Mercedes-Benz kündigt deutliche finanzielle Einschnitte für Belegschaft an
En resumen
- Mercedes-Benz plant in Deutschland finanzielle Einschnitte, darunter die Verschiebung einer Sonderzahlung und Forderungen nach längeren Arbeitszeiten, um Überkapazitäten und hohen Krankenstand zu adressieren.
- Der Betriebsrat kritisiert die Pläne als einseitige Belastung der Belegschaft und verweist auf eine gescheiterte Luxusstrategie des Vorstands.
Resumen generado por IA
Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz hat seiner Belegschaft deutliche finanzielle Einschnitte angekündigt. Man werde »Prozesse radikal beschleunigen« und »gewachsene Strukturen verschlanken«, hieß es in einem an alle Mitarbeiter in Deutschland verschickten Brief des Vorstands, der den Nachrichtenagenturen Reuters und dpa vorliegt. Als Begründung führt der Vorstand unter anderem eine Überkapazität in den deutschen Werken an, zudem sei der Krankenstand »teils um ein Vielfaches höher« als im Ausland.
Die Arbeitsstunde müsse deswegen »günstiger werden« – in Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion. Der »direkteste« und »in unseren Augen fairste Weg« dafür sei: »Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten«, schrieben Vorstandschef Ola Källenius und seine Kollegen. Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller hatte kürzlich bereits eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche angeregt.
Als Sofortmaßnahme wird dem Schreiben zufolge eine Sonderzahlung »zunächst« auf 2027 verschoben, die 18,4 Prozent eines Monatsverdienstes ausmacht und eigentlich im Juli ausgezahlt werden sollte. Zudem sollten einige Produkte und Verwaltungsfunktionen ins Ausland verlagert werden, »um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern«. Bisher arbeiten zwei Drittel der Belegschaft in Deutschland.
Betriebsrat kritisiert Källenius gescheiterte Luxusstrategie
Beim Betriebsrat stößt Källenius mit seinen Plänen auf Widerstand. »Wer Wettbewerbsfähigkeit in erster Linie über unbezahlte längere Arbeitszeiten definiert, macht es sich zu einfach«, schrieb der Gesamtbetriebsrat. Gerade vor dem Hintergrund einer teilweise geringeren Auslastung an den deutschen Standorten sei das »kein überzeugendes Zukunftskonzept«.
Die Ursachen der Herausforderungen lägen nicht bei den Beschäftigten, trotzdem sollten sie erneut einen erheblichen Teil der Last tragen. Der Gesamtbetriebsrat verweist dabei auf die gescheiterte Luxusstrategie von Källenius, die den Konzern viel Geld gekostet habe. Die Konsequenzen solcher Entwicklungen dürften nicht einseitig auf die Belegschaft abgewälzt werden.





