisse der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt", meint Sebastian Guggolz, der Vorsteher des Börsenvereins. "Das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar in Marktzahlen ablesen."
Jahrelange Versäumnisse
Demnach lag der Branchenumsatz insgesamt mit 9,62 Milliarden Euro um 2,7 Prozent unter dem des Vorjahres - und dieser Trend hat sich im ersten Halbjahr 2026 sogar nochmal verschärft: Der Umsatz liegt um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
Zusätzlich zur rückläufigen Lesekompetenz seien die schwache Konjunktur und die Unsicherheit der Verbraucher Gründe für den Rückgang, der besonders bei den 10- bis 15-Jährigen deutlich sei. Insgesamt um 30,6 Prozent sei der Umsatz in diesem Segment gesunken, so der Bericht.
Erleben vor Ort
Dass die Zahl der Buchkäufer vor allem in dieser Gruppe zurück gegangen sei, stellt man im Buchladen "Land in Sicht" im Frankfurter Stadtteil Nordend nicht fest. Lyda Petzel vom dortigen Buchladenkollektiv sagt: "Es hat sich nicht sehr verändert bei uns. 10- bis 15-Jährige sind noch nie in den Buchladen gegangen. Sie waren schon immer eine eher von den Erwachsenen beschenkte Gruppe."
"Land in Sicht" ist eine Institution im Viertel. Als 2024 der Umzug anstand, weil die Miete erhöht wurde, zog man nur ein paar Meter weiter an den neuen Standort, und die Bewohner des Stadtteils halfen mit. Per Menschenkette wurden die Bücher vom alten in den neuen Laden gebracht. Die Bindung an die Leser ist eng - man kennt sich eben.
Kummer bereite hier eher die Lage der Buchlandschaft insgesamt: "Das macht uns deutlich mehr Sorgen, als die Lesegewohnheiten von Kindern und Jugendlichen, die ohnehin eher wellenförmig sind", meint Lyda Petzel. Ihr Blick geht auf das Sterben der unabhängigen Buchhandlungen - bedingt durch verödete Innenstädte, zu hohe Mieten oder die Tatsache, dass Nachfolger nur schwer oder gar nicht zu finden seien.
Hoher Kostendruck
Auch der Börsenverein stellt einen hohen Kostendruck beim Buchhandel fest. Und meint in Richtung Politik: "Eine vielfältige Buchhandels- und Verlagsgesellschaft öffnet Debattenräume", so Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. "Räume, die es gerade in Zeiten der Polarisierung und Spaltung zu schützen gilt, auch durch entsprechende Förderungen".
Auch wenn die Zahl der Buchkäufer insgesamt um 4,9 Prozent zurückging im Vergleich zum Vorjahr: Positiv sei die Lage dennoch bei den 16- bis 19-Jährigen, so der Börsenverein. Von dieser Gruppe seien 7,7 Prozent mehr Bücher gekauft worden, und es wurde dort auch mehr Geld ausgegeben. In den Genres Young Adult und New Adult seien die Umsätze weiter nach oben gegangen - um 4,8 beziehungsweise 9,6 Prozent.
Optimistisch bleiben
Das deckt sich übrigens auch mit dem Eindruck im Buchladen. Auch wenn die Gruppe der 15- bis 20-Jährigen im Moment nicht so viel lese, bleibt Petzel daher optimistisch. "Wir haben viele vergleichsweise junge Kunden, die sehr begeistert lesen und zu uns kommen, um zu stöbern. Da haben wir sogar das Gefühl, dass wir da Zuwachs haben."
Grundsätzlich mache sie sich keine Sorgen um den Lesenachwuchs, so Petzer. "Es gibt immer wieder Strömungen, manche Altersgruppen lesen weniger Bücher, dafür lesen sie mehr im Netz - englischsprachige Titel zum Beispiel. Schon die Generationen vor uns haben die Jugend verloren gegeben. Ich finde das schwierig, das ist mir zu viel Kulturpessimismus."
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Weitere Umsatzrückgänge im Buchhandel, besonders bei jungen Zielgruppen.
Probable · Medio plazo
Politische Maßnahmen zur Förderung des Buchhandels und der Lesekompetenz.
Posible · Largo plazo
Preguntas abiertas
- Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Lesegewohnheiten aus?
- Welche konkreten politischen Maßnahmen sind geplant?
- Wie entwickeln sich die Umsätze in anderen Altersgruppen weiter?






