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Anleihen: So erzielen Sie mit Laufzeit-ETFs ein planbares passives Einkommen
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Handelsblatt19.06.2026Business7 dk okumaGermany

Anleihen: So erzielen Sie mit Laufzeit-ETFs ein planbares passives Einkommen

L'essentiel

  • Laufzeit-ETFs, auch "iBonds" oder "Target Maturity" genannt, bieten eine einfache Möglichkeit, passives Einkommen zu erzielen.
  • Sie funktionieren ähnlich wie Anleihen selbst und zahlen Zinsen aus, während das investierte Kapital am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird.
  • Experten empfehlen sie zur Risikominimierung, insbesondere für Privatanleger.

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Pourquoi c'est important

Anleihen ermöglichen durch feste Laufzeiten und Zinszahlungen ein planbares Einkommen, wobei Laufzeit-ETFs eine attraktive Option für Privatanleger darstellen, um Risiken zu minimieren und regelmäßige Erträge zu erzielen.

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Geld arbeiten zu lassen, um auf einfache Art monatlich zusätzliches Einkommen zu erzielen – das ist mit Anleihen möglich. Denn anders als bei Aktien oder Gold können Anleger bei Anleihen zwischenzeitliche Kursschwankungen ignorieren.

Der Grund: Anleihen haben eine feste Laufzeit, an deren Ende sie zurückgezahlt werden, wenn der Schuldner solvent bleibt. Dabei gibt es seit Ende 2022 wieder ordentliche Zinsen. Viele Strategen halten vor allem Unternehmensanleihen für interessant.

Um die Risiken möglichst gering zu halten, bietet sich die Anlage in breit gestreuten Fonds an. Für Fonds spricht zudem, dass Unternehmen Privatanleger als Käufer ihrer Anleihen oft ausschließen und die Anleihen oft in Mindestanlagesummen von 100.000 Euro stückeln.

Herkömmliche Anleihefonds ohne Fälligkeitsdatum sind nach Ansicht von Experten wie Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Privatuniversität Frankfurt School, indes wenig geeignet für passives Einkommen. Grund dafür ist, dass die Kurse der Fonds mit den Kursen der Anleihen schwanken. Das macht die Anlage schwer kalkulierbar.

Laufzeitfonds für Anleihen funktionieren ähnlich wie die Anleihen selbst. Anleger investieren eine Summe, erhalten Zinsen und am Ende der Laufzeit ihr Geld zurück. Zwar schwanken auch die Kurse der Laufzeitfonds. Das können Anleger jedoch ignorieren, wenn sie die Fonds bis zur Fälligkeit halten. Denn Ziel ist es, dass die Fonds zum Ausgabepreis zurückgezahlt werden. Die meisten dieser ETFs bieten die Anbieter iShares von Blackrock und Xtrackers von der DWS an.

Laufzeitfonds erkennt bei man iShares am Namen „iBonds“, bei Xtrackers am Namen „Target Maturity“. Die ausschüttenden Varianten der „iBonds“ überweisen Zinsen im März, Juni, September und Dezember. Die „Target Maturity“-ETFs machen das im Februar, Mai, August und November. Mit einer Kombination dieser Fonds bekommen Anlegerinnen und Anleger also achtmal im Jahr Geld überwiesen.

Die auf Euro lautenden ETFs gibt es mit Laufzeiten von zweieinhalb bis gut zehn Jahren. Die Anbieter haben dafür entsprechende Anleiheindizes aufgelegt. Sie umfassen Anleihen von Unternehmen, Banken und Versicherern mit guter Kreditwürdigkeit und berücksichtigen nachhaltige Kriterien.

Die Anleihen in den ETFs werden in etwa dann fällig, wenn die ETFs aufgelöst werden und Anleger ihr Geld zurückbekommen. Die meisten Anleihen in den ETFs laufen indes schon vor den ETFs aus. Das Geld der vor dem Fonds-Stichtag zurückgezahlten Anleihen wird in kurzlaufende Staatsanleihen angelegt.

Das und die Tatsache, dass bei den monatlichen Überprüfungen auch neue Anleihen in die ETFs aufgenommen werden, wenn sie zum Index passen, haben zwei Folgen: Zum einen ändert sich die Zahl der Anleihen. ETFs mit kürzeren und mittleren Laufzeiten investieren in rund 300 bis 400 Anleihen. Bei den ETFs, die erst in gut neun oder zehn Jahren auslaufen, sind es deutlich weniger. Im Laufe der Zeit gibt es aber immer mehr Anleihen, die in den Index passen und aufgenommen werden.

Die Dynamik der Portfolios macht die Zinszahlungen und die Renditen der Laufzeit-ETFs schwerer kalkulierbar als die Anlagen in eine einzelne Anleihe. Renditen sind bei Anleihen der jährliche Ertrag, den Anleger bekommen, wenn sie die Bonds bis zur Fälligkeit halten. Sie ergeben sich im Wesentlichen aus dem Zusammenspiel von Zinszahlungen sowie der Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem Rückzahlungskurs von 100 Prozent.

David Wenicker, der bei Blackrock in Deutschland das Geschäft mit Vertriebspartnern für Privatkunden verantwortet, ist allerdings überzeugt, dass iBonds „planbare Cashflows bei breiter Diversifikation des Portfolios bieten“.

Die Anbieter geben für die einzelnen Laufzeit-ETFs an, welche Renditen Anleger in etwa erwarten können.

Zentral bei Anleihen ist, dass die Renditen wichtiger als die ausgeschütteten Zinsen sind. Die Zinsen beziehungsweise Zinskupons der Anleihen werden bei der Ausgabe festgelegt und ändern sich nicht. Sie beziehen sich immer auf den Rückzahlungswert von 100 Prozent.

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt. Dadurch ändern sich die Kurse. Wenn sie fallen, steigen die Renditen, da die festen Zinszahlungen im Vergleich zu einem niedrigeren Kaufkurs prozentual höher sind als im Vergleich zu einem hohen Kaufkurs. Umgekehrt sinken die Renditen bei steigenden Kursen.

Die Anleihekurse schwanken umso stärker, je länger die Laufzeit der Bonds ist. Gründe dafür sind, dass bei Anleihen mit längerer Laufzeit mehr Zinszahlungen ausstehen und Anleger mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Inflation und die Veränderungen der Zentralbankzinsen größere Risiken eingehen.

Das hat zur Folge, dass die Renditen von Anleihen mit langer Laufzeit in der Regel höher sind als die von Anleihen mit kurzer Laufzeit. Das zeigt sich auch bei den Laufzeit-ETFs. Die aus aktueller Sicht erwarteten jährlichen Gesamt-Renditen der in zweieinhalb bis gut drei Jahren auslaufenden ETFs von iShares und Xtrackers liegen um die drei Prozent. Bei gut fünf bis fünfeinhalb Jahren Laufzeit sind es um die 3,3 Prozent. Bei Laufzeit-ETFs, die in neuneinhalb oder gut zehn Jahren auslaufen, sind es zwischen 3,7 und 3,8 Prozent.

Bei den vierteljährlichen Ausschüttungen und damit dem passiven Einkommen gibt es bei den beiden erwähnten Anbietern deutliche Unterschiede. iShares schüttet einen Großteil der Zinsen an die Anleger aus, Xtrackers nur einen Teil.

Bei dem im Dezember 2031 und damit in fünfeinhalb Jahren fälligen Laufzeit-ETF von iShares zum Beispiel werden pro Quartal 0,04 Euro ausgeschüttet. Das entspricht bei einem Fondspreis von zuletzt 5,06 Euro einer vierteljährlichen Ausschüttungsrendite von knapp 0,8 Prozent und einer Ausschüttungsrendite von knapp 3,2 Prozent pro Jahr. Das liegt im Rahmen der erwarteten jährlichen gesamten Rendite von gut 3,3 Prozent.

Die Rendite und die Ausschüttungen liegen über den durchschnittlichen Zinskupons der Anleihen in dem ETF. „Die Renditen sind derzeit höher als die durchschnittlichen nach Volumen gewichteten Zinskupons, weil viele der Anleihen unter dem Rückzahlungswert notieren“, erklärt Blackrock-Experte Wenicker. Das bedeutet: Anleger erzielen aktuell mit den „iBonds“ ein höheres passives Einkommen pro Monat als über den Direktkauf von Anleihen, die nur die in den Zinskupons festgelegten Anleihen zahlen.

Bei den Laufzeitfonds von Xtrackers ist das etwas anders. Die „Target Maturity“-ETFs schütten monatlich weniger aus, als sie über die Zinskupons einnehmen. Die nicht ausgeschütteten Zinseinnahmen bilden damit einen Puffer für die Rückzahlungen der ETFs zum Ausgabekurs.

Bei dem im Dezember 2031 fälligen „Target Maturity“-ETF werden zum Beispiel 0,13 Euro pro Quartal ausgeschüttet. Bei einem Fondspreis von 30 Euro entspricht das einer vierteljährlichen Rendite von etwas mehr als 0,4 Prozent. Auf ein Jahr hochgerechnet liegt die Ausschüttungsrendite damit bei gut 1,7 Prozent. Das liegt deutlich unter der erwarteten jährlichen gesamten Rendite von rund 3,3 Prozent.

Die Ausschüttungen, mit denen Anleger rechnen können, sind aber nicht mehr als ein Zubrot. Anleger, die zum Beispiel 15.000 Euro in den in viereinhalb Jahren fälligen ausschüttenden Laufzeit-ETF von Xtrackers anlegen, bekommen dafür im Februar, Mai, August und November jeweils rund 65 Euro ausgeschüttet.

Bei Dividenden-ETFs sind die monatlichen Ausschüttungen weniger verlässlich. Das zeigt ein Vergleich des Handelsblatts: Wer in den vergangenen drei Jahren insgesamt 30.000 Euro in drei ausgewählte diversifizierte Aktien-ETFs investierte, bekam vor Steuern im schlechtesten Monat, März 2024, nur 46 Euro und im besten Monat, dem Juni 2023, rund 276 Euro ausgezahlt.

Bei Anleihen geht es beim passiven Einkommen nach Ansicht von Stotz von der Frankfurt School ebenfalls weniger um die Ausschüttungen als um die gut planbaren Rückzahlungen. „Sie machen einen Großteil des Cashflows aus, den Anleger mit Anleihen erzielen“, sagt der Professor für Asset Management. Eine Strategie sei dabei, Anleihen so auszuwählen, dass regelmäßig ein Teil der Papiere fällig wird. Das können Anleger nicht nur mit der Anlage in einzelnen Anleihen, sondern auch mit breit gestreuten Laufzeit-ETFs erreichen.

Questions ouvertes

  • Wie entwickeln sich die Renditen bei steigenden oder fallenden Anleihekursen?
  • Welche konkreten Kriterien werden für nachhaltige Anleihen in den ETFs berücksichtigt?

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