Stimmung in deutscher Chemieindustrie steigt, aber strukturelle Probleme bleiben
En resumen
- Das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie verbesserte sich im Juni deutlich, mit einem Anstieg des Ifo-Index auf 17,8 Punkte.
- Ifo-Expertin Anna Wolf warnt jedoch vor einer nachhaltigen Trendwende, da strukturelle Probleme bestehen bleiben.
- Der Nahostkonflikt trug durch Lieferausfälle zu einer Nachfrageverlagerung bei.
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Die Stimmung in der chemischen Industrie steigt. Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima für die Branche lag im Juni bei 17,8 Punkten – das waren 11,2 mehr als noch im Mai. Dennoch warnt Ifo-Expertin Anna Wolf: „Von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein.“ Die strukturellen Probleme der deutschen Chemie blieben erhalten. „Doch nach langer Zeit zeichnet sich erstmals wieder ein Hoffnungsschimmer ab.“
Vor allem die aktuelle Lage wird inzwischen wieder relativ solide eingeschätzt. Sie stieg den dritten Monat in Folge und liegt nun mit minus 2,9 Punkten nur noch minimal im negativen Bereich. Es ist zudem der höchste Wert seit 2024.
Doch auch die Geschäftserwartungen, die im Mai noch auf ein Mehrjahrestief gefallen waren, stiegen deutlich. Mit minus 31,5 Punkten sind sie allerdings noch immer schlecht.
„Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie profitiert von leichten Rückgängen bei den Preisen für Energie und einzelnen Vorprodukten nach der sich abzeichnenden Entspannung im Nahostkonflikt“, sagt Wolf.
Andererseits hat der Konflikt im Nahen Osten der Branche als Sondereffekt auch geholfen: Aufgrund von Lieferausfällen aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien verlagert sich die Nachfrage nach chemischen Produkten zu deutschen und europäischen Herstellern. So stieg der Auftragseingang und die Produktion stabilisierte sich. Zudem hoffen die Unternehmen auf mehr Exporte.
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