WM-Eröffnung in Mexiko: Proteste und Sicherheitsbedenken vor dem Anpfiff
En resumen
- Vor der WM-Eröffnung in Mexiko gab es massive Proteste von Lehrern, die höhere Pensionen fordern.
- Auch andere Interessengruppen machten auf ihre Anliegen aufmerksam.
- Die Regierung traf Verhandlungen, doch die Lehrer blieben unnachgiebig.
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Por qué importa
Vor der WM-Eröffnung in Mexiko sahen sich die Behörden mit einer Reihe von Protesten konfrontiert. Insbesondere Lehrer forderten die Rücknahme eines nachteiligen Rentengesetzes von 2007. Auch andere Gruppen wie Mitarbeiter des Ölkonzerns Pemex und Landarbeiter machten ihre Anliegen öffentlich.
Eine WM-Eröffnung ist eine wunderbare Bühne, nicht nur für den sogenannten Weltfußball, seine Fans und Gianni Infantino, sondern auch für jede Menge Interessengruppen hier in Mexiko. Für die Mütter, die auf das Schicksal ihrer verschollenen Kinder aufmerksam machen wollen, für Mitarbeiter des mächtigen Ölkonzerns Pemex, die nach höheren Pensionen verlangen, für die Landarbeiter, die sich ebenfalls auf den Weg in die Hauptstadt gemacht haben. Für die Lehrer und ihre Forderung, ein für sie nachteiliges Rentengesetz von 2007 zurückzunehmen.
Allesamt hatten sie für diesen Donnerstag massive Proteste angekündigt, die Lehrer vor allem. Seit mehr als einer Woche belagern sie bereits den Zócalo, den Hauptplatz im historischen Zentrum der Stadt, und treiben die Regierung vor sich her. Zwar handelt es sich nur um einen sehr kleinen Teil der Lehrerschaft, der hier protestiert. Aber sie werden von der mächtigen Gewerkschaft CNTE angeleitet und drohten nicht nur die Fanmeile zwischen Präsidentenpalast und Kathedrale zu sperren, sie drohten immer wieder, den Zugang zum Aztekenstadion zu blockieren.
Die Regierung hat die Gefahr dieser Situation offenbar zu spät erkannt. Erst seit einer Woche traf sie sich in immer neuen Verhandlungsrunden mit Gewerkschaftsvertretern, um den Konflikt kurzfristig zu lösen. Doch die Lehrer blieben unnachgiebig, am Mittwoch wurde ein weiteres Treffen abgebrochen. Aus Sorge vor angekündigten Demonstrationszügen sicherten daraufhin hunderte Polizisten die beiden Flughäfen der Stadt. Am Donnerstagmorgen teilte die Lehrerin Elvira Veleces, eine Gewerkschaftsfunktionärin, schließlich mit, dass die Proteste weitergehen werden. „Wir werden im Rahmen der Weltmeisterschaft unseren Kampf und unsere zentrale Forderung sichtbar machen“, erklärte Veleces.
Es sollen Fahrer festgenommen worden sein, die in ihren Autos Sprengsätze in die Stadt bringen wollten
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte seit Tagen betont, ihr Kabinett arbeite an einer Lösung, die Regierung sei immer zu Gesprächen bereit. Zugleich warnte sie vor Provokateuren, die die WM-Eröffnung scheitern lassen wollten. Es sollen sogar Fahrer festgenommen worden sein, die in ihren Autos Sprengsätze in die Stadt bringen wollten. In den letzten Tagen sah sich die Präsidentin ob all dieser Nachrichten in ihrer täglichen Morgenkonferenz daher genötigt, den Erfolg der Eröffnungsfeierlichkeiten zu garantieren. „Das gesamte Team der Stadtverwaltung und der mexikanischen Regierung steht bereit, um dies zu gewährleisten.“
Am Vormittag gab die US-Botschaft dann noch eine einigermaßen überraschende Warnung an ihre Staatsbürger heraus, dass es zu Verkehrsstörungen kommen würde. Doch das erwartete Chaos blieb vorerst aus – mit Ausnahme einiger Straßen, die von Demonstranten blockiert wurden. Das lag sicherlich auch daran, dass mehrere Tausend Sicherheitskräfte das Areal rund um das Aztekenstadion abschirmten. Auch im Innern der Stadt war von den Protesten wenig zu spüren.
Am Morgen hatte die Stadtverwaltung schließlich auch entschieden, die Fanmeile auf dem Zócalo im historischen Zentrum der Stadt freizugeben. Aufgrund dieser Nachricht strömten Tausende Fans zu den wenigen Zugängen durch die festungsartigen Stahlwände rund um den Platz. Doch obwohl die Besucher länger warten mussten, um eingelassen zu werden, blieb die Stimmung entspannt.
Lange war darüber spekuliert worden, wo denn Mexikos Präsidentin Sheinbaum selbst das Spiel sehen würde. Ihr Ticket für die Eröffnung mit der Nummer 00001 hatte sie schon vor Wochen zugunsten eines Wettbewerbs für Nachwuchsfußballerinnen gespendet. Die Gewinnerin war eine 21-jährige Frau aus dem Bundesstaat Veracruz. Ursprünglich wollte Sheinbaum deshalb die Partie im Salón Tesorería im Innern des Präsidentenpalastes oder vom Balkon aus mit Blick auf den Zócalo verfolgen. Die Wahl des Ortes sei letztlich aber abhängig von Sicherheitslage in der Stadt, hieß es.
Kurz vor Anpfiff wurde bekannt, dass Sheinbaum auf ein Fanfest der Stadtverwaltung gehen werde, um das Spiel zu sehen. Im Stadtbezirk Gustavo A. Madero, allerhand Kilometer vom sicheren Präsidentenpalast entfernt. Die Wahl des Ortes sollte sicherlich auch ein Zeichen sein.
Preguntas abiertas
- Wie wird die Regierung auf die fortgesetzten Forderungen der Lehrer reagieren?
- Welche Auswirkungen werden die Proteste auf die Wahrnehmung der WM in Mexiko haben?
- Wird es weitere Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit der WM geben?





