Star Wars: Die Prequel-Trilogie und ihr Erbe
En resumen
- George Lucas erweiterte "Star Wars" 1999 mit "Episode I" um eine neue Trilogie, ermöglicht durch CGI-Effekte.
- Trotz gemischter Fan- und Kritikerreaktionen wurde der Film ein kommerzieller Erfolg, ebenso wie das Merchandise.
Resumen generado por IA
Por qué importa
George Lucas zögerte lange mit einer neuen "Star Wars"-Trilogie wegen Produktionsstress und technischer Limitierungen der Ur-Trilogie. Die Fortschritte in der CGI-Technik ab den 1990ern ermöglichten schließlich die Realisierung.
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Nicht nur für SciFi-Nerds war es das Highlight des Jahres, ach was, des Jahrzehnts! Auch „Normalos“ konnten sich dem globalen Hype kaum entziehen: Nach einer für Fans allzu langen Durststrecke von anderthalb Jahrzehnten hatte sich „Star Wars“-Schöpfer George Lucas endlich dazu durchgerungen, seine 1983 vorerst vollendete epochale Weltraum-Saga um eine neue Trilogie zu erweitern. Sie sollte die Vorgeschichte zum Krieg der Sterne erzählen und 1999 ins Kino kommen.
Lucas hatte so lange gezögert, weil ihm die Produktion der „Star Wars“-Ur-Trilogie viel Stress bereitet hatte und er letztlich nicht zufrieden mit den Special Effects gewesen war. Zwar hatte das für die Effekte eigens von Lucas gegründete Unternehmen Industrial Light and Magic (ILM) überwältigende Bilder von Raumschlachten und fernen Planeten kreiert, die das Publikum begeisterten und geradezu magisch in den Bann zogen. Aber der „Star Wars“-Schöpfer hatte sich noch viel mehr erhofft, was aber nicht möglich war mit den damaligen, praktischen Methoden, bei denen etwa mit Miniatur-Modellen hantiert wurde und von Hand gemalte Hintergrundbilder („matte paintings“) in den Film einkopiert wurden.
Doch dann gelang es ILM ab Anfang der 1990er, computergenerierte Bilder leinwandtauglich zu machen, was völlig neue Möglichkeiten eröffnete. Die Effekte von „Terminator 2“ (1991) und „Jurassic Park“ (1993) setzten hohe Standards und markierten einen Epochenwechsel. Der Fantasie von Filmemachern waren nun kaum mehr Grenzen gesetzt, mittels Computeranimation konnte alles auf die Leinwand „gezaubert“ werden, was man sich vorstellen konnte. Ein entsprechendes Budget für Computerexperten und Rechenleistung vorausgesetzt.
Das überzeugte Lucas, seine Prequel-Trilogie endlich anzupacken. Gedreht wurde „Star Wars – Episode I: The Phantom Menace“ unter anderem in Tunesien und Italien, vor allem aber im Studio vor „Greenscreen“-Leinwänden. Heerscharen von Computerfachleuten und Animatoren waren monatelang damit beschäftigt, die leeren grünen Flächen durch fantasievolle Landschaften, Figuren und Fahrzeuge zu ersetzen. Für die Schauspieler war das nicht immer einfach, sie waren es nicht gewohnt, derart viel vor leeren Hintergründen zu agieren, sich die Szenerie und teils auch die Spielpartner, die im Computer entstanden, beim Spielen vorstellen zu müssen.
Bei den „Star Wars“-Fans stieg die Spannung und Erwartungshaltung derweil immer weiter. Als der erste Trailer in den Kinos lief, kauften sich manche extra eine Eintrittskarte, nur um die Vorschau zu sehen, obwohl sie am jeweiligen Hauptfilm gar nicht interessiert waren.
Dann war es endlich so weit, jedoch zunächst nur in den USA, wo „Episode I“ im Mai 1999 in die Kinos kam. Anders als heute, wo große Hollywood-Produktionen in der Regel weltweit zeitgleich starten, dauerte es damals meist mehrere Monate, bis US-Filme im Ausland anliefen. So mussten deutsche „Star Wars“-Fans sich bis zum August 1999 gedulden – oder im Mai extra einen Kurztrip in die USA machen, um den Film zu sehen (was einige auch taten). In vielen Städten campierten Fans bereits Tage vor dem Start des Films vor Kinos, um die besten Plätze zu ergattern, manche erschienen in entsprechenden Kostümierungen.
Zum deutschen Kinostart widmete WELT dem Phänomen eine ganze Seite, auf der eine Filmkritik von mehreren Hintergrundartikeln flankiert war. Das Urteil des WELT-Filmkritikers Hanns-Georg Rodek war indes vernichtend: Die Handlung sei banal, die Dialoge hölzern, der Film ohne Rhythmus; einzig bei den Spezialeffekten habe man sich selbst übertroffen.
Auch das Publikum haderte teils mit dem Film. Zwar waren etliche „Star Wars“-Fans begeistert und sahen sich „Episode I“ gleich mehrmals im Kino an. Andere Kinogänger monierten jedoch zu glatte, zu künstlich wirkende Computereffekte, empfanden die Handlung als konstruiert und holprig erzählt. Der Film fühle „sich nicht so an“ wie die alte Trilogie. Statt einer mitreißenden Handlung mit charismatischen Charakteren, welche die Ur-Trilogie auszeichneten, habe „Episode I“ einige Längen, und die Figuren seien eher blass – oder gar nervig, wie Jar Jar Binks, ein tollpatschiger Alien, der von Ahmed Best gespielt und dessen Look computergeneriert wurde.
Best nahm die Kritik sehr mit, und auch Lucas war zunehmend frustriert von den „Nörgeleien“ mancher Fans, die im damals noch jungen Medium Internet eine immer größere Öffentlichkeit fanden. Es habe sich über die Jahre einfach eine viel zu große Erwartungshaltung aufgestaut, die niemand hätte befriedigen können. Dem kommerziellen Erfolg tat all das aber keinen Abbruch, „Episode I“ wurde ein globaler Mega-Hit.
Und nicht nur die Kinokassen klingelten: Nach dem Kinobesuch stürmten Fans die Läden, um sich mit neuem „Star Wars“-Merchandise einzudecken. Das lukrative Potenzial von Merchandise-Artikeln hatte Lucas bereits bei seiner originalen Trilogie erkannt, und eine Vielzahl von Produkten war über die Jahre auf den Markt gekommen. Anfangs hatte man damals aber noch Schwierigkeiten gehabt, die entsprechende Maschinerie in Gang zu bekommen. So gelang es nach dem phänomenalen Erfolg des ersten Films nicht, rechtzeitig Spielzeug zum Weihnachtsfest 1977 in die Läden zu bekommen, und man ersann eine Notlösung in Form von Gutscheinen.
Anders bei „Episode I“ – hier wurden die Geschäfte zum Kinostart geradezu mit Merchandise geflutet. Von der Bettwäsche über Küchengeräte, Spielzeuge in allen Variationen bis zu Computergames und Kostümen; es kam so viel auf den Markt, dass selbst gestandene Sammler von einem „Overkill“ sprachen und kapitulierten.
Lucas drehte in den Jahren 2002 und 2005 noch die beiden weiteren Filme seiner Prequel-Trilogie, danach ließ er noch „Star Wars“-Animationsserien produzieren. Nach der Ur-Trilogie und der Prequel-Trilogie noch eine Sequel-Trilogie zu verwirklichen, welche die weitere Geschichte nach dem Krieg der Sterne erzählen sollte, verwarf er jedoch, durchaus genervt vom fortwährenden Negativ-Feedback von Kritikern und Fans. Er verkaufte die Rechte schließlich an den Disney-Konzern, der ab 2015 neue Filme und Serien produzierte.
Die „Star Wars“-Ware aus dem Mouse-House polarisierte indes noch viel mehr als die umstrittenen Prequel-Filme. Das führte dazu, dass mancher, der die nunmehr „alten“ Filme damals kritisierte, sie im Vergleich zu den neuen (Mach-)Werken aus dem Hause Disney nun deutlich milder beurteilt, oder sie gar als einst verkannte Klassiker aus der „guten alten Zeit“ rühmt. Für Lucas ist das womöglich eine späte Genugtuung.
Für WELTGeschichte blickt Martin Klemrath neben klassischen historischen Themen auch regelmäßig auf popkulturelle Phänomene vergangener Jahrzehnte zurück. Darunter eine legendäre Abenteuer-Filmreihe, die George Lucas mit Steven Spielberg realisierte: Indiana Jones.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Disney wird weiterhin "Star Wars"-Inhalte produzieren, die polarisieren.
Muy probable · En años
Preguntas abiertas
- Wie hätte sich die Rezeption der Prequels ohne das Internet verändert?
- Welchen Einfluss hatte die "Star Wars"-Merchandising-Strategie auf spätere Filmproduktionen?
