Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer kündigt Modernisierung der staatlichen Notfall-Lebensmittelvorräte an
CSU-Politiker will Konserven bei Herstellern und Handel lagern lassen - 30 Millionen Euro Anschubfinanzierung geplant
L'essentiel
- Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) plant die Modernisierung der staatlichen Lebensmittelreserve für Notfälle.
- Neben klassischen Vorräten sollen künftig auch Konserven direkt bei Herstellern und im Handel gelagert werden.
- Die Anschubfinanzierung soll 30 Millionen Euro betragen, der jährliche Bedarf später 70 bis 80 Millionen Euro.
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Pourquoi c'est important
Deutschland unterhält seit Jahrzehnten staatliche Lebensmittelreserven an über 150 geheimen Standorten. Diese enthalten Getreide wie Weizen, Roggen und Hafer sowie haltbare Nahrungsmittel. Im Krisenfall sollen über Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen warme Mahlzeiten verteilt werden.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat Pläne zur Nachrüstung der staatlichen Lebensmittelversorgung für den Notfall bekannt gegeben. "Neben den klassischen Reserven wollen wir künftig auch mehr sofort verfügbare Lebensmittel einbeziehen, also Konserven, die im Ernstfall direkt genutzt werden können", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Vorräte sollten künftig nicht nur in staatlichen Lagern liegen, sondern stärker dort, wo sie ohnehin gebraucht würden: bei Herstellern und im Handel, so Rainer. Ein fester Teil solle dort jederzeit verfügbar sein - etwa in Lagerhallen auf dem Werksgelände. Vor dem Ablauf der Haltbarkeit sollen die Lebensmittel dann rechtzeitig in den Verkauf gegeben werden.
Der Minister sprach von einer gezielten Investition in die deutsche Krisenfähigkeit. "Ich will die staatliche Notfallvorsorge mit einem zusätzlichen Sicherheitsnetz versehen und ins 21. Jahrhundert holen", betonte er. Das bedeute auch mehr Arbeit in der Logistik. "Zu Beginn, als Anschubfinanzierung, brauchen wir 30 Millionen", so Rainer. "Wenn das neue System etabliert ist, liegt der jährliche Bedarf bei etwa 70 bis 80 Millionen Euro." Diese Summen wolle er in Form einer sogenannten Bereichsausnahme im Bundeshaushalt verankern.
Bedenken, Lebensmittelkonzerne und Einzelhandel könnten Profit aus der Lagerung schlagen, wies der CSU-Politiker zurück: "Das ist keine Privatisierung, im Gegenteil." Der Staat behalte jederzeit die Kontrolle. "Im Krisenfall muss er für die Versorgung der Bevölkerung sorgen" - so Rainer, "und genau dieser Verantwortung stellen wir uns." Die bestehenden Strukturen des Lebensmittelhandels zu nutzen, sei dabei ein großer Vorteil.
Aktuell wird die staatliche Lebensmittelreserve an mehr als 150 Standorten im Bundesgebiet gelagert. Aus Sicherheitsgründen werden die genauen Orte nicht öffentlich genannt. Eingelagert sind Weizen, Roggen und Hafer, aber auch haltbare Nahrungsmittel wie Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch. Diese gebrauchsfertigen Nahrungsmittel sollen im Krisenfall über Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen abgegeben werden, um die Bevölkerung zumindest mit einer warmen Mahlzeit am Tag verpflegen zu können.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Gesetzliche Verankerung der Bereichsausnahme im Bundeshaushalt
Probable · En quelques mois
Pilotprojekt mit ausgewählten Herstellern und Händlern
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Welche konkreten Hersteller und Händler werden einbezogen?
- Wie wird die Qualitätskontrolle bei dezentraler Lagerung sichergestellt?
- Gibt es bereits Abstimmungen mit der EU-Kommission?
