Mindestens 2.676 Tote auf Migrationsrouten seit Jahresbeginn
En resumen
- Seit Jahresbeginn sind mindestens 2.676 Menschen auf Migrationsrouten ums Leben gekommen oder werden vermisst.
- Die Zahl der Todesfälle auf dem Weg nach Europa stieg um 27 Prozent.
- Die zentrale Mittelmeerroute bleibt die gefährlichste.
Resumen generado por IA
Seit Jahresbeginn sind nach aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen (UN) mindestens 2.676 Menschen auf Migrationsrouten ums Leben gekommen oder werden vermisst. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte, sind allein 1.570 Menschen auf dem Weg nach Europa verschollen. Die Zahl der verunglückten Migrantinnen und Migranten mit Ziel Europa sei damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel (27 Prozent) gestiegen.
Andrea Garcia Borja, die IOM-Koordinatorin des »Missing Migrants Project«, sprach davon, dass Europa sich im »Zentrum einer humanitären Krise« befinde. Auf allen Fluchtrouten über das Mittelmeer sei in der ersten Jahreshälfte eine Zunahme der Todesfälle verzeichnet worden, obwohl die Zahl der dokumentierten Ankünfte im gleichen Zeitraum abgenommen habe. Jeder dritte Todesfall (32 Prozent) ereignete sich demnach auf der sogenannten zentralen Mittelmeerroute. Die Seeroute sei 2026 nach wie vor der gefährlichste Migrationsweg weltweit.
Deutlich mehr Menschen sterben auf der östlichen Mittelmeerroute
Besorgniserregend seien zudem die gestiegenen Todeszahlen auf der sogenannten östlichen Mittelmeerroute – von Libyen nach Kreta. Dort erhöhte sich die Zahl der dokumentierten Fälle den Daten zufolge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 167 Prozent. Allein 165 Todesfälle seien dort in der ersten Jahreshälfte verzeichnet worden. Die Dunkelziffer liege deutlich höher. Der Grund für die steigenden Zahlen sei unter anderem fehlende Seenotrettung auf dem rund 300 Kilometer umfassenden Seeweg, sagte Borja. »Fast niemand überwacht diese Route, niemand vollzieht Such- und Rettungseinsätze.«



