EU announces digital industrial policy shift for technological sovereignty
Jetzt ist es offiziell: Die EU veröffentlicht ihren Kurswechsel hin zur digitalen Industriepolitik. Ein überfälliger Schritt, der aber auch zeigt, was falsch in Europa läuft. Thomas Jahn 03.06.2026 - 16:34 Uhr
Ursula von der Leyen: Die EU-Kommissionspräsidentin spricht zu Recht von „technologischer Souveränität“, die Europa anstreben müsse. Foto: REUTERS
Die EU legte wie zuvor angekündigt ihr „Europäisches Paket zur technologischen Souveränität“ vor. Damit soll Europa unabhängiger von amerikanischen Rechenzentren oder Halbleitern werden.
Ursula von der Leyen spricht zu Recht von „technologischer Souveränität“, die Europa anstreben müsse. Es ist ein überfälliges Gesetz.
Wenn man sich die Maßnahmen durchliest, beschleichen einen aber Zweifel. Die kamen selbst europäischen IT-Unternehmen, die vor zu großer Eile warnten. Denn auch ein Gesetz ändert nicht die Realität: Europa besitzt einfach nicht die Kapazitäten, um ausreichend Datenzentren oder Halbleiter herzustellen.
Die Einsicht hätte schon vor einem Jahrzehnt kommen müssen, als amerikanische Hyperscaler Milliarden in Prozessoren und Server investierten.
Bitte mehr Realität und weniger Gesetze
Die Rolle des Staates kann es nicht sein, Fortschritt zu befehlen. Märkte und Technologie funktionieren anders. Unternehmen brauchen Anreize, langfristige Vorgaben und vor allem Entscheidungsfreiheit.
Sowohl die EU als auch Deutschland sollten daher weniger Gesetze erlassen und mehr als Ankerkunden auftreten. Nichts spornt ein Start-up, einen Risikokapitalgeber oder Unternehmer mehr an, als die Aussicht auf einen zahlungskräftigen und langfristigen Kunden.






