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Felix Magath kritisiert DFB und Bundestrainer Nagelsmann scharf

En resumen

  • Felix Magath äußert sich kritisch zur Leistung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und den Entscheidungsträgern beim DFB.
  • Er bemängelt fehlende Kontinuität, überforderte Trainer und eine mangelhafte Nachwuchsausbildung.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Felix Magath, ehemaliger Fußballspieler und Trainer, äußert sich in einem Interview mit der WELT zur aktuellen Situation des deutschen Fußballs und der Nationalmannschaft. Er kritisiert die jüngsten Leistungen und die strategische Ausrichtung des DFB.

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WELT: Bereits beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste und erst recht beim 1:2 gegen Ecuador gab es dann Hinweise auf Instabilität.

Magath: Ja, gegen die Elfenbeinküste war deutlich zu sehen, dass wir Schwierigkeiten haben, ein klares, gefährliches Offensivspiel aufzuziehen – und dass wir immer wieder Schwächen in der Defensive hatten. Wir waren nie wirklich überzeugend.

WELT: Die Torwartfrage, die Debatte über die Rollen von Kimmich oder Undav – wurden zu viele Baustellen mit ins Turnier genommen?

Magath: Das war natürlich problematisch. Aber das eigentliche Problem war, dass sich in den vergangenen zwei Jahren nie eine Mannschaft abgezeichnet hat, von der man den Eindruck hatte: Das könnte unsere WM-Elf sein. Darauf können sich die Spieler einstellen. Und dann beginnt die WM und es gibt eine Besetzung mit Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović im Mittelfeld, die so ja auch neu war.

WELT: Trägt Nagelsmann die Hauptschuld?

Magath: Er hat sicher auch mit Problemen zu tun gehabt, für die er nicht verantwortlich war. Aber aufgrund seiner fehlenden Erfahrung war es für ihn auch besonders schwer. Das hat ihn halt auch überfordert. Er hat mal dieses, mal jenes versucht. Er hat keine Kontinuität hineingebracht.

WELT: Es gab auch bei dieser WM wieder viel Ablenkung. Die Frauen und Familien der Spieler sollen oft im Mannschafts-Quartier gewesen sein. Stört so etwas die Konzentration?

Magath: Selbstverständlich. Das ist alles Ablenkung. Wir haben ja schon in Katar gesehen, dass es nicht guttut, sich mit etwas anderem als mit Fußball zu beschäftigen. Diese politischen Aktivitäten gingen ja auch in die Hose. Ich muss mich fokussieren – auch wenn bei einer WM viele Mannschaften dabei sind, die da eigentlich gar nicht hingehören. Trotzdem ist es eine WM. Darauf muss ich mich voll einlassen.

WELT: Deutschland ist zuletzt zweimal in der WM-Vorrunde gescheitert, nun im Sechzehntelfinale. Dazwischen lag das Erreichen des Achtelfinales bei der EM 2021 und das Viertelfinale vor zwei Jahren. Haben wir uns die Leistungsstärke der Mannschaft zu schöngeredet?

Magath: Ja, natürlich. Wir sind zwar bei der Heim-EM ins Viertelfinale gekommen, aber wir haben doch keinerlei Glanzleistungen vollbracht. Wir haben Schottland klar geschlagen, doch die anderen Spiele waren alle nicht richtig gut. Und wir haben die EM ja ohnehin nur gerettet, weil wir Toni Kroos kurz vorher zurückgeholt haben. Aber es ist ja leider der Zeitgeist bei uns, sich Dinge schönzureden.

WELT: Wie kann der deutsche Fußball denn wieder in die Weltspitze vorstoßen?

Magath: Das müsste ganz unten anfangen: in der Ausbildung. Die Ausbildung beim DFB ist nicht so ausgerichtet, um Spitzenspieler auszubilden. Wir bilden nur noch Durchschnitt aus: Masse statt Klasse. Oliver Bierhoff ...

WELT: ...der frühere Manager der Nationalmannschaft ...

Magath: ... sagt doch seit Jahren: Wir bilden keine Innenverteidiger, keine Stürmer mehr aus. Dabei hatten wir in früheren Jahren gerade auf diesen Positionen die Qual der Wahl. Mittlerweile wird in der Jugend ja teilweise sogar ohne Tore gespielt. Das ist doch hanebüchen.

WELT: Sind dafür nicht eher die Vereine und die von ihnen betriebenen Nachwuchsleistungszentren zuständig?

Magath: Das gehört ja zusammen. Der DFB schreibt den Nachwuchsleistungszentren vor, wie ausgebildet werden soll. Dafür gibt es dann Punkte und Geld – für Dinge, die der DFB will. Das ist wie in der DDR – Ausbildung von oben nach und unten und für alle gleich: von Garmisch-Partenkirchen bis Flensburg. Doch wenn alle gleich ausbilden, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir nur noch gleiche Spieler haben.

WELT: Derzeit stecken sie beim DFB die Köpfe zusammen und beratschlagen, wie es weitergeht. Könnten Sie sich vorstellen, mit Nagelsmann weiterzuarbeiten?

Magath: Naja, nach der WM 2018, als es darum geht, ob Joachim Löw weitermacht, hat es beim DFB auch geheißen: Jetzt analysieren wir alles knallhart, jetzt werden wir jeden Stein umdrehen. Und was ist passiert? Nichts. Löw hat sechs Wochen Urlaub gemacht und dann ging es weiter wie vorher. Es würde mich nicht wundern, wenn es jetzt ähnlich läuft. Aber zu Nagelsmann: Seine Verpflichtung war eine falsche Entscheidung. Die muss korrigiert werden. Doch es wäre ein Fehler, zu glauben, dass es damit getan wäre. Es geht auch um die Ausrichtung des DFB. Es wäre nicht schlecht, wenn es dort etwas mehr um Sport und etwas weniger um Politik gehen würde.

WELT: Viele wünschen sich Jürgen Klopp. Wäre er eine gute Lösung?

Magath: Mit ihm hätten wir sicher eine bessere WM gespielt.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Der DFB wird die Entscheidung über die Zukunft von Nagelsmann treffen.

    Muy probable · En semanas

  • Es wird eine Reform der Nachwuchsausbildung geben.

    Probable · En meses

Preguntas abiertas

  • Wird es personelle Konsequenzen beim DFB geben?
  • Wie wird die Nachwuchsarbeit reformiert?
  • Kann der deutsche Fußball seine Weltspitzenposition zurückgewinnen?

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This article was originally published by Die Welt.

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