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Libanon und Israel wollen brüchige Waffenruhe umsetzen
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Libanon und Israel wollen brüchige Waffenruhe umsetzen

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#Waffenruhe#Hisbollah#Iran-Krieg#US-Repräsentantenhaus#Atomprogramm#StraßevonHormus#Drohnenangriff#Kuwait
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Krieg in Nahost Libanon und Israel wollen brüchige Waffenruhe umsetzen

4. Juni 2026, 4:11 Uhr|

Nach Angaben der USA einigen sich beide Staaten auf Bedingungen für eine tatsächliche Waffenruhe. Das US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Iran-Kriegs.

Alle Entwicklungen im Liveblog

viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Iran-Kriegs US-Militär meldet Abwehr iranischer Angriffe in der Golfregion Iran zu Verhandlungen über weitere Aspekte des Atomprogramms bereit Trump spricht von Einigung „nächste Woche“ – Iran bricht wohl Gespräche ab

Die aktuelle Lage in Libanon

Israel und Libanon einigen sich erneut auf Waffenruhe

Israel und Libanon haben sich nach Angaben der USA auf eine Waffenruhe geeinigt. Voraussetzung sei, dass die Hisbollah-Miliz das Feuer vollständig einstellt und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückzieht, teilt das US-Außenministerium nach Verhandlungen in Washington mit. Zwischen beiden Ländern herrschte bereits eine Waffenruhe, die jedoch faktisch nahezu komplett ignoriert wurde.

Zudem sollen rasch Testgebiete eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und nicht staatliche Akteure ausgeschlossen werden. In der Woche vom 22. Juni wollen beide Seiten direkte Gespräche fortsetzen, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen. Alle beteiligten Parteien verurteilen der gemeinsamen Erklärung zufolge außerdem die iranischen Angriffe in der Region.

US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Iran-Kriegs

Das republikanisch geführte US-Repräsentantenhaus hat sich gegen Präsident Donald Trump gestellt und für eine Resolution gestimmt, die den US-Krieg gegen Iran beenden soll. Die Vorlage wurde am Mittwoch mit 215 zu 208 Stimmen angenommen – vier Republikaner stimmten mit den Demokraten. Ein Signal, das die Zweifel am Kurs des Präsidenten auch in seiner eigenen Partei wachsen, fünf Monate vor den Kongresswahlen.

Ein Ende der US-Angriffe folgt daraus zunächst nicht: Der Senat müsste ebenfalls zustimmen, und ob das Repräsentantenhaus Trump über den War Powers Act von 1973 tatsächlich zum Truppenabzug zwingen kann, ist juristisch umstritten. Schon im Senat hatte eine Resolution zur Beendigung des Kriegs zuletzt erstmals eine wichtige Verfahrenshürde genommen, kam aber bisher nicht zur Schlussabstimmung.

Die Abstimmung fällt in eine Phase, in der sich der Konflikt zuspitzt und die wirtschaftlichen Folgen spürbarer werden. Nach Angaben der American Automobile Association stieg der durchschnittliche Benzinpreis in den USA am Mittwoch auf 4,26 Dollar pro Gallone; zugleich berichten Umfragen von wachsender Unzufriedenheit. Der republikanische Speaker Mike Johnson warnte vor der Abstimmung, es sei „sehr gefährlich“, der Regierung und dem Oberbefehlshaber in dieser Lage die Möglichkeit zu nehmen zu verhandeln.

Iran: Kontakte zu USA nicht abgerissen

Der iranische Außenminister ​Abbas Araghtschi sagt in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al Mayadeen, dass die Kontakte zwischen Teheran und Washington zwar nicht abgerissen seien, es jedoch keine Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Beide Seiten prüften derzeit ausgetauschte Entwürfe. Zudem warnt der Minister: Sollte Israel die libanesische Hauptstadt Beirut angreifen, werde Iran entschlossen reagieren.

Netanjahu: Konflikt mit Iran nicht vorbei

Der Konflikt mit Iran ist nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch nicht ausgestanden. „Es ist in Iran noch nicht vorbei, sie sind jedoch geschwächt“, sagte Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNBC. Mit US-Präsident Donald Trump stimme er in den wesentlichen Punkten in Bezug auf Iran überein. Gelegentliche taktische Meinungsverschiedenheiten würden ausgeräumt. Kürzlich hatte es Berichte über scharfe Auseinandersetzungen zwischen den beiden Politikern gegeben.

Mit Blick auf die Hisbollah-Miliz erklärt Netanjahu zudem, viele derjenigen Kämpfer, die Israel angriffen, hielten sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf.

Wadephul übt scharfe Kritik an Iran nach Eskalation am Golf

Außenminister Johann Wadephul hat die Regierung in Iran scharf für deren neuen Angriffe auf die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain kritisiert. „Parallel zu Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten und zu einem vereinbarten Waffenstillstand ist es völlig unzulässig, derartige Angriffe vorzunehmen“, sagte der CDU-Politiker in New York. „Das sind Angriffe, die sich gegen den Friedensprozess richten. Das sind Angriffe, die sich gegen unbeteiligte Dritte richten“, ergänzte Wadephul. Dies zeige bedauerlicherweise einmal mehr „den Charakter des iranischen Regimes“. Die Bundesregierung fordere Iran auf, endlich diese Kampfhandlungen zu unterlassen.

Der Bundesaußenminister sprach den Menschen in der Region Anteilnahme und Solidarität aus. Er habe auch mit Kollegen in der Region Kontakt gehabt und diesen das ausgerichtet. Deutschland werde „jeden Beitrag dazu leisten, dass dieser Konflikt endlich zu einem Ende kommt“.

Ein Toter und mindestens 63 Verletzte bei Drohnenangriff auf Flughafen von Kuwait

Bei dem jüngsten iranischen Drohnenangriff auf Kuwait sind am Flughafen der Hauptstadt ein Mensch getötet und mindestens 63 weitere verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Unter den Verletzten seien Reisende, Mitarbeiter des Flughafens und andere Zivilisten. Sieben der Verletzten seien bisher notoperiert worden. Die Streitkräfte haben sich bereit erklärt, „jegliche Schritte“ zu unternehmen, um die Sicherheit und Stabilität des kleinen Landes am Persischen Golf zu schützen.

Der Flughafen geriet im Lauf des Iran-Kriegs mehrmals unter Beschuss und wurde nun erneut schwer getroffen. Aufnahmen nach dem Angriff zeigten heute eine zerstörte Halle des Flughafens sowie dichten Qualm und Feuer. Zwischen Kuwait und Iran liegen nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie. Der kleine Golfstaat ist für Teheran deshalb ein leichtes Ziel und meldete seit Kriegsbeginn Ende Februar Hunderte iranische Angriffe mit Drohnen und Raketen. Diese trafen zivile Gebiete, Infrastruktur und auch Einrichtungen des US-Militärs sowie die US-Botschaft.

Die Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, dass alle für heute geplanten Flüge ausgesetzt oder an andere Flughäfen umgeleitet worden seien. Am Flughafen sei ein Notfallplan aktiviert worden.

Trümmer, Feuer und Rauch nach dem Angriff auf den Flughafen von Kuwait-Stadt. REUTERS

US-Militär meldet Abwehr iranischer Angriffe in der Golfregion

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen größeren iranischen Angriff auf Ziele in der Golfregion abgewehrt. Mehrere ballistische Raketen und Drohnen seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Zudem habe das US-Militär als Reaktion „Selbstverteidigungsschläge“ gegen eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus ausgeführt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Kurz zuvor meldeten Kuwait und Bahrain Angriffe mit Raketen und Drohnen. Beide Golfstaaten beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte. Nach US-Angaben verfehlten die iranischen Angriffe ihre Ziele oder wurden von der Luftabwehr abgefangen. Außerdem seien drei iranische Drohnen abgeschossen worden, die auf zivile Schiffe abgefeuert worden seien.

Auslöser des jüngsten Schlagabtauschs könnte ein US-Angriff vom Dienstag gewesen sein: Das US-Militär hatte vor der iranischen Insel Kharg einen unbeladenen Öltanker mit einer Rakete außer Gefecht gesetzt, weil er trotz Blockade einen iranischen Hafen anlaufen wollte. Ein iranischer Militärsprecher bestätigte Vergeltungsschläge der Revolutionsgarde und warnte, jede Bedrohung der Straße von Hormus werde das US-Militär „teuer zu stehen kommen“. Die iranische Revolutionsgarde greift laut Medienberichten zufolge das Hauptquartier der 5. US-Flotte ​sowie einen Luftwaffenstützpunkt in der Region mit Raketen und Drohnen an.

US-Militär greift Tanker vor iranischer Insel Kharg an

Das US-Militär hat im Persischen Golf nach eigenen Angaben einen unbeladenen Öltanker mit einer Rakete außer Gefecht gesetzt. Das Schiff habe versucht, einen iranischen Hafen anzulaufen, und sei vor der für Teherans Ölexport wichtigen Insel Kharg getroffen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit.

Die Besatzung habe über 24 Stunden hinweg wiederholte Warnungen ignoriert. Ein US-Flugzeug habe daraufhin eine Hellfire-Rakete in den Maschinenraum gefeuert. Seit Beginn der US-Blockade gegen iranische Häfen am 13. April sind laut Centcom sechs Handelsschiffe außer Gefecht gesetzt und 122 umgeleitet worden.

Iran zu Verhandlungen über weitere Aspekte des Atomprogramms bereit

Iran ist nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio bereit, über Aspekte seines Atomprogramms zu verhandeln, die das Land zuvor in Gesprächen ausgeklammert habe. Dies sei jedoch keine Garantie für eine Übereinkunft zur Beendigung des Krieges, sagte Rubio vor Abgeordneten in Washington. Erste Voraussetzung für die laufenden Gespräche sei, dass die Regierung in Teheran die gesperrte Straße von Hormus wieder öffne und dies auch unmissverständlich bekanntgebe. Zudem müsse sich Iran zu konkreten Verhandlungen über den Verbleib seines hochangereicherten Urans verpflichten.

Eine Lockerung der Sanktionen sei an Bedingungen geknüpft und werde nicht allein für die Öffnung der Meerenge gewährt. Die konventionelle Verteidigung Irans sei erheblich geschwächt worden, ⁠das Land verfüge aber noch über viele Drohnen, erklärte der Minister weiter.

Israel setzt Angriffe in Südlibanon fort

Israel setzt seine Luft- und Artillerieangriffe auf mehrere Ortschaften in Südlibanon fort. Die Einwohner der Stadt Nabatija werden zum Verlassen des Ortes aufgefordert. Über der Hauptstadt Beirut kreist eine israelische Drohne. Die Hisbollah-Miliz gibt zwei Vorstöße gegen israelische Truppen in Südlibanon bekannt, verzichtet aber eigenen Angaben zufolge auf Raketenangriffe über die Grenze hinweg. Das israelische Militär hatte ​dagegen angegeben, in der Nacht zwei aus Libanon abgefeuerte Geschosse abgefangen zu haben.

Flugverkehr über Syrien wegen Iran-Krieg stark gestiegen

Der syrische Luftraum hat sich im ​Mai zu einer wichtigen Ausweichroute für die internationale Luftfahrt entwickelt. Fast 12 000 Flugzeuge überquerten das Land, wie aus Zahlen der syrischen Zivilluftfahrtbehörde hervorgeht. Im Februar waren es rund 4300 gewesen. Der Krieg im Nahen Osten hatte die Flugrouten in der Region gestört. Für die neue syrische Regierung bedeutet ⁠dies potenziell lukrative Einnahmen: Berechnungen von Reuters zufolge ⁠könnte es dem Land allein im Mai Einnahmen von bis zu ‌5,9 Millionen ‌Dollar eingebracht haben.

Mehr als ein Jahrzehnt lang war der syrische Luftraum wegen des Bürgerkriegs eine Flugverbotszone für die ​meisten internationalen Fluggesellschaften. ​Sicherheitsexperten sehen die Entwicklung weiterhin mit Sorge. Die Luftfahrt-Beratungsgruppe OPSGroup stuft den syrischen Luftraum als riskant ein, die Flugverkehrskontrolle arbeite nur auf dem grundlegendsten Niveau. Auch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA empfiehlt den Airlines weiterhin, das Land zu meiden. ​Der zunehmende Verkehr beschränkt sich größtenteils ‌auf die Fluggesellschaften vom Persischen Golf, während europäische, asiatische und nordamerikanische ​Anbieter die Region weiterhin meiden. Die syrischen Behörden zeigen sich hingegen optimistisch und verweisen auf Investitionen in die Infrastruktur, ​unter anderem mit türkischer Hilfe.

Ein Airbus der Syrian Airlines auf dem Flughafen von Damaskus. Die Infrastruktur und Flugsicherung des Landes entsprechen nur den einfachsten internationalen Standards, warnen Experten. Syria's General Authority of Civil Aviation/Reuters

Trump spricht von Einigung „nächste Woche“ – Iran bricht wohl Gespräche ab

US-Präsident Donald Trump hat die „nächste Woche“ als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe.

Aus Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung – im Gegenteil: Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor geschrieben, das iranische Verhandlungsteam habe den indirekten Austausch mit den USA eingestellt. Sie begründen den Abbruch der Friedensverhandlungen mit den anhaltenden israelischen Angriffen in Libanon. Dort hat sich die Lage in den vergangenen Tagen zugespitzt: Trotz einer geltenden Waffenruhe greift die israelische Armee Hisbollah-Stellungen im Nachbarland an.

Doch Trump widersprach der Meldung. „Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran werden in zügigem Tempo fortgesetzt“, schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne für ein Ende des Krieges bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden.

Tasnim zufolge wird ​es erst dann wieder Gespräche zur Beendigung des Krieges geben, ⁠wenn die Forderungen Irans erfüllt sind. Dazu gehören ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und in Libanon sowie der ​vollständige ​Abzug Israels aus den besetzten Gebieten in Libanon.

Der ‌iranische Außenminister Abbas Araghtschi schrieb am Montag ‌auf der Plattform X: „Ein Bruch des Waffenstillstands an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten.“ Die USA und ​Israel seien für ​die Folgen verantwortlich, erklärte er mit ​Blick auf die israelischen Einsätze in Libanon.

Tasnim zufolge haben Iran und die mit ihm verbündete sogenannte Widerstandsfront – zu der schiitische Gruppen in Jemen, in Libanon und im Irak gehören – zudem Pläne ausgearbeitet, um die Straße von ‌Hormus vollständig zu blockieren. Außerdem wollen sie eine weitere Front an der Meerenge Bab al-Mandab ​vor der Küste Jemens eröffnen. Damit sollten Israel und dessen Unterstützer ​bestraft werden. Über die Meerenge läuft ein Großteil des ‌Schiffsverkehrs in Richtung Suezkanal.

Die aktuelle Lage in Libanon

US-Präsident Trump hat einen Angriffsstopp in Libanon verkündet. Doch dieser gelte vorerst nur für Beiruts Vororte, schränkt die libanesische Regierung ein. Im Süden des Landes kommt es nach libanesischen Angaben weiter zu israelischen Angriffen. Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigt an, auf Hisbollah-Angriffe weiterhin zu reagieren, die Militäroperationen im Süden Libanons will er fortsetzen.

Netanjahu droht weiter mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele

Israel hält an seiner harten Linie gegenüber der proiranischen Hisbollah-Miliz in Libanon ungeachtet des von US-Präsident Donald Trump verkündeten

This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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