Irankrieg im Liveblog: Peseschkian betont, Iran strebe keine Ausweitung des Krieges an
US-Präsident Trump spricht von letzter Chance für Teheran, während Iran direkte Verhandlungen mit den USA dementiert.
En resumen
- Trotz US-Berichten über bevorstehende Verhandlungen weist Iran direkte Gespräche mit den USA zurück.
- US-Präsident Trump bezeichnete die Lage als letzte Chance für Teheran, während im Iran zwei mutmaßliche Spione hingerichtet wurden und die Ölpreise sanken.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Iran und die USA befinden sich seit Februar in einem militärischen Konflikt. Im Juni geschlossene Rahmenabkommen gerieten ins Stocken.
Liveblog Irankrieg :
Peseschkian: Iran strebt keine Ausweitung des Krieges an
04.08.2026, 10:20Lesezeit: 1 Min.
Massud Peseschkian am 11. Februar bei einer Rede in Teherandpa
Irans Präsident: Verteidigen unsere Grenzen +++ Trump über Iran-Gespräche: „letzte Chance“ für Teheran +++ Iran erteilt Gesprächen eine Absage +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Peseschkian: Iran strebt keine Ausweitung des Krieges an
Iran verteidigt nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian seine Grenzen. Sein Land strebe aber keine Ausweitung des Krieges an, erklärt Peseschkian staatlichen iranischen Medien zufolge. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es seien Verhandlungen mit Iran über eine Beilegung des Konfliktes im Gange. Zugleich sprach Trump von einer „letzten Chance“ für die Führung in Teheran.
Iran wies die Darstellung zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Montagabend, es fänden keine Verhandlungen mit den USA statt und es seien auch keine Treffen vorgesehen. Die einzigen laufenden Gespräche seien die mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus.
Pentagon fragt Militäranalysten nach Ideen für den Irankrieg
Das amerikanische Verteidigungsministerium sucht angeblich außerhalb der eigenen Reihen nach einer Lösung für den Irankrieg. Wie der amerikanische Sender CNN am Montag berichtete, habe ein Offizier des für den Krieg zuständigen Armeekommandos Central Command (Centcom) eine Bitte an eine große Gruppe von Militäranalysten gerichtet, man solle Vorschläge einreichen. Es gehe um „neue kreative und unkonventionelle Wege, Iran unter Druck zu setzen und zu bestrafen“, zitiert CNN aus der Email.
Eine zweite Quelle habe diese Bitte bestätigt und CNN mitgeteilt, dass Centcom nach Ideen suche, seine Strategie anzupassen. Ein Sprecher von Centcom teilte in einer Stellungnahme mit, Centcom habe „eine lange Geschichte innovativer Denk- und Arbeitsweisen“. Besonders der Kommandeur, Admiral Brad Cooper, suche den Dialog mit „allen Mitgliedern unseres großartigen Teams, unabhängig von deren Rang“, um die „höchste operative Leistungsfähigkeit“ zu erhalten.
Wie der Sender weiter berichtet, könnte die Bitte ein Zeichen dafür sein, dass der Trump-Regierung die Ideen ausgehen, wie sie ein erfolgreiches Ende des Krieges erreichen kann.
Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom
Inmitten anhaltender Spannungen kommen an diesem Dienstag abermals israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hizbullah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein.
Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär erst am Wochenende eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA.
Die Hizbullah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk der von Iran unterstützten Organisation umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen.
Israel hat wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass Hizbullah-Kämpfer – auch unter Einsatz des Tunnelsystems – einen großangelegten Angriff auf den Norden Israels nach dem Vorbild des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verüben könnten.
Trump über Iran-Gespräche: „letzte Chance“ für Teheran
US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befände sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass diverse Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ Irans gehen – das werde länger dauern, gab Trump zu.
Der US-Präsident hatte am Sonntag für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit Iran eine Chance zu geben.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai informierte daraufhin allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Trump warf Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.
Iran widerspricht Trump und erteilt Gesprächen eine Absage
Iran hat US-Präsident Donald Trump mit Blick auf dessen Ankündigung widersprochen, am Montag werde es neue Gespräche zur Beendigung des Krieges geben. Die Führung in Teheran erklärte, derzeit gebe es keine Unterredungen mit den USA. Auch sei nicht geplant, in diesen Tagen Vertreter der US-Regierung zu empfangen oder selbst eine Delegation zu entsenden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Wenige Stunden zuvor hatte Trump nach eigener Aussage neue Angriffe auf Iran in letzter Minute abgesagt und zur Begründung auf angeblich noch am Montag bevorstehende Verhandlungen verwiesen.
Trump hatte sich in dem fünfmonatigen Krieg zuvor schon ähnlich verhalten. Dennoch reagierten die Aktien- und Ölmärkte auf neue Friedenshoffnungen. Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte weiter, alle iranischen Unterhändler hielten sich derzeit in ihrer Heimat auf. Einzige Ausnahme sei Außenminister Abbas Aragtschi, der auf Pilgerreise im Irak sei. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen hochrangigen iranischen Insider, demzufolge Aragtschi mindestens bis Ende der Woche nicht für Verhandlungen zur Verfügung steht.
Außenministeriumssprecher Baghaei betonte auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, die einzigen derzeit laufenden Gespräche seien jene mit Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus. Vorübergehend sei eine Route im Gespräch, die aus einem einzigen Korridor mit Fahrrinnen für beide Richtungen bestehe. Dies habe allerdings nichts mit Gesprächen über eine allgemeine Öffnung der Meerenge zu tun. „Das ist eine separate Diskussion.“ Iran lehnt Verhandlungen mit den USA ab, seit eine im Juni geschlossene Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges Anfang Juli gescheitert war.
Iran richtet zwei Männer hin
Im Iran sind zwei weitere Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Nach Angaben der mit der Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan sollen sie während der militärischen Auseinandersetzungen mit den USA und Israel Koordinaten und Fotos sensibler Militär- und Sicherheitsstandorte an „mit dem israelischen Geheimdienst Mossad verbundene Kanäle“ weitergegeben haben. Dabei soll es sich den Angaben zufolge um ein nicht näher bezeichnetes internationales Satellitennetzwerk handeln. Weiter hieß es, der oberste Gerichtshof habe der Todesstrafe zugestimmt.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw werfen die Vorwürfe angesichts der weitreichenden Internetabschaltungen während des Konflikts und fehlender öffentlich überprüfbarer Beweise ernsthafte Fragen auf. Zudem seien Festnahme, Strafverfolgung und Hinrichtung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne eine unabhängige rechtliche Überprüfung erfolgt. Die im Staatsfernsehen ausgestrahlten „Geständnisse“ seien unter Folter und starkem Druck erzwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Schifffahrtsdaten: Tanker mit saudischem Öl verlassen Rotes Meer – Verkehr sinkt
Aus aktuellen Schifffahrtsdaten geht hervor, dass am Wochenende nur zwei mit saudischem Öl beladene Tanker das Rote Meer verlassen haben. Zudem zeigen die Daten einen deutlich verlangsamten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Berichten über Angriffe an. Die Tanker „Lesvos“ und „Desh Vaibhav“ passierten die Meerenge Bab al-Mandab demnach mit abgeschalteten AIS-Transpondern. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben am 20. Juli ein See-Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt und damit ihre Angriffe auf Schiffe ausgeweitet. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete zuletzt drei weitere Angriffe auf Tanker. Die Zahl der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus passieren, sank den Daten zufolge von 19 auf zehn.
Hoffnung auf Iran-Abkommen drückt Ölpreise deutlich
Die Aussicht auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran hat die Ölpreise am Montag deutlich fallen lassen. US-Präsident Donald Trump verzichtete auf einen neuen Angriff auf das Land, um ein schnelles Abkommen zur Beendigung des iranischen Atomprogramms und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erreichen. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um 4,08 Dollar oder 4,64 Prozent auf 83,85 Dollar je Barrel (159 Liter).
Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 4,01 Dollar oder 4,74 Prozent auf 80,66 Dollar. Trump hatte am späten Samstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social erklärt, Iran und andere Länder im Nahen Osten hätten um Zeit gebeten, um eine Vereinbarung abzuschließen. Diese solle zu einer sofortigen und vollständigen Öffnung der wichtigen Meerenge sowie einem Ende der nuklearen Bedrohung durch Iran führen.
Zusätzlich unter Druck gerieten die Preise durch die Opec+. Die Allianz erdölexportierender Länder billigte am Sonntag eine Erhöhung der Förderquote um rund 188.000 Barrel per Tag ab September, wie die Gruppe mitteilte. Im vergangenen Monat waren die Ölpreise noch um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt. Auslöser waren wiederaufgeflammte Kämpfe zwischen den USA und Iran sowie Angriffe auf mehrere Schiffe im Golf von Oman, die Reedereien aus der Region fernhielten.
Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldet
In der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine „Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes“ gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und „verdächtige Aktivitäten“ melden.
Iran hatte am Sonntag erklärt, vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Route durch die Meerenge zu stehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, betonte im Staatsfernsehen aber, dies bedeute nicht, dass die Meerenge wiedereröffnet werde.
Die für den weltweiten Erdöl- und Erdgastransport höchst wichtige Straße von Hormus ist Brennpunkt im Konflikt zwischen Iran und den USA. Teheran hatte die Straße von Hormus nach Beginn des Irankriegs Ende Februar blockiert.
Trump kündigt für heute neue Gespräche mit Iran an
US-Präsident Donald Trump hat nach der vorläufigen Absage weiterer Angriffe auf Iran eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern der Islamischen Republik angekündigt. Die Verhandlungen sollten am Montag stattfinden, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington. Wo die Gespräche geführt werden sollen, ob sie auf mehrere Tage angelegt sind und wer genau daran beteiligt ist, ließ er offen.
Trump bekräftigte auch seine Darstellung, dass das US-Militär nur auf Bitten von Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate, Qatars und Irans quasi in letzter Minute von einer neuen Welle vernichtender Angriffe auf Iran abgesehen habe. „Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen“, sagte Trump. Abgeblasen habe er den Angriff nur, weil die Verbündeten ihm gesagt hätten, dass eine Einigung wohl kurz bevorstehe. Auch Iran habe gesagt, es wolle einen „Deal“ schließen.
Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des seit Ende Februar andauernden Krieges geeinigt. Binnen einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. Allerdings gab es von Anfang an Zweifel an der Tragfähigkeit des Abkommens – und in der Zwischenzeit auch immer wieder heftige gegenseitige Angriffe. In der Nacht auf Sonntag verkündete Trump dann den vorläufigen Verzicht auf eine weitere Angriffswelle, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Eine Bestätigung mit gleichlautendem Tenor aus Teheran gibt es bislang nicht.
Peseschkian: USA müssen sich an Rahmenabkommen halten
Der iranische Präsident Massud Peseschkian sieht das Rahmenabkommen mit den USA eigenen Angaben zufolge als künftigen Schwerpunkt der Außenbeziehungen seines Landes. „Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat“, schrieb Peseschkian auf der Plattform X. Die Sicherheit Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch diese Absichtserklärung gestärkt.
Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Iran abgesagt, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gab es aus Iran zunächst keine Bestätigung.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Opec+ erhöht Förderquote ab September um rund 188.000 Barrel pro Tag.
Muy probable · En semanas
Preguntas abiertas
- Finden verdeckte Gespräche zwischen den USA und Iran statt?
- Wie reagiert das US-Militär auf die ausgebliebenen Verhandlungen?






