BP scheitert mit Antrag auf Abschaffung von Klimaberichten bei Aktionären
Herbe Niederlage für Management: Weniger als 50 Prozent Zustimmung bei Abstimmung - erforderlich waren 75 Prozent
L'essentiel
- Der britische Energiekonzern BP ist mit seinem Vorhaben gescheitert, zwei klimabezogene Offenlegungspflichten abzuschaffen.
- Die Aktionäre stimmten bei der Jahreshauptversammlung in London gegen beide Anträge - weniger als 50 Prozent Zustimmung bei erforderlichen 75 Prozent.
- Die Abstimmungsniederlage ist ein Rückschlag für das Management, das die Strategie wieder auf das profitable Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet hat.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
BP hat in den letzten Jahren seine Strategie mehrfach geändert - vom Fokus auf erneuerbare Energien zurück zum Öl- und Gasgeschäft. Die neuen klimabezogenen Offenlegungspflichten wurden durch gesetzliche Änderungen weitgehend ersetzt, argumentierte das Management.
Der Öl-Gigant BP setzt derzeit wieder mehr auf Öl und Gas statt auf erneuerbare Energien und würde gerne zwei klimabezogene Offenlegungspflichten abschaffen. Dafür braucht es eine breite Zustimmung unter den Aktionären. Doch die gibt es nicht. Für das Management ist das eineherbe Niederlage. Der britische Energiekonzern BP hat seinen Aktionären zwei Anträge zur Abschaffung von Klimaberichten zur Abstimmung vorgelegt - und ist mit seinem Vorhaben gescheitert. BP-Aufsichtsratschef Albert Manifold erklärte, die Investoren hätten bei der Jahreshauptversammlung in London gegen beide Anträge gestimmt. Die Vorschläge erhielten weniger als 50 Prozent der Stimmen - und verfehlten damit deutlich die für eine Annahme erforderlichen 75 Prozent. Bei den Anträgen ging es laut Manifold darum, zwei der klimabezogenen Offenlegungspflichten des Konzerns abzuschaffen. Die Unternehmensleitung argumentierte, die unternehmensspezifischen Klimavorgaben seien durch entsprechende gesetzliche Änderungen "weitgehend ersetzt" worden. Umweltschützer hatten das Vorhaben scharf kritisiert. Das Abstimmungsergebnis ist ein herber Rückschlag für das Management des Konzerns - BP hat seine Strategie in diesem Jahr wieder auf das profitable Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet und erneuerbare Energien hintenangestellt. Die neue Konzernchefin Meg O'Neill trat ihren Posten erst Anfang April an. Unzufriedenheit mit Aufsichtsratschef Manifold "Heute haben die Aktionäre den Vorstand von BP daran erinnert, für wen er arbeitet. Nicht für sich selbst, sondern für sie", sagte der Geschäftsführer der Aktionärsvereinigung Follow This, Mark van Baal. Ein Antrag von Follow This zur BP-Strategie angesichts sinkender Öl- und Gasnachfrage war bei der Versammlung nicht zugelassen worden, was die Aktionäre ebenfalls gegen den Vorstand aufbrachte. Die Unzufriedenheit der Investoren richtete sich zudem gegen Aufsichtsratschef Manifold selbst: Für seine Wahl stimmten nur 82 Prozent der Aktionäre - üblicherweise ist die Unterstützung für Vorstandsmitglieder fast einstimmig. Erst vor rund einer Woche hatte BP massive Gewinneinbrüche für das vergangene Jahr gemeldet. Demnach gingen die Gewinne 2025 um 86 Prozent zurück. Allerdings liefen die Geschäfte beim Ölhandel im ersten Quartal angesichts des Iran-Krieges und der dadurch bedingten Marktschwankungen laut dem Unternehmen "außergewöhnlich gut".
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
BP wird versuchen, die Kommunikation mit Aktionären zu verbessern und Kompromisse bei Klimaberichten zu finden
Probable · En quelques mois
Aktionärsvereinigungen werden ähnliche Anträge bei anderen Ölkonzernen stellen
Possible · En quelques mois
Druck auf Aufsichtsratschef Manifold könnte sich verstärken
Probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Welche konkreten nächsten Schritte plant BP nach der Abstimmungsniederlage?
- Wie wird die neue CEO Meg O'Neill die Strategie anpassen?
- Werden weitere Anträge zur Klimaberichterstattung folgen?




