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Fernwärme-Atlas: Fast jede zweite Wohnung in Deutschland könnte mit Fernwärme beheizt werden
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Handelsblatt17.06.2026Energy5 dk okumaGermany

Fernwärme-Atlas: Fast jede zweite Wohnung in Deutschland könnte mit Fernwärme beheizt werden

En resumen

  • Ein neuer Fernwärmeatlas von Prognos zeigt, dass fast jede zweite Wohnung in Deutschland theoretisch mit Fernwärme beheizt werden könnte.
  • Aktuell liegt der Anteil bei 15%, bis 2045 könnte er auf 47% steigen.
  • Die Verfügbarkeit von Fernwärmenetzen wird entscheidend für die Umstellung auf klimafreundliche Heizungen sein.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Bis 2045 dürfen Heizungen in Deutschland nicht mehr mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Fernwärme wird zentral erzeugt und über Rohre zu Haushalten geleitet. Die Verfügbarkeit von Fernwärmenetzen beeinflusst die Wahl klimafreundlicher Heizungen.

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Düsseldorf, Berlin. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland könnte in Zukunft theoretisch mit Fernwärme beheizt werden. Das geht aus einem neuen Fernwärmeatlas des Forschungsinstituts Prognos hervor. Die Daten liegen dem Handelsblatt und dem Tagesspiegel Background Energie & Klima exklusiv vorab vor.

Fernwärme wird durch lokale Energieversorger an einem zentralen Ort erzeugt und über Rohre zu den Haushalten einer Stadt geleitet. Der Energieversorger ist dafür verantwortlich, diese Wärme in den kommenden Jahren emissionsfrei zu erzeugen.

Die Verfügbarkeit von Fernwärmenetzen wird also darüber entscheiden, wo sich Bürger in Zukunft selbst um eine klimafreundliche Heizung wie eine Wärmepumpe kümmern müssen und wo nicht. Vier Grafiken geben wichtige Anhaltspunkte für alle Immobilienbesitzer.

Aktuell spielt Fernwärme eine untergeordnete Rolle in Deutschland. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR hat zwar in einigen Gebieten mehr als jede vierte Wohnung einen Fernwärmeanschluss. Die Infrastruktur dafür wurde dort systematisch entwickelt, durch die Anordnung von Wohnraum in Plattenbauten war es zudem einfacher, viele Wohnungen auf einmal mit Fernwärme zu versorgen. Im Westen Deutschlands aber ist der Fernwärme-Anteil noch sehr gering.

Jetzt steigt jedoch die Bedeutung von Fernwärme in ganz Deutschland. Spätestens im Jahr 2045 dürfen Heizungen in Deutschland nicht mehr mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Gewöhnliche Öl- und Gasheizungen scheiden damit aus.

Weil eine Heizung in der Regel 20 Jahre lang hält und das Jahr 2045 nur noch 19 Jahre entfernt ist, muss schon heute bei jedem Heizungswechsel eine grundlegende Entscheidung fallen:

Prognos-Projektmanagerin Noha Saad sagt: „Das Potenzial für Fernwärme in Deutschland ist groß, aber nicht überall sind die Voraussetzungen gleich gut. Wir zeigen für jede Region, wie gut die Ausgangslage für Fernwärme dort ist.“

Prognos geht davon aus, dass Fernwärme ein enormes Wachstumspotenzial hat. Der Anteil der Wohnungen, die deutschlandweit mit Fernwärme beheizt werden, könnte demnach von heute 15 Prozent auf 47 Prozent bis zum Jahr 2045 steigen.

In Regionen wie dem Rheinland, der Rhein-Main-Region oder Teilen von Norddeutschland ließen sich laut Prognos sogar mehr als die Hälfte aller Wohnungen mit Fernwärme beheizen.

Prognos hat erst einmal nur ermittelt, wo Faktoren wie Bevölkerungsdichte und bereits vorhandene Fernwärmestränge einen Auf- und Ausbau von Fernwärme wirtschaftlich begünstigen. Welche Stadtwerke aber tatsächlich Fernwärmenetze bauen, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Ein maßgeblicher Faktor sind die Finanzierungsbedingungen. Stefan Beismann, Firmenkundenvorstand bei der DZ-Bank, sagt, dass beispielsweise Landesbürgschaften, Haftungsfreistellungen der KfW oder Finanzierungen über die Kommune ein wichtiger Baustein sein können, damit Stadtwerke Finanzierungen für Fernwärmeprojekte bekommen.

Die DZ Bank hat bereits ein knappes Dutzend neuer Wärmenetze mitfinanziert und ist zu rund 50 weiteren Fernwärmeprojekten in Gesprächen. Sie weiß: Fernwärmenetze zu bauen, ist ein Risiko.

Denn die Investition lohnt sich nur, wenn am Ende auch genügend Haushalte an das neue Netz angeschlossen werden. Beismann sagt: „Wenn man ein Fernwärmenetz auf 10.000 Abnehmer auslegt, aber dann entscheiden sich 7000 Bürger in dem Gebiet für eine Wärmepumpe, wird sich das Netz unter den heutigen Bedingungen nicht rentieren.“

Viele Stadtwerke fordern, dass für dieses Dilemma eine politische Lösung gefunden wird. In der Diskussion sind beispielsweise immer wieder Anschlusszwänge für Haushalte in Regionen, in denen neue Fernwärmenetze aufgebaut werden.

Aus Sicht von Beismann könnten Stadtwerke auch besser planen, wenn die Haushalte Klarheit darüber hätten, ab wann keine neuen Öl- und Gasheizungen mehr eingebaut werden dürfen, sodass der Anreiz groß genug ist, auf Fernwärme umzusteigen. In der Neufassung des „Heizungsgesetzes“, die die Bundesregierung bald umsetzen will, ist allerdings genau das nicht mehr vorgesehen.

Ob Stadtwerke ihre Fernwärmeversorgung ausweiten, hängt aber auch noch von einem weiteren Faktor ab: Kann man die Fernwärme klimafreundlich erzeugen?

Aktuell stammt die Wärme für Fernwärmenetze oft aus Gaskraftwerken, die neben Strom auch Wärme erzeugen, oder aus Müllverbrennungsanlagen. In Zukunft soll die Wärme stattdessen klimafreundlich gewonnen werden, etwa mit großen Flusswärmepumpen oder durch Geothermiebohrungen, die unterirdische Wärme nutzbar machen.

Solche emissionsfreien Wärmequellen sind nicht überall einfach und günstig zu erschließen. Denn nicht überall sind warme Schichten im Boden gut erreichbar und nicht überall gibt es geeignete Gewässer für Großwärmepumpen.

Prognos hat ausgewertet, wie viel Potenzial für Geothermie, Abwärmenutzung, Solarthermie und andere klimafreundliche Wärmequellen in den Kreisen verfügbar ist, und es jeweils mit den Stufen „sehr gut“, „gut“, „durchschnittlich“, „eingeschränkt“ und „herausfordernd“ bewertet.

Dadurch kann es Kreise geben, in denen sich zwar der Ausbau des Netzes lohnen würde, die aber nur schwer an klimafreundliche Wärme kommen. Insgesamt ist das Potenzial für Fernwärme dort dann in der Prognos-Skala niedriger bewertet.

Für jede Kommune mit mehr als 100.000 Einwohnern soll es auch ab dem 30. Juni dieses Jahres eine sogenannte kommunale Wärmeplanung geben. Auch daraus soll hervorgehen, in welchen Stadtteilen die Bürger künftig mit Fernwärme rechnen können.

In der Praxis dürften diese Pläne aber nur sehr grobe Anhaltspunkte liefern. Laut Bankvorstand Beismann ist bei vielen Fernwärmeplänen der Kommunen noch nicht abgeklärt, ob sie finanziell umsetzbar sind.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Anteil der mit Fernwärme beheizten Wohnungen steigt von 15% auf 47% bis 2045.

    Probable · Largo plazo

Preguntas abiertas

  • Wie werden Finanzierungsmodelle für Stadtwerke gestaltet?
  • Welche politischen Anreize werden für den Fernwärmeausbau geschaffen?
  • Wie schnell können klimafreundliche Wärmequellen erschlossen werden?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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