Die sieben Vordenker der Kategorie „Innovation“
En resumen
- Das Handelsblatt hat sieben aufstrebende Topmanager im Bereich "Innovation" ausgezeichnet.
- Darunter sind Gründer von Fusionsenergie-Unternehmen, KI-Firmen, Robotik-Start-ups und Biotech-Unternehmen, die Deutschlands Zukunft gestalten.
Resumen generado por IA
Por qué importa
The Handelsblatt, in cooperation with Boston Consulting Group and an external jury, has identified 29 promising emerging top managers in four categories: digital transformation, resilience, innovation, and change navigation. This report focuses on the seven "Vordenker" (thought leaders) in the "Innovation" category.
Nicht nur gute Ideen haben, sondern sie auch gut umsetzen: Der Top-Nachwuchs im Bereich Innovationsmanagement beherrscht beides. Catiana Krapp, Axel Höpner, Nadine Schimroszik, Anna Westkämper, Helena Smolak, Anja Müller, Julia Beil und Tanja Kewes 11.06.2026 - 21:45 Uhr Artikel anhören
Hier finden Sie die sieben Vordenker der Kategorie „Innovation“: CEOs von morgen. Foto: PR
Düsseldorf. In der aktuellen Krise braucht es mehr denn je Entscheidungsträger, die strategisch planen, die technologieoffen und innovativ sind – und auch vor harten Entscheidungen nicht zurückschrecken.
Das Handelsblatt hat – in Kooperation mit der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group und mithilfe einer externen Jury – eine Bestenliste der vielversprechendsten aufstrebenden Topmanagerinnen und -manager erstellt. Sie haben sich in den vier Bereichen digitale Transformation, Resilienz, Innovation und Change-Navigation bewiesen.
Es sind 29 mutige, visionäre Menschen, die nicht hadern, sondern machen. Sie sind Vordenkerinnen und Vordenker im besten Sinne.
Hier finden Sie die sieben Vordenker der Kategorie „Innovation“:
Francesco Sciortino, Proxima Fusion
Francesco Sciortino: Mitgründer von Proxima Fusion. Foto: PR
Wenn einer behaupten kann, an der Zukunftsfähigkeit Deutschlands zu arbeiten, dann ist es Proxima-Fusion-Chef Francesco Sciortino. Sein Unternehmen will in den 2030er-Jahren Deutschlands erstes kommerzielles Fusionskraftwerk in Betrieb nehmen. Es wäre der Durchbruch auf dem Weg zum Traum von sauberer, günstiger und unerschöpflich verfügbarer Energie.
Um ein kommerzielles Kraftwerk mit der Technologie bereitzustellen, gilt es auch, die nötigen Lieferketten aufzubauen. Die Herausforderung ist vielschichtig. Vielschichtig sind aber auch Sciortinos Fähigkeiten. Zum einen kennt er sich tief mit der komplexen Materie aus. Schon als Kind wollte er wissenschaftlich arbeiten. Im Handelsblatt-Podcast erzählte er: „Ich war ziemlich akademisch – ich wollte später intellektuelle, wichtige Sachen machen.“ Seine Doktorarbeit schrieb der Italiener an der renommierten Hochschule MIT in Boston und arbeitete später als Forscher am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, von wo aus Proxima Fusion entstand.
Die Auswahl
Eine hochkarätig besetzte Jury hat die 29 Führungskräfte ausgewählt. Sie stehen für eine junge Generation, die die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft voranbringen wird, und sie sind Teil der Vordenker-Initiative von Handelsblatt und Boston Consulting Group (BCG).
Zur Jury gehören Carla Kriwet (CEO von CeramTec), Annika Hauptvogel (SVP Rail Infrastructure and Products bei Siemens Mobility), Isabell Welpe (Professorin für Strategie und Organisation an der TU München), Nicolas von Rosty (Deutschlandchef von Heidrick & Struggles), Michael Schwarz (Geschäftsführer der Baden-Badener Unternehmergespräche) und Dirk Ramhorst (Transformationschef bei Service Now). Den Vorsitz der Jury haben Michael Brigl, BCG-Zentraleuropachef, und Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes.
Zum anderen ist Sciortino nicht nur Wissenschaftler, sondern versteht auch viel von Personalmanagement. Als größten Erfolg seines Unternehmens betrachtet er seine 130 Mitarbeitenden. Ziel eines Deeptech-Gründers müsse es sein, Leute zu finden, die noch besser seien als man selbst.
Auch Kommunikation kann Sciortino. Seine Mission beschreibt er so: „Wir versuchen, eine Sonne auf der Erde zu bauen.“ Diese Fähigkeit braucht er, denn sein Unternehmen benötigt viel Geld für die Pläne in den kommenden Jahren. Stammen soll das teils aus Förderungen des Bundes, aber auch von privaten Investoren. Investoren, die bereit sind, noch mindestens zehn oder 15 Jahre lang auf den Erfolg zu warten.
» Lesen Sie auch: „Hätte nie gedacht, dass ich das noch erlebe“ – So realistisch ist der Traum von der Fusionsenergie
Mit Blick auf die Arbeit an einer Technologie, deren Durchbruch seit Jahrzehnten immer mindestens zehn Jahre in der Zukunft zu liegen scheint, findet Sciortino wohl auch deshalb die richtigen Worte, um die Motivation seiner Mitarbeitenden aufrechtzuerhalten: „Wir brauchen Mut, um zu verstehen: Was wird das nächste Siemens? Was wird das nächste Airbus? Wir müssen in Deutschland verstehen: Wo sind wir stark? Und dann sagen: Okay, da muss ein Weg sein.“
Katharina Hesels, Siemens Healthineers
Katharina Hesels: Die Physikerin forscht bei Siemens Healthineers. Foto: PR
Als Katharina Hesels in der Oberstufe eine von zwei Frauen in ihrem Physikkurs war, fragte sie der Lehrer, ob sie im falschen Zimmer sei. Im Elektrotechnikstudium – sie war als „Kind vom Lande“ die Erste aus ihrer Großfamilie in der Eifel, die eine Hochschule besuchte – lag der Frauenanteil dann auch nur bei etwa zehn Prozent.
Die Karriere hat das nicht gebremst: Zum 1. Juni wurde die 40-Jährige zur Leiterin des Computertomographiegeschäfts von Siemens Healthineers ernannt, ein Kerngeschäft des Dax-Konzerns.
Aktuell verantwortet sie den Bereich „Lifecycle Products“. Ihr Team verlängert die Lebenszeit von älteren bildgebenden Geräten und verbessert deren Leistungsfähigkeit. Üblicherweise werden die bildgebenden Geräte nach zehn bis 15 Jahren durch neue ersetzt. Hesels sorgt dafür, dass bei Neugeräten schon im Design eine spätere Aufrüstung berücksichtigt wird.
Zudem kann ihr Team etwa ältere MRT-Geräte bei Kunden bis auf den Magnetkern mit neuer Hardware aufrüsten, auf den neuesten Softwarestand bringen und KI-Lösungen implementieren. So wird die Lebensdauer um etwa zehn Jahre verlängert.
„Wir suchen Lösungen, die sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sind“, sagt die Mutter von zwei Kindern, die schon in den USA und China für Healthineers gearbeitet hat. „Wir wollen, dass die Systeme, die wir einmal verkauft haben, möglichst lange und möglichst gut genutzt werden.“
» Lesen Sie auch: Der Transformator – wie CEO Busch Siemens zum Börsenstar macht
Hesels, die sich schon im Master-Studiengang auf Daten- und Bildverarbeitung und Medizintechnik fokussierte, war früh von MRT-Geräten fasziniert. Sie habe sich schon beim Studium gefragt: „Wie kann Technologie helfen, das Leben von Menschen zu verbessern?“ Kernspintomografen seien zudem ein wunderbares Beispiel dafür, wie etwas nur erreicht werden könne, wenn viele zusammenarbeiten. „Ich ziehe meine Energie daraus, Interessen und Menschen zusammenzubringen.“
Jan Oberhauser, N8N
Jan Oberhauser: Gründer von N8N. Foto: PR
Das Ziel von Jan Oberhauser ist so simpel wie ambitioniert. Er möchte seine KI-Firma N8N zum Grundstein des gesamten KI-Universums machen, quasi zur Infrastruktur für alle KI-Anwendungen und damit zu einem generationenprägenden Unternehmen. Für die Umsetzung dieser Vision hat N8N jetzt Europas größte Softwarefirma SAP als Partner und Investor gewonnen – ein Unternehmen, das zumindest schon mal seit 1972 am Markt ist.
Bei der jüngsten Geldspritze verdoppelte sich die Firmenbewertung auf 5,2 Milliarden Dollar. N8N stieg damit zur teuersten KI-Firma Deutschlands auf und überholte Black Forest Labs: eine Auszeichnung, die Oberhauser dankbar mitnimmt.
Software
„Wir verlangen allen viel ab“ – Wie Christian Klein SAP neu erfinden will
Der heute 43-jährige Oberhauser hat sich selbst das Programmieren beigebracht und dann mit 17 Jahren seine erste Firma gegründet – eine Plattform zum Verkauf von Computerspielen. Später war der Wahlberliner lange in der Filmbranche aktiv, bevor er 2019 N8N gründete. Technisch funktioniert N8N über Bausteine, sogenannte „Nodes“. Sie lassen sich zu komplexen Programmen zusammensetzen, was es Nutzern ermöglicht, eigene KI-Agenten zu bauen oder IT-Aufgaben zu automatisieren.
Ingrid Sebald, Tesa
Ingrid Sebald: Technologievorständin bei Tesa. Foto: PR
Was ihre persönliche Arbeitsmotivation angeht, orientiert sich Ingrid Sebald an den ganz Großen. „Stay hungry, stay foolish – dieses Motto von Steve Jobs begleitet mich seit vielen Jahren: neugierig bleiben und bereit sein, Fehler zu machen“, sagt sie. Mit dieser Überzeugung hat sie beim zum Beiersdorf-Konzern gehörenden Klebstoffspezialisten Tesa eine steile Karriere gemacht.
Vor fünf Jahren startete Sebald im Hamburger Unternehmen als Leiterin der Produktentwicklung in der Automobilsparte. Schon nach zwei Jahren wurde Sebald aus dieser Rolle heraus zur technischen Leiterin für ganz Tesa ernannt, ein Jahr später kam noch die Verantwortlichkeit für die Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen dazu. Seit 2024 ist Sebald für beide Themen auf Vorstandsebene verantwortlich.
Inflation
„Wachstum durch Preiserhöhungen ist ausgereizt“ – Konsumgüterkonzerne kämpfen gegen Absatzverluste
Die promovierte Chemikerin Sebald hatte vor ihrer Zeit bei Tesa bereits Führungsrollen bei Loparex und der Infiana Group inne, zwei auf Spezialfolien konzentrierte Unternehmen. Die Arbeit mit klugen Menschen treibe sie an, sagt Sebald. „Bei jedem Austausch entstehen neue Ideen; Geschwindigkeit entsteht durch Vertrauen.“
Um die Produkte von Tesa zu verbessern, geht es Sebald nicht mehr nur darum, dass die Kleber so lange wie möglich halten. Mit ihrem Team arbeitet sie auch an Klebebändern mit „eingebautem Schalter“, wie sie es nennt – also Verbindungen, die sich auf Knopfdruck wieder lösen lassen. „Das macht Reparatur, Wiederverwendung und Recycling deutlich einfacher“, sagt sie.
Einen solchen Pragmatismus wünscht sich die Vorständin auch in der Politik. „Zu viel Bürokratie und Regulierung bremsen gerade dort, wo wir Tempo brauchen: bei Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit“, sagt sie. In ihrer Verantwortlichkeit bei Tesa will sie langfristige Technologie- und Investitionsentscheidungen treffen, „in einem Umfeld, in dem sich Rahmenbedingungen immer schneller verändern“.
Zhaopeng Chen, Agile Robots
Zhaopeng Cheng: Gründer und CEO von Agile Robots. Foto: PR
Als Bundeskanzler Friedrich Merz vor einigen Wochen auf der Hannover Messe den humanoiden Roboter Agile One sah, war er beeindruckt. Auf seiner China-Reise hatte er die Produktion solcher Roboter schon von chinesischen Anbietern gesehen. Nun sagte er: „Was China kann, kann Deutschland auch.“
Der Gründer und Unternehmer Zhaopeng Chen hat das gern gehört. Der gebürtige Chinese hat Agile Robots in München gegründet. Schon vor 20 Jahren hat er mit der Entwicklung einer Roboterhand begonnen – bis heute eine der größten Herausforderungen in der Industrie. Es habe ihn fasziniert, seine Tochter groß werden zu sehen. Babys könnten noch nicht sehr geschickt mit den Händen umgehen.
Robotik
Das sind die deutschen Konkurrenten der Tesla-Roboter
Doch sobald sich die Intelligenz des Gehirns zu entwickeln beginnt, können kleine Kinder immer mehr Bewegungen schaffen. „Dabei werden dann viele Daten gewonnen, die zurück zum menschlichen Hirn geschickt werden – und das Gehirn entwickelt sich weiter und lässt die Hand immer neue Aufgaben übernehmen.“
Ähnlich läuft es nun mit den humanoiden Robotern. Die Maschinen werden von Menschen und durch Simulationen trainiert und lernen ständig dazu. Hinzu kommt die Hardware: Die Agile-Hand gilt noch immer als eine der besten in der Industrie. Anfang des Jahres hat Agile Robots mit der Produktion seines Humanoiden in Fürstenfeldbruck begonnen.
Der Mehrwert liegt nicht in einem einzelnen intelligenten Humanoiden, sondern in einem vollständig vernetzten und intelligenten Produktionssystem. Zhaopeng Chen
Chen hat in China Ingenieurwesen studiert und am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) promoviert. Die Ausgründung Agile Robots entwickelte er konsequent weiter, mit der Übernahme des Cobot-Spezialisten Franka Emika etwa genauso wie mit dem Kauf von Anlagenbau-Aktivitäten von Thyssenkrupp. Zudem knüpfte er ein Netzwerk mit Nvidia, Google und anderen Tech-Giganten.
Humanoide Roboter, sagt Chen, seien aber nur ein Teil der Lösung. „Der wahre Mehrwert liegt nicht in einem einzelnen intelligenten Humanoiden, sondern in einem vollständig vernetzten und intelligenten Produktionssystem.“
Saskia Schmitt, Tubulis
Saskia Schmitt: Gründerin des Biotechunternehmens Tubulis. Foto: PR
Saskia Schmitt gehört nicht zu den Menschen, die laut auftreten. Öffentlich findet man kaum etwas über sie. In der Welt der Biotechnologie verschafft sie sich anders Gehör: mit Daten, wissenschaftlicher Präzision und einer Geschwindigkeit, mit der sie in wenigen Jahren zu einer der wichtigsten Forscherinnen eines der ambitioniertesten deutschen Biotechunternehmen geworden ist.
Mit gerade einmal 35 Jahren verantwortet sie als Director Biology bei Tubulis das biologische Verständnis einer Technologie, auf die große Teile der Pharmaindustrie enorme Hoffnungen setzen. Das Münchener Unternehmen entwickelt sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, kurz ADCs – Krebsmedikamente, die Chemotherapien gezielter und verträglicher machen sollen. Dass der US-Pharmakonzern Gilead nun Tubulis für bis zu fünf Milliarden Dollar übernimmt, zeigt, welche Bedeutung dieser Technologie inzwischen beigemessen wird.
Saskia Schmitt hat daran entscheidenden Anteil. Im Januar 2021 kam sie direkt nach der Doktorarbeit zu Tubulis – zu einem Zeitpunkt, als das Unternehmen noch am Anfang stand. Schmitt baute das operative Tumorbiologie-Labor mit auf und entwickelte sich in außergewöhnlich kurzer Zeit zur zentralen wissenschaftlichen Führungskraft. Heute berichten fast alle Laborwissenschaftler im Bereich Biologie an sie.
Kolleginnen und Kollegen beschreiben Schmitt als hochengagiert, analytisch und außergewöhnlich produktiv. Wissenschaftliche Sorgfalt lebt sie konsequent.
Besonders prägend war ihre Rolle bei TUB-040, einem der wichtigsten Wirkstoffkandidaten von Tubulis. Schmitt erkannte früh das präklinische Potenzial des Programms und generierte mit ihrem Team jene Daten, die den Kandidaten entscheidend voranbrachten.
Pelin Anli Bedirhanoglu, Zalando
Pelin Anli Bedirhanoglou: Die Zalando-Managerin will den Online-Modehandel verändern. Foto: PR
Wenn sich ein Start-up, das in 13 Jahren zum Dax-Konzern wurde, etwas wünscht, dann sind das innovative Führungskräfte, die ebenfalls mal als Gründer aktiv waren. Mit Pelin Anli Bedirhanoglu hat Zalando vor sechs Jahren genau so eine Führungskraft gefunden.
Nach ihrem Ingenieurstudium in Istanbul und ihrem Master am Imperial College in London hatte sie zunächst in Istanbul mit doktorburada.com eine Plattform für Gesundheitsinformationen gegründet. Anschließend arbeitete sie für einen Finanzinvestor und gründete ein Fintech-Start-up, das es nicht mehr gibt. Sie sammelte dabei aber wichtige Erfahrungen in der Tech-Welt.
Seit 2020 arbeitet Bedirhanoglou daran, eines der größten Probleme des Online-Modehandels zu lösen: Die Größen und Passformen sollen so treffsicher sein, dass die Retourenquoten sinken. Branchenweit gehen rund 50 Prozent der Bestellungen zurück. Bedirhanoglous Erfolg mit ihrem Team von 80 Experten in Berlin und an ihrem Wohnort Zürich lässt sich in Zahlen messen: Seitdem das Unternehmen den Kundinnen und Kunden eine KI-gestützte Größenberatung anbietet, ist die größenbedin
Preguntas abiertas
- What are the specific challenges and timelines for each of these innovations?
- How will these innovations impact the German economy and job market?
- What role will international collaboration play in these advancements?
- What are the potential ethical considerations for AI and robotics?



