Chinas Währungsmanipulation kostet deutsche Wirtschaft Milliarden
L'essentiel
- Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass Chinas künstlich niedrig gehaltener Yuan die deutsche Wirtschaft jährlich Milliarden kostet.
- Bei fairer Bewertung könnte das deutsche BIP bis 2028 um 43 Milliarden Euro höher ausfallen.
- Experten fordern Ausgleichszölle.
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China verhindert seit Jahren eine Aufwertung seiner Währung, um Exporte zu verbilligen. Eine Studie des IW Köln zeigt die negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Um Exporte zu verbilligen, verhindert China seit Jahren eine Aufwertung seiner Währung. Wäre der Yuan fair bewertet, würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt wohl um Milliarden Euro höher ausfallen. 20.06.2026 - 12:50 Uhr Quelle: dpa Artikel anhören
Bis zu 40 Prozent zu billig: chinesische Exporte. Foto: Geng Yuhe/Xinhua/dpa
Köln. Die von Peking künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung kostet die deutsche Wirtschaft Jahr für Jahr Wachstum im Milliardenbereich. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte in Deutschland bei einer fairen Bewertung des Yuan im Jahr 2028 um bis zu 0,3 Prozent höher ausfallen, ergab eine vom Auswärtigen Amt geförderte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Über die Jahre 2026 bis 2028 summiert sich das laut IW auf rund 43 Milliarden Euro.
Für die Simulation wurde der Yuan demnach um 40 Prozent aufgewertet. Nach Einschätzung von Experten entspricht dies in etwa einer fairen Bewertung.
Peking lasse keinen freien Wechselkurs zu, sondern betreibe ein staatlich gesteuertes Währungsmanagement, urteilt das Institut. Die gezielte Unterbewertung verbillige chinesische Exporte und macht Importe teurer. Auch deshalb seien deutsche Ausfuhren nach China im Wert deutlich gesunken und Einfuhren chinesischer Güter massiv gestiegen. Das Handelsbilanzdefizit mit China ist 2025 auf rund 90 Milliarden Euro angewachsen.
Auch China würde profitieren
Eine faire Bewertung des Yuan würde nach Einschätzung des IW zudem China helfen, seine exportlastige Wirtschaft besser auszubalancieren. Zwar würde das chinesische BIP durch den Rückgang der Exporte kurzfristig einbrechen. Doch laut der Simulation kommt es schnell zu einer Gegenbewegung durch einen Anstieg der inländischen Nachfrage. Weil Ausfuhren unattraktiver werden, verbleiben mehr Waren auf dem heimischen Markt, was die Preise sinken lässt.
Der Anstieg der Binnennachfrage könne den verminderten Exportüberschuss nach wenigen Jahren weitgehend ausgleichen, betont das IW. Bis 2028 erreiche Chinas Wirtschaft somit fast wieder das Niveau des Ausgangsszenarios mit unterbewerteter Währung.
Gift für einen fairen Handel
„Für den freien Handel ist Chinas Währungsmanagement Gift“, sagt IW-Experte Jürgen Matthes. Durch die Unterbewertung des Yuan verkaufe China seine Waren deutlich günstiger als sie eigentlich sein dürften – und gewinne Marktanteile, die es im fairen Wettbewerb nie erhalten würde. „China spielt mit gezinkten Karten. Europa sollte mit Ausgleichszöllen für gleiche Bedingungen sorgen“, so der Außenhandelsexperte.
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