Spaniens Premierminister Sánchez besucht Ceuta nach Migrantenansturm
En resumen
- Nach der Ankunft Tausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta besucht Premierminister Pedro Sánchez die Stadt, um die angespannte Lage zu bewältigen.
- Zusätzliche Sicherheitskräfte und Soldaten werden entsandt, während ein Gerichtsurteil die sofortige Abschiebung erschwert.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens, das die umgehende Abschiebung von auf dem Seeweg abgefangenen Migranten untersagt, kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Ankünfte in Ceuta und Melilla.
Nach Ankunft zahlreicher Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika besucht Premierminister Pedro Sánchez heute die Stadt. Gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska will er sich mit Sicherheitskräften und den dortigen Behörden beraten.
Die Lage in der Stadt mit ihren ungefähr 85.000 Einwohnern bleibt angespannt: Viele Geschäfte sind geschlossen, Ladenbesitzer organisierten sich nach eigenen Angaben, um ihr Eigentum zu schützen, da sie die Polizeikräfte für unzureichend hielten.
Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hatte die spanische Zentralregierung aufgefordert, den Notstand auszurufen und die Armee einzusetzen. Die Ausrufung eines Notstands lehnte Sánchez ab, er schickt aber mehr Soldaten. Im Laufe des Tages sollen etwa 60 zusätzliche Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff verlegt werden, teilte das Innenministerium mit.
Zudem sollen die Spezialeinheiten der Polizei auf 200 Beamte aufgestockt werden. Die Soldaten sollten die Guardia Civil dabei unterstützen, "die Sicherheit in der Stadt Ceuta aufrechtzuerhalten", erklärte die Regierung.
Spanischer Sender spricht von bis zu 3.000 Menschen
Zuvor waren zahlreiche Menschen aus Marokko in die Stadt gelangt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Hunderte Migranten mit Schwimmreifen über das Meer kamen oder den Grenzzaun überwanden.
Wie viele Menschen genau ankamen, ist unklar. Dem Fernsehsender TVE zufolge gelangten zwischen 2.000 und 3.000 Migranten in die Enklave. In der Grenzstadt Fnideq setzte die marokkanische Polizei Wasserwerfer ein, um weitere Übertritte zu verhindern. Dort versammelten sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht Tausende Menschen, um nach Ceuta zu gelangen.
Der Versuch, in die EU zu gelangen, endete für einige Menschen tödlich. Mindestens 16 Menschen seien bereits tot aus dem Wasser geborgen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hatte zuvor gesagt, in den vergangenen zwölf Monaten seien bereits etwa 60 Leichen von Migranten geborgen worden.
Gerichtsurteil untersagt umgehende Ausweisung
Bereits in den vergangenen Tagen waren laut Behörden mehr als 1.500 Migranten angekommen. Ceuta als spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste ist EU-Gebiet, sie grenzt an Marokko. Die Aufnahmezentren sind überfüllt, viele Menschen leben und schlafen derzeit im Freien.
Der sprunghafte Anstieg der Migrantenzahlen erfolgt nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens von Anfang des Monats. Demnach dürfen Migranten, die auf dem Seeweg nach Ceuta oder in die andere spanische Nordafrika-Enklave Melilla abgefangen werden, nicht umgehend wieder zurückgeschickt werden.
Seitdem habe es einen stetigen Zustrom gegeben, am Donnerstag sei es jedoch zu einer "Explosion" gekommen, sagte ein Sprecher der Guardia Civil. Das Innenministerium machte Schlepperbanden dafür verantwortlich, das Urteil auszunutzen. Es kündigte an, illegal Eingereiste umgehend abzuschieben. Eine Stellungnahme des marokkanischen Innenministeriums liegt nicht vor.
Auch Exklave Melilla betroffen
Auch in die etwa 250 Kilometer östlich gelegene, zweite spanische Exklave Melilla gelangten Hunderte Migranten.
Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Abend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage aber unter Kontrolle gehalten.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Zusätzliche Soldaten und Spezialeinheiten der Polizei werden in Ceuta eingesetzt.
Muy probable · En horas
Illegal Eingereiste werden umgehend abgeschoben.
Probable · En días
Preguntas abiertas
- Wie wird Marokko auf die spanischen Maßnahmen reagieren?
- Wie viele Migranten sind noch in Fnideq versammelt?







