Bayern München verliert Halbfinal-Hinspiel gegen PSG mit 4:5 - Einzelkritik der Bayern-Spieler
Champions League: Bayern unterliegt Paris Saint-Germain trotz 2:0-Führung - Kompany fehlt gesperrt, Aufstellung mit Davies sorgt für Diskussionen
L'essentiel
- Bayern München hat das Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Paris Saint-Germain mit 4:5 verloren.
- Trotz einer 2:0-Führung kassierten die Bayern eine deutliche Niederlage.
- Trainer Vincent Kompany fehlte gesperrt in der Coaching-Zone.
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Pourquoi c'est important
Bayern München trifft im Halbfinale der Champions League auf PSG. Das Hinspiel fand in Paris statt. Im November hatten die Bayern noch 2:1 in Paris gewonnen, wobei Upamecano besonders herausragend spielte. Das Finale wäre in Budapest.
Manuel Neuer, Tor: PSG dürfte ein Lieblingsgegner von Manuel Neuer gewesen sein, im Champions-League-Finale 2020 zeigte er eine seiner besten Leistungen überhaupt. Ab jetzt liegt die Betonung auf gewesen sein. Als der Ball zum fünften Mal an ihm vorbeiging und vom Innenpfosten über die Linie rollte, sah ihm Neuer ungläubig nach. Dann klopfte er sich vor Wut gegen den Oberschenkel. Neuer trifft keine Schuld an dieser Niederlage. Aber zu einem außerirdischen Abend wie kürzlich in Madrid war er diesmal nicht imstande.
Josip Stanišić, Abwehr: Es sah nicht gut aus, wie Kvaratskhelia Stanišić stehen ließ und dann zum 1:1 traf, oder besser gesagt: Stanišić sah dabei nicht gut aus. Sein Pariser Gegenspieler beobachtete genau, wie Stanišić sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagerte und trieb den Ball im genau richtigen Moment am Münchner vorbei. Das sollte man bei der Bewertung dieses Treffers berücksichtigen: Kvaratskhelia im Eins-gegen-eins zu verteidigen, ist eine Herkulesaufgabe. Stanišić ist ein sehr guter Verteidiger, aber Herkules ist er nicht.
Dayot Upamecano, Abwehr: Im November war Upamecano herausragend gut beim 2:1-Sieg der Bayern in Paris. Da stach er ständig aus der Abwehr und eroberte Bälle im Mittelfeld. Ausgerechnet in dieser Disziplin fehlte Upamecano nun der Zugriff: Desiré Doué hatte er offenbar nicht zugetraut, dass dieser den Ball aus dem Stand perfekt in die Tiefe passen könnte, aber er konnte. Dann stand es 1:1. Und auch beim 2:5 gegen seinen Jugendfreund Dembélé: ein passiver Upamecano war anstelle des so gierigen Balleroberers aus dem November-Spiel getreten. Zwar bekam man den herausragend guten Upamecano auch diesmal zu sehen. Zum Beispiel, als er im Eins-gegen-eins als letzter Mann den dribbelnden Dembélé aufhielt, und einen Kimmich-Ball verlängerte er ins Tor zum 3:5. Aber nur manchmal gut genügt nicht. Nicht gegen dieses Paris.
Jonathan Tah, Abwehr: Hatte es oft mit dem Mann zu tun, der PSG beim letzten Duell gefehlt hatte: Desiré Doué. Und wie gut der junge Franzose ist, bekam Tah zu spüren. Überhaupt waren es Doués Laufwege quer durch die Münchner Hälfte, die ihnen besonders zu schaffen machten. Hinzu kam, dass die Bayern, auch Tah, nach Pariser Balleroberungen oft den einen Sekundenbruchteil zu spät kamen, um Konter zu verhindern. Besonders auffällig war das vor dem 2:5, als er nicht Doué deckte, sondern die Tiefe absicherte. Auch deshalb wogte dieses Halbfinal-Hinspiel hin und her.
Alphonso Davies, Abwehr (bis 46. Minute): Begann überraschend statt Laimer, wohl um dem Pariser Tempo mehr entgegenzusetzen, und in den ersten Spielminuten hielt man das für eine gute Idee. Da lief Hakimi (sehr schnell) in Richtung Bayern-Tor und wurde von Davies (noch schneller) eingeholt. Aber: Bayerns linke Seite, die Davies-Seite, wurde sehr oft sehr leicht überspielt. Nachdem der Linksverteidiger auch noch einen Handelfmeter verursacht hatte – nach einer allerdings sehr harten Entscheidung -, blieb er zur Pause in der Kabine.
Konrad Laimer (ab 46.): Hatte kurz nach seiner Einwechslung eine Torchance, und das Markante daran war, dass er sie sich selbst durch einen langen Sprint durch den linken Halbraum vorbereitet hatte. Diese Tiefenläufe sind Laimers Spezialität, und von Davies sah man sie kaum.
Joshua Kimmich, Mittelfeld: Als PSG-Trainer Luis Enrique am Montag gefragt wurde, wer der Münchner Schlüsselspieler sei, nannte er zwar manche Namen, aber der erste, der ihm einfiel, war Kimmich. Ausgerechnet in diesem Halbfinale konnte er das Münchner Spiel allerdings nicht ordnen wie gewohnt. Oftmals schlug Torwart Neuer die Bälle über seinen Kopf hinweg in die Spitze. Kimmich leitete trotzdem mit einem Pass auf Olise das 1:0 ein, das 3:5 bereitete er per Freistoß vor, und trotzdem: Man hat Kimmich schon viel dominanter gesehen.
Aleksandar Pavlović, Mittelfeld (bis 90.+3): Eigentlich bilden Pavlović und Kimmich das Münchner Doppelherz. Weil sie sich ständig freilaufen und den Ball im Eiltempo verteilen, bestimmen sie, wie die Bayern-Spiele laufen. Aber das war in Paris anders. Wie Kimmich setzte auch Pavlović Glanzlichter, sein Pass auf Olise führte zum 2:2. Dass diese Partie so wild verlief, ist aus seiner Sicht aber eigentlich kein gutes Zeichen.
Jamal Musiala, Mittelfeld (bis 79.): Es begann mit einem Ballverlust, Musiala suchte ein Dribbling und blieb hängen, statt den einfachen Pass zu spielen, und vielleicht war das ein Omen. Seine zuletzt so starke Form konnte Musiala in Paris nicht bestätigen. Im Gedächtnis bleibt, wie er vor dem 1:2 João Neves verlor, Musialas Gegenspieler bei diesem Eckball entwischte und köpfte unbedrängt ins lange Eck. Im Gedächtnis bleibt auch, wie Musiala das wohl sichere 2:2 liegen ließ, weil er den Ball nicht zum freien Olise passte, sondern in dessen Rücken. Nicht vergessen sollte man darüber, wie Musiala sich in Zweikämpfe warf und mit einem Ballgewinn sogar eine Chance einleitete. Das ist eigentlich keine typische Musiala-Stärke. Die klassischen Musiala-Stärken, das Dribbling, die perfekt getimten Läufe in den Strafraum, fehlten in Paris.
Luis Díaz, Mittelfeld: Luis Díaz lag am Boden und schlug heftig mit der flachen Hand auf den Rasen, einmal, zweimal, aber es war kein Frust, der ihn trieb. Díaz hatte gerade einen Elfmeter herausgeholt. Harry Kane würde so das 1:0 erzielen, aber ohne Díaz wäre es nicht möglich gewesen. Denn schon vor dem Foul war er über den halben Platz gesprintet und hatte drei PSG-Verteidiger auf sich gezogen. Diese langen Dribblings, diese weiten Sprints zeigte der Kolumbianer immer wieder. Auch bei seinem Treffer zum 4:5 war das so, brillante Ballannahme aus der Luft, eiskalter Abschluss: Paris hatte große Mühe, Luis Díaz zu verteidigen. Nur: Das galt auch umgekehrt für Diáz und die Pariser Profis. Beim 2:4 ließ er Gegenspieler Hakimi aus den Augen, und der bereitete das Tor vor.
Harry Kane, Angriff: Viel besser als beim 1:2 im November gelang es Paris, Kanes Bewegungen zu verfolgen und den spielmachenden Stürmer daran zu hindern, das Spiel zu machen. Oder zu stürmen. In beiden Bereichen war Kane nicht so überragend wie so oft. Ganz ausschalten kann man diesen Kane aber nicht. Per Elfmeter brachte er die Bayern in Führung, und sein perfekter Pass in die Tiefe bereitete das 4:5 vor.
Vincent Kompany, Trainer: Wie sehr der gesperrte Kompany physisch fehlte, merkte man besonders deutlich nach dem Treffer zum 2:4. Da hätte die Münchner Elf ihren Trainer mit seiner stoischen Art und imposanten Statur gebrauchen können, doch in der Coachingzone stand niemand, an dem sie sich hätten aufrichten können, es herrschte ein Vakuum. Schon in der ersten Hälfte hätten die Bayern mit ihm an der Seitenlinie möglicherweise früher auf die veränderte Pariser Spielweise, die besondere Rolle von Desiré Doué reagieren können. Man merkte den Bayern ihre Verunsicherung im Pressing an, dass sie nicht immer wussten, wer wen zu decken hatte. Und: Kompanys Entscheidung, Davies statt Laimer aufzustellen, erwies sich nicht als die beste. Die gute Nachricht für die Bayern: Im Rückspiel ist der Trainer wieder dabei. Und noch haben sie die Chance, das Finale von Budapest zu erreichen.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Bayern wird im Rückspiel auf die veränderte Spielweise von PSG reagieren müssen
Très probable · En quelques semaines
Vincent Kompany wird im Rückspiel auf der Bank sitzen
Très probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Wie wird Kompany im Rückspiel die defensive Stabilität verbessern?
- Kann Bayern das 4:5-Rückstand noch drehen?
- Wird Davies wieder als Linksverteidiger beginnen?



