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Wehrpflicht: Klasse statt Masse für die Wehrfähigkeit
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Die Welt15.06.2026Política4 dk okumaGermany

Wehrpflicht: Klasse statt Masse für die Wehrfähigkeit

En resumen

  • Der Autor argumentiert, dass Deutschland statt einer Wiedereinführung der Wehrpflicht auf die Professionalisierung der Bundeswehr und die Entwicklung von "Skills" setzen sollte.
  • "Klasse statt Masse" sei entscheidend für die Wehrfähigkeit, die durch Überzeugung und Freiwilligkeit statt Zwang entstehe.
  • Die ältere Generation müsse den jungen Menschen die Verteidigungswürdigkeit des Landes aufzeigen.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Die Debatte um die Wehrfähigkeit Deutschlands und die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht wird intensiv geführt. Der Artikel stellt die Effektivität der Wehrpflicht in Frage und plädiert für eine stärkere Fokussierung auf Professionalisierung und freiwilligen Dienst.

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Vereinfacht gesagt: Wir müssen nicht Köpfe zählen, sondern Fähigkeiten. Nicht Personen müssen ausgebildet werden, sondern Skills. Nicht die Wehrpflicht ist das Entscheidende, sondern die Wehrfähigkeit. Und die entsteht nicht in erster Linie durch eine große Zahl, sondern eine große Professionalisierung. Natürlich kann man Skills nur dann entwickeln, wenn Leute da sind, die sich ausbilden lassen.

Mir geht es aber darum, klarzumachen, was auf Sicht fundamental sein wird. Denn Skills bilden meistens nur diejenigen aus, die das auch wollen. Die nicht durch Zwang dabei sind, sondern durch Motivation. Die auch den Sinn darin sehen, Fähigkeiten zu lernen – und sie auch zur Verfügung zu stellen, damit zu dienen, zumindest für eine begrenzte längere Zeit. Abgedroschen, aber wahr: Klasse statt Masse.

Masse, werden manche denken, Masse ist gut. Davon sind wir doch meilenweit entfernt! Und wenn wir Berichte über die mangelnde Ausrüstung lesen, müssen wir uns dann nicht eingestehen: Wir haben weder Masse noch Klasse? Die Wehrpflicht verändert die Statistik, aber nicht die Ursache dieses Mangels. Sie sorgt nicht dafür, dass mehr junge Menschen Gründe sehen, diesem Land zu dienen und es zu verteidigen.

Und das ist nicht in erster Linie das Problem der jungen Menschen. Wie bitte? Ja, ich glaube, dass gerade die ältere Generation in der Pflicht steht, den jungen Menschen Gründe zu geben und aufzuzeigen, weshalb dieses Land verteidigenswert ist. Es gibt Gründe. Doch wenn die ältere Generation von der jüngeren fordert, für sie den Dienst zu leisten, dann muss sie auch den Sinn dahinter aufzeigen. Und das tut sie nicht, indem sie über Verweichlichung stöhnt oder aber von vorneherein ruft: „Meine Söhne geb’ ich nicht.“

Es fehlt an Überzeugung

Es geht darum, das alte Kennedy-Bonmot abzuändern, das oft in dieser Debatte herangezogen wird: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann. Frag lieber, was du für dein Land tun kannst.“ Ich würde es anders formulieren: „Frag nicht, was du für dein Land tun musst. Frag, warum und was es dir bedeutet.“ Und, letztlich: „Frag nicht, was du für dein Land tun musst, sondern frag, was dein Land bereits für dich getan hat.“

Die Antworten auf diese Fragen muss der Staat geben, und der Staat, das sind wir alle. Überzeugt sein müssen wir alle, denn nur Überzeugung sorgt für echte Abschreckung. Zugespitzt: Ich glaube nicht, dass sich die Putins dieser Welt von dem neuen Wehrdienst oder der Einführung der Wehrpflicht abschrecken lassen. Von einer Einführung der Überzeugung dagegen vermutlich schon eher. Die Bundeswehr braucht keine gezogenen Bürger, sondern überzeugte Bürger.

Und Bürger, im Sinne des französischen Citoyen, das ist etwas anderes als Einwohner oder Bewohner. Bewohnen kann man ein Land auch ohne Überzeugung und ohne etwas dafür tun zu wollen. Man ist im Prinzip Dauergast im eigenen Land, ein ständiges Provisorium ohne Commitment. Bürger dagegen kann man nicht ohne Überzeugung sein, ohne Commitment.

Das bedeutet nicht, dass jede und jeder in die Bundeswehr muss. Doch das bedeutet, dass der freiwillige Dienst am Land und für unsere Gesellschaft, für die Allgemeinheit, ein Grundpfeiler ist. Es geht dann nicht mehr in erster Linie um Wehrdienst, sondern Wertdienst. Ein Dienst, weil uns das Land und unsere Gesellschaft wertvoll sind – und wir unseren Mitbürgern. Ein Dienst, zu dem wir auch deshalb bereit sind, weil wir eben erkennen, dass unser Land schon immer etwas für uns gemacht hat: durch unsere Eltern, durch unsere Vorfahren, durch unsere Geschichte.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Einführung einer "Überzeugung" als Grundlage für den Dienst am Land.

    Posible · Medio plazo

Preguntas abiertas

  • Wie kann Überzeugung für den Dienst am Land gefördert werden?
  • Welche konkreten "Skills" sind für die Bundeswehr am wichtigsten?
  • Wie kann die ältere Generation junge Menschen besser für die Verteidigung motivieren?

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This article was originally published by Die Welt.

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