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Die Krux mit der inneren Uhr
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Handelsblatt26/6/2026Business2 min de lecturaGermany

Die Krux mit der inneren Uhr

Wochenend-Newsletter: Chronobiologie und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt

En resumen

  • Claudia Panster erörtert im Wochenend-Newsletter des Handelsblatts die chronobiologischen Ursachen mangelnder Flexibilität und Effizienz in der deutschen Arbeitswelt.
  • Sie stellt die Einteilung in 'Lerchen' und 'Eulen' vor und hinterfragt die Empfehlung, Arbeitszeiten an die genetisch bedingte innere Uhr anzupassen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Resumen generado por IA

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Liebe Leserin, lieber Leser,

aus der Tierwelt berichtet das Handelsblatt in der Regel nicht, mit Ausnahme von gestrandeten Walen vielleicht, die Auswirkungen auf Wahlen haben könnten. Das könnte sich aber angesichts der dramatischen Lage der deutschen Wirtschaft schnell ändern. Denn die häufig beklagte mangelnde Flexibilität und Effizienz, die die Arbeitswelt erfasst haben, lassen sich nach Einschätzung von Forschern auch auf chronobiologische Ursachen zurückführen.

Und schon sind wir mittendrin in der Tierwelt. Denn die Wissenschaft teilt die Beschäftigten in Eulen und Lerchen, die sinnbildlich für die unterschiedlichen chronobiologischen Eigenschaften der Menschen stehen. Die sind zum einen wenig beeinflussbar, da genetisch bedingt, zum anderen aber angeblich dafür verantwortlich, zu welcher Zeit wir möglichst gute Leistungen erzielen.

Ergo ist, wer nicht nur früh aufsteht, sondern auch früh zur Schicht geht, eine Lerche. Wer dagegen erst bei schwindendem Tageslicht zur Höchstform aufläuft, wird der Spezies der Eulen zugeordnet. Und da ja mittlerweile der Trend dahin geht, dass dem Menschen nicht mehr allzu viel zuzumuten ist, liefert die Forschung die entsprechende Empfehlung gleich mit: Die Wirtschaft sollte schlicht ihre Produktions- und Dienstleistungstaktung auf die chronobiologischen Erfordernisse ihrer Beschäftigten ausrichten – schon fluppt’s. Da haben wir sie also, die Lösung für das ausbleibende Wirtschaftswachstum!

Bei einer Zahl bin ich allerdings stutzig geworden: Dieselben Forscher sagen, dass lediglich 20 Prozent aller Menschen „Lerchen“ sind. Soll der Großteil der Beschäftigten künftig also deutlich später anfangen zu arbeiten? Mir persönlich würde das ja entgegenkommen, würde ich mich doch eindeutig zu den Eulen zählen. Redaktionsabläufe, Produktionsprozesse, Lieferketten und Vertriebsstrukturen – all das kann doch sicher ohne großen Aufwand umgebaut und an die persönlichen Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter angepasst werden.

Alternativ hätte ich einen anderen Vorschlag: Arbeitgeber könnten der Chronobiologie ein Schnippchen schlagen, indem sie einfach mehr schlaue Füchse, fleißige Bienen und flinke Wiesel einstellen. Vielleicht könnten die im Sozialgefüge des Betriebs sogar das ein oder andere Faultier mit durchziehen. Dann hätte man gleich auch das Thema Diversity endlich wieder mitgedacht.

Und wenn wir Eulen doch mal wieder zu spät zur Arbeit kommen, haben wir immerhin eine gute Ausrede: Schuld daran war nicht der Verkehr, und schon gar nicht der viel zu häufig bemühte Schlummermodus am Wecker. Nein, es waren einfach die Gene.

Ihnen wünsche ich ein tierisch gutes Wochenende, dessen Ereignisse perfekt zu Ihrer Genetik passen.

Ihre

Claudia Panster

Ressortleiterin Wochenende & Report

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This article was originally published by Handelsblatt.

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