Ralph Denk fordert höhere Preise, mehr Einnahmen und strengere Hotels bei der Tour de France
Der Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe spricht über Lipowitz, Evenepoel, Dopingkontrollen und die Vermarktung des Radsports.
En resumen
Ralph Denk kritisiert Hotelstandards und die Vermarktung der Tour de France, verteidigt die Teamdynamik bei Red Bull-Bora-hansgrohe und fordert mehr wirtschaftliche Fantasie für den Radsport.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Der Text ist ein Interview mit Ralph Denk vor dem Ende der Tour de France in Paris. Thema sind unter anderem der Sturz von Florian Lipowitz, die Teamtaktik mit Remco Evenepoel und die wirtschaftlichen Strukturen des Radsports.
Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe, spricht vor dem Ende der Tour de France in Paris über den Sturz von Florian Lipowitz, die Teamdynamik mit Remco Evenepoel und die wirtschaftlichen Probleme des Radsports.
Denk sagt, der Ausfall von Lipowitz nach dem Sturz im Einzelzeitfahren schmerze das Team „wahnsinnig“ – sportlich und menschlich. Nach der Operation habe er mit ihm sprechen können; es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Denk zeigt sich zuversichtlich, dass Lipowitz noch in diesem Jahr wieder bei einem Rennen am Start sein könne.
Auch die schlechten Hotelbedingungen bei der Tour kritisiert Denk deutlich. Nach seiner Einschätzung sei der Veranstalter verpflichtet, angemessene Unterkünfte zu stellen, die den Regenerationsprozess nicht beeinträchtigen. Die geschilderten Zustände seien nicht „Tour-de-France-like“ und schadeten dem Image der Rundfahrt. Zugleich sagt er, dass die Organisation sich mit solchen Problemen keinen Gefallen tue.
Zur Frage, warum die Tour die betreffenden Hotels nicht konsequent von der Liste streiche, verweist Denk auf die Schwierigkeit, in strukturschwachen Regionen passende Kapazitäten zu finden. Er hält die Behauptung der Gleichbehandlung aller Teams für schwer überprüfbar und spricht von einem möglichen Lippenbekenntnis. Funktionäre in schlechten Hotels habe er bisher kaum gesehen. Gleichzeitig betont er, dass die Fahrer heute über soziale Medien Missstände offen benennen könnten.
Sportlich sieht Denk das Ziel seines Teams weiterhin als erreichbar an: Podium in Paris und ein Etappensieg. Remco Evenepoel habe diesen Teil des Ziels mit zwei Etappensiegen bereits übererfüllt. Ein vorzeitiges Ende der Tour hätte er dennoch bedauert, weil er Grand Tours als dreiwöchige Rennen versteht.
Den internen Konflikt zwischen Evenepoel und Lipowitz bewertet Denk gelassen. Er hält die Teamharmonie für intakt und sagt, der Vorfall sei aus seiner Sicht nicht groß oder spektakulär gewesen. Die Doppelstrategie mit zwei Kapitänen sei bewusst gewählt und nicht das klassische Lehrbuchmodell. Unterschiedliche Fahrercharaktere sieht er eher als Stärke, solange der Umgang respektvoll bleibe.
Auch die harsche Reaktion Evenepoels auf einen Journalisten verteidigt Denk indirekt. Nach 200 Kilometern könne einem im Affekt etwas herausrutschen; man solle das nicht überbewerten. Aalglatte Fußballinterviews hält er für unerträglich.
Im Vergleich zwischen den Fahrern betont Denk, dass beide viel Disziplin, Motivation und fast Besessenheit mitbrächten. Unterschiede sieht er eher im Charakter als in der Leistungsbereitschaft. Ein einfaches Nachahmen des jeweils anderen würde seiner Ansicht nach nicht funktionieren.
Auf die Frage nach einem künftigen Tour-Sieg sagt Denk, er träume weiterhin von Gelb in Paris, habe diesen Wunsch aber nicht aufgegeben. Dass Tadej Pogacar in starker Form sei, mache das Ziel schwierig. Dennoch wolle er nicht schon nächstes Jahr abtreten.
Denk unterstützt die nächtlichen Dopingkontrollen grundsätzlich. Der Radsport habe eine schwarze Vergangenheit, deshalb seien Kontrollen notwendig, auch wenn sie Vorbereitung und Erholung störten. Das Reglement erlaube solche Kontrollen, und sie seien wichtig, damit der Sport glaubhaft bleibe.
Besonders deutlich wird Denk bei der Bezahlung im Radsport. Er hält die Preisgelder im Tennis für angemessen, die des Radsports dagegen nicht. Der Sport habe großes Potenzial, auch wegen der Bilder aus den Vogesen, müsse aber bei der Gesamtvermarktung deutlich professioneller werden. Aktuell sei vor allem die ASO wirtschaftlich stark, während die Teams trotz guter Partner noch kein tragfähiges Geschäftsmodell hätten.
Denk fordert, im Radsport größer zu denken und auch über Eintrittsgelder in bestimmten Bereichen nachzudenken. Er verweist darauf, dass man nicht alles kostenlos und vollständig zugänglich halten müsse. Als Beispiel nennt er Alpe d’Huez und stellt die provokante Frage, warum man dort nicht in bestimmten Zonen Eintritt nehmen und den Zuschauern dafür mehr bieten könne.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Red Bull-Bora-hansgrohe wird die Chancen auf ein Podium in Paris weiter verfolgen, solange die Tour noch läuft.
Muy probable · En días
Die Debatte über Hotelstandards und Vermarktung der Tour dürfte nach dem Interview weitergehen.
Probable · En días
Lipowitz dürfte nach seiner Operation zunächst keine unmittelbare Rückkehr, aber laut Denk noch in diesem Jahr ein Rennen anpeilen.
Probable · En semanas
Preguntas abiertas
- Wie schwerwiegend ist die Verletzung von Florian Lipowitz langfristig?
- Wird Red Bull-Bora-hansgrohe die Doppelstrategie mit mehreren Kapitänen beibehalten?
- Ob und wie sich der Radsport bei Preisgeld und Vermarktung tatsächlich verändert?

